Wenn Erwachsene nicht ausreichend lesen und schreiben können, wirkt sich dies in vielen Lebensbereichen aus, z.B. in der Familie, auf der Arbeit, bei Behördengängen und in der Freizeitgestaltung.
Am 6. August 2024 hat der Senat von Berlin mit Zustimmung des Rates der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister die Berliner Landeskonzeption Alphabetisierung und Grundbildung beschlossen.
Um geringe Literalität bei Erwachsenen zu reduzieren, hatte der Senat von Berlin bereits mit der Senatsstrategie Alphabetisierung und Grundbildung – Grundbildung fördern – Teilhabe stärken (2015 bis 2018) drei wesentliche Ziele verfolgt: den Ausbau von Lernangeboten, die Förderung der institutionellen Kompetenz von öffentlichen Einrichtungen hinsichtlich der Zielgruppe und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema „Geringe Literalität bei Erwachsenen“.
In einer extern beauftragten Bestandsaufnahme der k.o.s GmbH im Jahr 2020 wurden der erfolgreiche Auf- und Ausbau des Handlungsfeldes Grundbildung im Rahmen der Senatsstrategie gewürdigt. Zudem wurden Empfehlungen zur Weiterentwicklung gegeben, die in die nun vorliegende Landeskonzeption Alphabetisierung und Grundbildung eingeflossen sind.
Im Rahmen der Landeskonzeption werden bestehende Strukturen im Themenfeld Alphabetisierung und Grundbildung gestärkt und neue Strukturen aufgebaut. Um dies zu erreichen, stehen zwei zentrale Ziele im Vordergrund: die wirksame Verankerung von Grundbildung in den Bezirken und die Stärkung der bezirklichen Alpha-Bündnisse sowie die Verzahnung von Arbeitsmarktförderung und Grundbildung, damit gering literalisierte Menschen besser erreicht und in bedarfsgerechte Angebote weitergeleitet werden können.
Die Landeskonzeption wurde in einem beteiligungsorientierten Prozess entwickelt. Bei der Durchführung der Workshops und Befragungen von Akteuren sowie bei der Erarbeitung des Konzeptionspapiers wurde die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie von der Ramboll Management Consulting GmbH unterstützt
Auch bei der Umsetzung der Landeskonzeption werden zahlreiche Akteure mit ihren unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen eingebunden, z.B. Entscheidungsträger der Verwaltung, Fachstellen, Akteure mit Praxiserfahrungen und/oder Zugang zur Zielgruppe, Fachkräfte der Grundbildung, Personen, die sich aufgrund ihrer Tätigkeit für die Zielgruppe mitverantwortlich sehen, Arbeitsagenturen und Jobcenter und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hochschulen und Universitäten.
Fachlicher Austausch, Vernetzung und Kooperationen der Akteure werden zu neuen Angeboten für Beratung, Unterstützung und das Lernen führen, die die Berliner Grundbildungslandschaft bereichern werden. Menschen, die große Probleme mit dem Lesen, Schreiben, Rechnen, bei der Nutzung von digitalen Angeboten oder in anderen Bereichen ihres Alltags haben, wird dadurch mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.