Regionale Begabtengruppen am Nachmittag

Drei Schüler machen ein Experiment
Bild: SenBJW

In Regionalen Begabtengruppen am Nachmittag wird besonders begabten bis hin zu hochbegabten Schülerinnen und Schülern jahrgangs- und schulartübergreifend zusätzlicher Unterricht zu verschiedenen Themenfeldern angeboten.

Durchgeführt werden diese Kurse, an denen Schüler in einem Lernumfeld Gleichinteressierter und Gleichbefähigter zusammenkommen, von Schulverbünden, an denen sich Schulen aller Schularten beteiligen können.

Je nach Profil der anbietenden Schulen werden die Themenbereiche fachübergreifend und fächerverbindend erarbeitet und dabei Lernstrategien und Methodenkenntnisse erworben. Fachliche und methodische Interessens- und Leistungsschwerpunkte können vertieft, die Fähigkeit zur individuellen Hochleistung weiterentwickelt werden.

Wo finden Sie einen solchen Verbund?

Im Land Berlin sind zurzeit fünf regionale Schulverbünde eingerichtet, um eine möglichst gute Erreichbarkeit zu gewährleisten. Die Verbünde bestehen jeweils aus Schulen der Grundstufe und der Sekundarstufe I. Dabei umfasst der Schulverbund

  • Nord die Bezirke Reinickendorf und Pankow
  • Südwest die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg
  • Ost die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf
  • West den Bezirk Spandau und
  • Mitte den Bezirk Mitte.

Jeder Schulverbund kann pro Schulhalbjahr eigenverantwortlich regionale Begabtengruppen (Nachmittagskurse) als zusätzlichen Wahlunterricht einrichten. Insgesamt stehen berlinweit 480 Schülerplätze zur Verfügung. Jeder Schulverbund hat eine federführende Schule bestimmt.

Die Schulen und ihr jeweiliges regionales Kursangebot finden Sie in der untenstehenden Tabelle. Über die Schulen können Sie weiterführende Informationen erhalten und Ihr Kind zu den Kursen anmelden:

Wie sieht das Aufnahmeverfahren aus?

An den Begabtengruppen können nur Schülerinnen und Schüler mit identifizierter Hochbegabung oder kognitiver Teilhochbegabung teilnehmen. Ein Nachweis darüber ist erforderlich. Zudem ist grundsätzlich die Empfehlung der besuchten Schule notwendig, aus der die besondere Fähigkeit der Schülerin oder des Schülers hervorgeht.

Die Teilnahme an den Regionalen Begabtengruppen ist freiwillig und bedarf der schriftlichen Zustimmung der Erziehungsberechtigten, die zuvor über Inhalt, Bedingungen und mögliche zusätzliche Belastungen informiert werden.

Schüler, die bereits zwei oder mehrere Nachmittagskurse besucht haben, werden nachrangig aufgenommen. Schüler, die nicht in den gewünschten Kurs aufgenommen werden, können nach Maßgabe freier Plätze eine andere regionale Begabungsgruppe besuchen.

Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen des Ganztagsbetriebs in gebundener Form unterrichtet werden, soll die Teilnahme am Nachmittagsunterricht ermöglicht werden.Die Verpflichtung der Schüler, an den Unterrichts- und Betreuungsangeboten der eigenen Schule teilzunehmen, ruht für diesen Zeitraum.

Was passiert, wenn der gewählte Kurs für Ihr Kind ungeeignet ist?

Auch hier ist vorgesorgt und mögliche Fehlentscheidungen können nachträglich behoben werden. Um eine mögliche Überforderung zu vermeiden, erfolgt die Aufnahme zunächst im Rahmen einer Beobachtungszeit von acht Wochen.

Erbringt ein Schüler innerhalb der Beobachtungszeit Leistungen, die mindestens mit „ausreichend“ bewertet werden, verbleibt er in der Begabtengruppe. Wer innerhalb der Beobachtungszeit „mangelhafte“ oder „ungenügende“ Leistungen zeigt, verlässt ohne Nachteil für den weiteren schulischen Bildungsgang die Begabtengruppe.

Wie sieht der Unterricht in den Regionalen Begabtengruppen aus?

Unterrichtet wird auf der Grundlage der von den Lehrkräften entwickelten themenspezifischen Arbeitsplänen. Der Unterricht findet in der Regel zwischen 15:00 und 16:30 Uhr statt. Der Unterricht erfolgt jahrgangsübergreifend in verschiedenen Altersstufen.

Nach erfolgter Aufnahme sind die Schülerinnen und Schüler zur durchgängigen Teilnahme am Unterricht in der regionalen Begabtengruppe verpflichtet. Jeder Nachmittagskurs dauert ein Schulhalbjahr, abweichend davon beginnt der Unterricht im ersten Schulhalbjahr erst in der dritten Woche nach den Sommerferien.

Nachmittagskurse werden in den Themenfeldern „Philosophie/Literatur/Sprache“, „Mathematik/Informatik“, „Naturwissenschaften/Technik“ und „Erdkunde/Geschichte/Politik“ angeboten. In den regionalen Begabtengruppen werden nur Lehrkräfte eingesetzt, die dieses besondere Angebot unterrichten wollen.

Bekommt Ihr Kind in dem Kurs eine Note?

Die in der regionalen Begabtengruppe erbrachten Leistungen werden auf dem Zeugnis mit einer Note ausgewiesen. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 3 und 4 werden verbal beurteilt, wenn kein Notenzeugnis erteilt wird.
Die Note ist nicht versetzungsrelevant, kann jedoch bei drohender Nichtversetzung auf die Leistungen im jeweiligen Referenzfach im Verhältnis zu ihrem Stundenvolumen angerechnet werden, soweit sich der Inhalt des Nachmittagsunterrichts eindeutig oder ganz überwiegend einem Fach zuordnen lässt, das mit mangelhaft bewertet wird.
Ergibt sich daraus eine relevante Verbesserung des Leistungsbildes, bleiben mangelhafte Leistungen im Referenzfach bei der Entscheidung über die Nichtversetzung unberücksichtigt.

Kann ein Kind an mehreren Kursen teilnehmen?

Im Prinzip ja, aber Schülerinnen und Schüler, die bereits zwei oder mehrere Nachmittagskurse besucht haben, werden nachrangig aufgenommen.

Kostet der Kurs eine Gebühr?

Nein, das Angebot der regionalen Begabtengruppen am Nachmittag ist kostenfrei.