Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten

Mutter liest mit Kind
Bild: Depositphotos/Kobyakov

Was bedeutet der Begriff Lese-und Rechtschreibschwierigkeiten?

Lese-und Rechtschreibschwierigkeiten liegen vor, wenn Schülerinnen und Schüler besondere Schwierigkeiten beim Erlernen und beim Gebrauch der Schriftsprache und/oder beim Lesen haben, die nicht durch sonderpädagogischen Förderbedarf in den Förderschwerpunkten „Lernen“ oder „Geistige Entwicklung“, fehlenden Unterricht oder mangelnde Sprachkenntnisse verursacht sind.

Eine in der Schule festgestellte Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeit kann als Entwicklungsrückstand im schulischen Lernen verstanden und in vielen Fällen durch eine entsprechende Förderung aufgeholt werden.

Bleiben diese Schwierigkeiten trotz individueller längerfristiger Fördermaßnahmen bestehen und sind nicht auf mangelnde Leistungsbereitschaft zurückzuführen, ist von einer stark ausgeprägten Lese-Rechtschreibschwierigkeit auszugehen.

Ansprechpartner in der Schule

Die das Fach Deutsch unterrichtende Lehrkraft wendet Testverfahren an, die eine differenzierte Feststellung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten ermöglichen, leitet Maßnahmen zur Förderung ein und berät dazu.

An jeder Schule ist eine speziell geschulte LRS-Lehrkraft tätig, die das Verfahren an der Schule koordiniert.

Diagnostik und Förderung

Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten werden bis zur 6. Klasse in der Grundschule diagnostiziert, ab Klasse 7 unter Einbeziehung der Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren (SIBUZ).

Über die Art, den Umfang und die Dauer der Förderung entscheidet die Schulleitung auf Vorschlag der das Fach Deutsch unterrichtenden Lehrkraft.

Nachteilsausgleich und Notenschutz

Unter bestimmten Voraussetzungen, die sich je nach besuchtem Jahrgang und Schulart unterscheiden, können Schülerinnen und Schüler mit festgestellten Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten Maßnahmen des Nachteilsausgleichs erhalten. Dazu zählen beispielsweise die Verlängerung der Arbeitszeit, das Zulassen spezieller Arbeits- und Hilfsmittel oder auch der Einsatz methodisch-didaktischer Hilfen.

Darüber hinaus gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch die Möglichkeit des Notenschutzes für Rechtschreibleistungen und Teilbereiche des Lesens. Notenschutz kann von den Erziehungsberechtigten bzw. volljährigen Schülerinnen und Schülern bei der Schulleitung beantragt werden.

Im Verfahren des Umgangs mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten kooperieren die Schulen mit den Mitarbeitern der Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs- und Unterstützungszentren.

Unterlagen für Schulen

  • Protokoll der Klassenkonferenz zum Nachteilsausgleich bei festgestellten Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten in der Primarstufe (Schul320)

  • Protokoll der Klassenkonferenz zum Nachteilsausgleich bei stark ausgeprägten Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten in der
    Sekundarstufe I und II (Schul321)

  • Antrag auf Notenschutz für die Bereiche Lesen und Rechtschreiben
    (Schul322)

  • LRS-Lernentwicklungsbericht/Checkliste
    (Schul325)

  • Übersicht der Antragsunterlagen für das SIBUZ hinsichtlich der Bewertung von Schwierigkeiten im Lesen und/oder Rechtschreiben
    (Schul326)

Infomaterialien für Eltern

Jahrgangsstufen 1 – 6

Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sind nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Sie können in einem ungünstigen Bedingungsgefüge entstehen. Manche Kinder benötigen mehr Zeit zum Erlernen des Lesens und Schreibens und haben einen erhöhten Förderbedarf.

Mit einer passenden, gezielten Förderung lässt sich dieser Entwicklungsrückstand oft aufholen.

Jahrgangsstufen 7 – 13

Festgestellte Lese-Rechtschreibschwierigkeiten bedeuten keine Stigmatisierung. In vielen Fällen lässt sich dieser Entwicklungsrückstand mit einer gezielten, passenden Förderung aufholen.

Die Lehrkräfte der weiterführenden Schule empfehlen Ihnen gern passende Fördermaßnahmen und -materialien für das Üben zu Hause, z. B. Arbeitshefte,
Lernkarteien, Apps oder Lernsoftware.