Sprachen lernen

Miniatur-Eifelturm steht vor lernendem Jungen
Bild: SenBJW

Wer Fremdsprachen erlernt, hält einen Schlüssel für eine gute Zukunft in der Hand. Es ist ein Schlüssel, der das Tor zu einer beruflichen Erfüllung aufschließen hilft, weil Fremdsprachen Mobilität und Flexibilität fördern. Dieser Schlüssel passt aber auch, wenn es darum geht, die Persönlichkeit junger Menschen zu fördern und sie zu offenen und toleranten Bürgern werden zu lassen.

Berlin spricht viele Sprachen

Berlins Vielfalt ist einzigartig! Nirgendwo sonst im deutschsprachigen Raum finden Sie so viele unterschiedliche Kulturen in einer Stadt, entdecken junge Menschen aus allen Ländern gemeinsam die Welt und das Leben. Sprache ist zentral für unsere Kommunikation, und allen, die eine oder mehrere Fremdsprachen erlernen, eröffnen sich neue Welten, die ihnen sonst vielleicht verborgen geblieben wären.

Bilingualer Unterricht

Bilingualer Unterricht ist ein über den traditionellen Fremdsprachenunterricht hinausgehendes Angebot, in dem neben der Unterrichtssprache Deutsch auch eine Fremdsprache als Unterrichtssprache verwendet wird. So wird beispielsweise nicht nur im Englisch-Unterricht Englisch gesprochen, sondern auch in Geschichte oder Geografie.

Zweisprachige deutsch-türkische Alphabetisierung und Erziehung

Die zweisprachige deutsch-türkische Alphabetisierung/Erziehung wendet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler mit der Muttersprache Türkisch. Durch den zusätzlichen Unterricht Türkisch als Muttersprache sollen die Kinder in ihrer Sprach- und Identitätsentwicklung gefördert werden, im Deutschen Anschluss an die Anforderungen der Oberschule und im Türkischen Anschluss an die türkischsprachige Schriftkultur finden.

Kooperations-Unterricht

Der deutsch-türkische Kooperations-Unterricht (Koop) hat das Ziel, die Entwicklung der Zweisprachigkeit zu koordinieren. In diesen Stunden unterrichten zwei Lehrkräfte gleichzeitig, die eine mit türkischer, die andere mit deutscher Muttersprache.
Durch die Teilnahme von Kindern deutscher Herkunft am zweisprachigen Koop-Unterricht und durch zusätzliche Arbeitsgemeinschaften Türkisch für Deutsche auf freiwilliger Basis soll über den Erwerb von Sprachkenntnissen hinaus ein Beitrag zur interkulturellen Erziehung geleistet werden. Aufgenommen werden Kinder mit den Muttersprachen Deutsch oder Türkisch aller Berliner Bezirke.

Die Teilnahme an diesem Angebot ist freiwillig und bedarf der schriftlichen Zustimmung der Erziehungsberechtigten, die zuvor über Inhalt und mögliche zusätzliche Belastungen ihrer Kinder von der aufnehmenden Schule zu informieren sind.

Spezielle Stundentafel

Für die Klassen der zweisprachigen deutsch-türkischen Alphabetisierung/Erziehung gilt eine spezielle Stundentafel. In allen Lernbereichen bzw. Fächern außer Türkisch als Muttersprache und der AG Türkisch für Deutsche werden die Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet. Schüler türkischer Muttersprache erhalten ab Klasse 1 zusätzlichen Türkischunterricht. Schüler deutscher Muttersprache können freiwillig an einer AG Türkisch für Deutsche teilnehmen.

Der zusätzliche Unterricht Türkisch als Muttersprache und die AG Türkisch für Deutsche wird von Lehrkräften mit türkischer Muttersprache und der Koop-Unterricht gemeinsam von Lehrkräften mit deutscher bzw. türkischer Muttersprache erteilt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen am regulären Fremdsprachenunterricht in der Grundschule teil.

Schüler nichtdeutscher Muttersprache erhalten bei Bedarf Sprachförderung gemäß den aktuellen Richtlinien für die Lehrerstundenzumessung. Gegebenenfalls sind geeignete Organisationsmodelle anzuwenden, die eine Belastung einzelner Schüler durch eine zu hohe Wochenstundenzahl vermeiden.

Lehrkräfte
In der zweisprachigen deutsch-türkischen Alphabetisierung/Erziehung unterrichten zum einen Lehrkräfte mit der Muttersprache Deutsch und Türkischkenntnissen, zum anderen Lehrkräfte mit der Muttersprache Türkisch und hervorragenden Deutschkenntnissen (Fachstudium oder deutsches Sprachdiplom entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen). Die Nutzung geeigneter Unterrichtsmaterialien liegt in der Eigenverantwortung der Schulen. Für den zweisprachigen Lese-Schreiblehrgang stehen eigens entwickelte Materialien zur Verfügung.

