Rechenschwäche

Zahlen Legesystem
Bild: SenBJW

Manchen Kindern fällt das Rechnen schwer, doch in der Schule gibt es Hilfe und entsprechende Fördermaßnahmen im Fach Mathematik. Die Lehrerinnen und Lehrer sind erste Ansprechpartner für die Eltern von Kindern mit einer Rechenschwäche.

Was ist eine Rechenschwäche?

Nicht allen Kindern gelingt es, mühelos grundlegende mathematische Kompetenzen zu erwerben bzw. Mathematik zu lernen. Aufgabe der Schule ist es, diesen Schwierigkeiten mit entsprechenden Fördermaßnahmen im Fach Mathematik zu begegnen. Den meisten Kindern kann so geholfen werden.

Einige Kinder haben dagegen lang andauernde besondere Schwierigkeiten, die nicht auf mangelnde Leistungsbereitschaft zurückzuführen ist und die ein erhöhtes Risiko zur Ausprägung einer Rechenstörung darstellt.

Zur Kennzeichnung besonderer Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens werden im schulischen Bereich die Begriffe „Rechenstörung“ bzw. „Rechenschwäche“ verwendet. Der häufig als vermeintliches Synonym verwendete Begriff „Dyskalkulie“ suggeriert das Vorhandensein einer Krankheit, die medizinischer und neurophysiologischer Diagnose und Behandlung bedarf, bei den beobachteten Rechenstörungen aber nur in seltenen Fällen vorliegt.

Gemeint ist, dass ein Kind trotz Teilnahme am Förderunterricht auf Grund fehlender Voraussetzungen kein Verständnis für Zahlen, Rechenoperationen und Rechenstrategien aufbauen konnte. Je früher eine Rechenstörung erkannt wird, desto mehr Zeit bleibt, sie zu überwinden.

Ansprechpartner Schule

Erster Ansprechpartner ist deshalb die Lehrkraft, die Mathematik unterrichtet. Da bei deutlichen Hinweisen auf eine Rechenstörung, zuerst eine spezielle schulische Förderung zu gewährleisten ist. Über die Notwendigkeit und die Inhalte der besonderen schulischen Förderung entscheidet die unterrichtende Lehrkraft und legt diese in einem individuellen Förderplan fest. Dafür sind geeignete Lernstandsfeststellungsverfahren einzusetzen.

Förderung

Über die Art, den Umfang und die Dauer dieser Förderung entscheidet die Schulleitung auf Vorschlag der Klassenkonferenz.

Darüber hinaus können Schülerinnen und Schülern mit festgestellter Rechenstörung durch weitere Maßnahmen bei der Leistungserhebung und der Leistungsbewertung Unterstützung erhalten. Bei schriftlichen Lernerfolgskontrollen im Fach Mathematik kann auf der Grundlage des individuellen Förderplans ein Nachteilsausgleich (Klasse 3 und 4) gewährt werden.

Dabei kommen vorrangig in Betracht:

  • Verlängerung der Bearbeitungszeit um bis zu 25%
  • Qualitativ und quantitativ differenzierte Aufgabenstellungen
  • Einsatz didaktisch-methodischer Hilfsmittel

Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann auf Vorschlag der Lehrkraft außerdem in Jahrgangsstufe 3 und 4 die Benotung im Fach Mathematik für das jeweilige Schuljahr aussetzen, wenn die Schülerin oder der Schüler regelmäßig an Maßnahmen der speziellen Förderung teilnimmt.

Eine Rechenstörung ist allein kein hinreichender Grund für das Wiederholen einer Jahrgangsstufe.

In besonders schwierigen Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler trotz Durchführung der Fördermaßnahmen nicht geholfen werden kann und eine diagnostische Unterstützung geboten erscheint, holt die Schule eine fachliche Beratung des Schulpsychologischen Dienstes ein.

Ab Klassenstufe 5 gibt es für diese Kinder keinen weiteren Nachteilsausgleich.

Die Ausführungsvorschriften zur Förderung bei besonderen Schwierigkeiten im Rechnen (AV Rechenstörung) vom 16. Januar 2014 regeln für alle Berliner Grundschulen, die Primarstufen an Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt und Integrierten Sekundarschulen bis zur Klassenstufe 6 die verbindliche Vorgehensweise bei Kindern mit einer festgestellten Rechenstörung.