Lehr- und Lernmittel

Mädchen liegt auf einem Stapel Bücher
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Lernmittel, insbesondere Schulbücher, begleiten Ihr Kind im Unterricht und bei den Hausaufgaben. Sie werden teils von der Schule zur Verfügung gestellt und teils von den Eltern selbst finanziert. Es ist wünschenswert und wichtig, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre Lernmittel wertschätzen und sie pfleglich behandeln.

Lernmittelfreiheit und Eigenanteil

Der Besuch einer öffentlichen Schule ist für Ihr Kind in Berlin kostenlos. Für den Unterricht erforderliche Lernmittel werden von der Schule leihweise zur Verfügung gestellt. Dies gilt allerdings mit der Einschränkung, dass Sie sich an der Beschaffung von Lernmitteln beteiligen müssen. Pro Schuljahr beträgt der Eigenanteil maximal 100 Euro bezogen auf den Neuwert. Die für den Unterricht erforderlichen Lehrmittel werden Ihrem Kind weiterhin kostenfrei von der Schule zur Verfügung gestellt.

Lehr- und Lernmittel

Lernmittel sind Unterrichtsmittel, die überwiegend individuell und eigenverantwortlich von den Schülerinnen und Schülern im Unterricht verwendet werden. Darüber hinaus kommen Lernmittel bei der häuslichen Vor- und Nachbereitung des Unterrichts zum Einsatz.

Zu den Lernmitteln gehören

  • Schulbücher,
  • ergänzende Druckschriften (beispielsweise Wörterbücher, Lektüren, Arbeitshefte, Atlanten und Notenblätter) sowie
  • andere Unterrichtsmedien und Arbeitsmittel (beispielsweise Lernkarteien und digitale Datenträger mit Lern- oder Unterrichtssoftware, die Schulbücher ergänzen oder ersetzen).

Lehrmittel sind solche Unterrichtsmittel, die insbesondere von den Lehrkräften für die Gestaltung des Unterrichts genutzt werden und im Normalfall in der Schule verbleiben. Auch Instrumente und Materialien für den naturwissenschaftlichen Unterricht und die fachpraktische Ausbildung, von Schülern genutzte Computer und die dazugehörige Software sowie im Unterricht verwendete audiovisuelle Medien wie Kameras, Rekorder und Projektoren zählen zu den Lehrmitteln; ebenso Sportgeräte.

Befreiung von der Zahlung des Eigenanteils

Wer öffentliche Sozialleistungen (Hilfe zum Lebensunterhalt, Arbeitslosengeld II, Wohngeld, BAföG-Leistungen oder Leistungen für Asylbewerber) bezieht, ist von der Zahlung des Eigenanteils befreit. In diesem Fall stellt die Schule nach Vorlage der entsprechenden Bescheinigung alle benötigten Lernmittel vollständig kostenfrei zur Verfügung. Dies gilt auch für Schülerinnen und Schüler, die sich in Vollzeitpflege, Heimerziehung oder sonstiger betreuter Wohnform befinden.

Die Voraussetzungen für die Befreiung müssen am 1. August des Jahres (Schuljahresbeginn) erfüllt sein.

Kinder, die Leistungen des Bildungspakets (BuT) empfangen, haben darüber hinaus Anspruch auf Leistungen für die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf wie Stifte, Hefte und Papier; sie erhalten jeweils zum 1. August 70 Euro und zum 1. Februar 30 Euro.

Nachweis über eine Berechtigung zur Befreiung

Nachweise über den Bezug einer öffentlichen Sozialleistung müssen der Schulleitung spätestens vier Wochen vor Beginn der Sommerferien vorgelegt werden. Das kann auch durch Vorlage des “berlinpass-BuT” geschehen. Der Anspruch erlischt, wenn die erforderlichen Nachweise nicht innerhalb von vier Wochen nach Beginn des Unterrichts nachgereicht werden (§ 7 Abs. 4 LernmittelVO).

Zur Wahrung des Datenschutzes ist der Originalnachweis der Schulleitung möglichst in einem verschlossenen Umschlag vorzulegen. Die Berechtigung wird überprüft und der Nachweis danach umgehend zurückgegeben.

Bücherlisten und Lernmittelfonds

Seit 2004 findet im Land Berlin keine zentrale Zulassung von Schulbüchern mehr statt. Jede Schule kann selbst entscheiden, welche Bücher, Hefte, Lektüren oder sonstige Arbeitsmittel sie im Unterricht einsetzt. Diese Auswahl trifft die jeweilige Fachkonferenz (Beratungs- und Beschlussgremium für ein bestimmtes Fach) unter Berücksichtigung

  • der Grundsätze, die von der Gesamtkonferenz der Lehrkräfte beschlossen werden,
  • der an der Schule zur Verfügung stehenden Gelder (Haushaltsmittel und von den Eltern zu erbringender Eigenanteil),
  • der Beschlüsse der Schulkonferenz zur Verteilung der Haushaltsmittel.

Alle Schulen haben bei der Auswahl ihrer Lernmittel die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und des sinnvollen Einsatzes im Unterricht sowie die von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft festgelegten Mindeststandards zu beachten.
Bevor neue Lernmittel beschafft werden, muss die Schule eine Inventur durchführen und den Erneuerungs- und Ergänzungsbedarf mit den zu erwartenden Schülerzahlen abgleichen.

Eigenanteil

Für jedes Schuljahr erhalten Sie von Ihrer Schule eine Bücherliste, auf der alle benötigten Lernmittel aufgeführt sind, die im Rahmen des Eigenanteils beschafft werden müssen. Ein Teil der Bücher wird Ihrem Kind aus dem Bestand der Schule leihweise zur Verfügung gestellt. Die Bücher und Arbeitsmaterialien, die an der Schule nicht oder nicht in ausreichendem Maß vorhanden sind, müssen Sie als Eigenanteil (bis zum Höchstsatz von max. 100 Euro) selbst beschaffen und finanzieren.

Alternativ zum Neukauf von Schulbüchern besteht an einigen Schulen die Möglichkeit, sich an einem Lernmittelfonds zu beteiligen

Lernmittelfonds sind eine praktische und preiswerte Alternative zum Kauf von Schulbüchern und sonstigen Lernmitteln. Sie zahlen einen von der Schule individuell festgelegten Betrag auf das Konto des Lernmittelfonds Ihrer Schule ein und erhalten dafür leihweise eine Mischung aus neu beschafften und zum Teil bereits gebrauchten Schulbüchern und Lernmitteln aus dem Bestand der Schule. Das spart Ihnen Zeit und Geld. Als Fondsteilnehmer erwerben Sie zwar kein Eigentum, zahlen dafür in der Regel aber deutlich weniger als die benötigten Lernmittel im freien Einkauf kosten würden.

Über die Einrichtung eines Lernmittelfonds entscheidet die Schulkonferenz, auf Antrag mit einfacher Mehrheit. Ist die Einrichtung eines Lernmittelfonds beschlossen, wird ein entsprechendes Bankkonto eröffnet, auf das die Fondsmittel von den Eltern eingezahlt werden. Die Schulkonferenz entscheidet über alle den Lernmittelfonds betreffenden Angelegenheiten wie beispielsweise die Höhe der Beiträge oder die Auswahl der zu beschaffenden Lernmittel. Auch bei Lernmittelfonds gilt der Höchstbetrag von 100 Euro Eigenanteil pro Schuljahr.

Lernmittelfonds sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Beteiligung an einem Lernmittelfonds ist freiwillig, das heißt, Sie können die Lernmittel auch weiterhin selbst und auf eigene Kosten beschaffen.

Ausleihverfahren von schuleigenen Lernmitteln

Die an Schulen aus öffentlichen Mitteln gekauften Lernmittel werden Ihrem Kind unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Sie sind Eigentum des Landes Berlin und dürfen nicht veräußert oder gegen Gebühr verliehen werden.

Alle Schülerinnen und Schüler müssen ihren Namen und das Datum der Ausleihe in das von ihnen ausgeliehene Buch eintragen. Bitte halten Sie Ihr Kind dazu an, mit den geliehenen Sachen pfleglich umzugehen; es empfiehlt sich, Bücher mit einem Schutzumschlag zu versehen. Am Ende der Ausleihfrist wird der Zustand der Leihgaben von der Schule kontrolliert und sollte das Buch beschädigt oder gar verloren gegangen sein, kann die Schule Schadensersatzforderungen gegen Sie geltend machen.

Volljährige Schülerinnen und Schüler sind für alle vorgenannten Regelungen selbst verantwortlich.