Projekttage

In jedem Schuljahr sollten mehrere Projekttage durchgeführt werden. Empfohlen wird darüber hinaus am Ende jeden Schuljahres die Durchführung einer Projektwoche, die der Verstärkung der europäischen und internationalen Dimension u. a. durch gemeinsame Aktivitäten aller an der zweisprachigen Erziehung beteiligten Schulen dient.

Nach Beendigung der Grundschule sollten die Schülerinnen und Schüler der Klassen mit zweisprachiger deutsch-türkischer Alphabetisierung/Erziehung vorrangig auf Gymnasien oder Integrierte Sekundarschulen übergehen, die Türkisch als 2. Fremdsprache anbieten.

AG-Angebot „Herkunftssprache Türkisch“

Die Herkunfts- oder Familiensprache jedes Kindes ist ein wertvoller Schatz. Sie zu erlernen und gut zu beherrschen, ist für die Entwicklung der Persönlichkeit und die Identität eines Kindes von hoher Bedeutung. Es verschafft ihm Zugang zur Welt und zur Kultur der eigenen Herkunft.
Zugleich erleichtert die Fähigkeit, sich in der eigenen Herkunftssprache auszudrücken, auch das Erlernen anderer Sprachen – nicht zuletzt das Deutschlernen. Daher bieten inzwischen 45 Grundschulen Arbeitsgemeinschaften „Herkunftssprache Türkisch“ an.

Wann und wo findet der Unterricht in der AG „Herkunftssprache Türkisch“ statt?

Der herkunftssprachliche Unterricht beginnt als ein Angebot für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 3 und wird in der Regel in den Jahrgangsstufen 4 bis 6 fortgeführt.

Der Unterricht

  • wird von Lehrkräften des Landes Berlin erteilt,
  • ergänzt den Regelunterricht,
  • ist kostenlos
  • und umfasst 2 Wochenstunden.

Die Teilnahme ist freiwillig. Nach der Anmeldung ist die regelmäßige Teilnahme für die Schülerinnen und Schüler verpflichtend. Für die Einrichtung einer Gruppe sind 12 Anmeldungen notwendig. Bei nicht ausreichender Anzahl können schulübergreifende Gruppen gebildet werden.

Was lernen die Schülerinnen und Schüler?

Der Unterricht in der „Herkunftssprache Türkisch“ wird an die mündlichen und schriftlichen Sprachfähigkeiten der Kinder in Türkisch anknüpfen und diese systematisch ausbauen. Es gibt einen Lehrplan mit fünf Schwerpunktthemen:

  • „Meine Familie und ich“,
  • „Die Schule und meine Wohnumgebung“,
  • „Die Türkei“,
  • „Das Jahr in der Natur“,
  • „Feste und Feiern“.

Die Schülerinnen und Schüler lernen durch viele sprachliche Anregungen und Aktivitäten (besser) Türkisch zu sprechen und zu erzählen, Texte zu lesen und eigene kurze Texte zu verschiedenen Anlässen zu schreiben.

Link zu: AG Herkunftssprache Türkisch
Bild: SenBJF

Herkunftssprachlicher Unterricht Türkisch an Berliner Grundschulen

In diesem Flyer finden Sie als Eltern alle Informationen zum AG-Angebot “Herkunftsprachlicher Unterricht in Türkisch” und Sie können Ihr Kind damit auch direkt für den Unterricht anmelden.

Herkunftssprachlicher Unterricht Arabisch an Grundschulen

Gute Kenntnisse der deutschen Sprache und die Beherrschung der Herkunftssprache sind wichtige Grundlagen für erfolgreiches Lernen und eine aussichtsreiche Schullaufbahn. Mit dem Ziel, die Mehrsprachigkeit zu fördern, bieten zurzeit sechs Grundschulen herkunftssprachlichen Unterricht in Arabisch an.
Dieses Angebot knüpft an die mündlichen und schriftlichen Sprachfähigkeiten der Kinder in Arabisch an und baut diese systematisch aus. Sie lernen durch viele sprachliche Anregungen und Aktivitäten Arabisch zu sprechen, Texte zu lesen und eigene kurze Texte zu verfassen.

Schriftzug HSU Arabisch

Der herkunftssprachliche Unterricht Arabisch ist ein Angebot für die Jahrgangsstufen 1 bis 6. Er umfasst 2 Wochenstunden, ist kostenlos, ergänzt den Regelunterricht und wird von Berliner Lehrkräften erteilt.
Die Teilnahme ist freiwillig, aber nach der Anmeldung verpflichtend.

Im Schuljahr 2018/19 bieten die folgenden Grundschulen herkunftssprachlichen Unterricht Arabisch an: