Lernprozessbegleitende Diagnostik

Schülerin und Lehrerin am Schulisch
Bild: Jannette Kneisel/SenBJF

Für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist es wichtig, an deren Vorkenntnissen, Wissen und Erfahrungen anzuknüpfen. Deshalb ist es für Lehrkräfte wichtig zu wissen, welche Lernvoraussetzungen die Schülerinnen und Schüler mitbringen und an welchem Punkt im Lernprozess sie stehen um Ihnen entsprechende Angebote machen zu können.

Lehrkräfte nutzen lernbegleitend vielfältige Möglichkeiten der pädagogischen Diagnostik, um den Unterricht vorzubereiten und die Schülerinnen und Schüler zu fördern. Sie beobachten ihre Schülerinnen und Schülern, führen Gespräche mit ihnen, erarbeiten und schreiben mit ihren Lerngruppen Tests, Klassenarbeiten und Lernzielkontrollen oder fördern die Selbsteinschätzung durch den Einsatz von Portfolios und Kompetenzrastern.

Weiterhin stehen den Lehrerinnen und Lehren verschiedene Instrumente und Materialien zu Erfassung von Lernvoraussetzungen zur Verfügung.

Sprachlerntagebuch

Link zu: Sprachlerntagebuch
Bild: SenBJW

Das Sprachlerntagebuch ist ein offenes Instrument, das die Pädagoginnen und Pädagogen der Kitas dabei unterstützt, die vorsprachlichen, sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten des einzelnen Kindes zu beobachten und zu dokumentieren. Alle Kinder in einer Kita oder Kindertagespflege erhalten ein eigenes Sprachlerntagebuch.

Schon am Schulanfang können Lehrkräfte – mit dem Einverständnis der Eltern – die Lerndokumentation aus dem Sprachlerntagebuch des einzelnen Schülers nutzen und so individuelle Förderungsmöglichkeiten erarbeiten.

Lernausgangslage (LauBE)

Titelbild LauBE
Bild: LauBE

In der Schulanfangsphase steht Berliner Lehrkräften für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern die Lernausgangslage Berlin (LauBe) zur Verfügung.

LauBe ist ein Erhebungsinstrument, mit dem die sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten von Schulanfängern sinnvoll und übersichtlich festgestellt werden können. Mit der Lernausgangslage können sich die Grundschullehrer auf die individuellen Kompetenzen der einzelnen Kinder einstellen und diese bestmöglich weiterentwickeln. Grundlage dafür ist eine prozessbegleitende, systematische und kontinuierliche Diagnostik.

Fragebogen zur Selbsteinschätzung

Um bei den Kindern die Selbsterfah­rung und -beurteilung ihres Lernens zu fördern, gibt es den „Fragebogen zur Selbstein­schätzung in der Grundschule“. Er wurde in der Praxis erar­beitet und bereits in vielen Grundschulen erprobt.

Die auf das Können ausgerichteten Fragen sollen Schülerinnen der 4. und 5. Klassen dazu anregen, ihre Interessen, Kompetenzen und Lernleistungen selbst einzuschätzen. Die Lehrerin kann Aufschluss darüber erhalten, wie gut die Schüler ihre eigene Lernentwicklung be­o­b­achten können.

Lernausgangslage 7 (LAL 7)

Schüler im Klassenraum
Bild: SenBJF

Beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule stehen den Lehrkräften Materialien für eine wirksame Diagnostik zur Verfügung. Für die Fächer Deutsch, Mathematik, Erste Fremdsprache und Naturwissenschaften gibt es die Lernausgangslage 7.

Vergleichsarbeiten (VERA)

Vom Institut für Schulqualität wurden für die Schülerinnen und Schüler Vergleichsarbeiten entwickelt. Diese Vergleichsarbeiten finden in der Grundschule in der 3. Jahrgangsstufe (VERA 3) und in der Sekundarstufe I in der 8. Jahrgangsstufe (VERA 8) statt und sind standardisierte und erprobte Tests, an denen sich alle öffentlichen Schulen beteiligen.

Mit den Vergleichsarbeiten werden die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern überprüft, wie sie in den geltenden Bildungsstandards beschrieben sind und wie sie auch den Rahmenlehrplänen zugrunde liegen. Die Vergleichsarbeiten sind keine Prüfungen und auch keine zentralen Klassenarbeiten, sondern diagnostische Verfahren zur Feststellung von kompetenzbezogenen Lernständen in bestimmen Lernbereichen und werden nicht benotet.

Dokumentationsbogen

Bei einigen Schülerinnen und Schülern ist es für die pädagogische Arbeit wichtig alle Maßnahmen der lernprozessbegleitenden Diagnostik und Förderung zu dokumentieren. Dafür wird den Lehrkräften ein strukturierter Dokumentationsbogen mit vielen Hilfe- und Informationsfunktionen zur Verfügung gestellt.