Der Park am Gleisdreieck – Berlins jüngster Park

Luftbild auf den westlichen Teil vom Park am Gleisdreieck
Mitten in Berlin: der „Westpark“, ein Teil des neuen Parks am Gleisdreieck
Bild: Christo Libuda, Lichtschwärmer

von: Grün Berlin GmbH

Wo früher Eisenbahnzüge verkehrten, erwartet die Besucherinnen und Besucher heute eine Parklandschaft, die die Atmosphäre des modernen, wiedervereinigten Berlins wiederspiegelt. Hier treffen die zeitgenössische Architektur des Potsdamer Platzes auf die markanten Industrie- und Verkehrsbauten des 19. Jahrhunderts, gründerzeitliche Quartiere auf ambitionierten Wohnungsneubau und Gäste der Stadt auf Berlinerinnen und Berliner.

Wer das neue Areal am Gleisdreieck besucht, kann sich kaum vorstellen, dass früher ganz andere Planungen verwirklicht werden sollten. So harmonisch und stadträumlich stimmig wirken Park und umgebende Stadtlandschaft. Und doch sollten hier auf dem Gelände des früheren Anhalter- und Potsdamer Güterbahnhofs ursprünglich umfangreiche Wohnbauvorhaben und Straßenplanungen umgesetzt werden.

Konzeption und Leitidee des Parks

Bildvergrößerung: Sonnenuntergang im Park am Gleisdreieck
Sonnenuntergang im Park am Gleisdreieck
Bild: Julian Lanoo

Die Landschaftsarchitekten und Stadtplaner des Atelier Loidl aus Berlin planten den Kontrast von Weite und Großzügigkeit im Wechsel mit kleinteiligen Angeboten. Die zentralen Rasenpartien umgeben sie mit einem vielfältig nutzbaren „Rahmen“, der Räume für Spiel, Sport, Kommunikation und Erholung enthält. Die Fernbahntrasse der Deutschen Bahn teilt den Park am Gleisdreieck in eine östliche und westliche Parkhälfte, die durch einen Fuß- und Radweg miteinander verbunden sind. Der urbane Westpark orientiert sich mit großzügigen Wegen, Grünstrukturen und den charakteristischen U-Bahnviadukten zum Potsdamer Platz. Multifunktionale Sport- und Spielbereiche, Liege wiesen und eine Sonnenterrasse laden zu unterschiedlichen Freizeit-Aktivitäten ein.

Der Ostpark liegt auf einem künstlichen Plateau, das die frühere Bahngeschichte noch vielerorts erlebbar werden lässt. Diese Parkhälfte ist in gründerzeitliche Quartiere eingebettet und reicht von den Yorckbrücken bis zum Deutschen Technikmuseum. Vor dem Museum befindet sich der zentrale Platz, auf dem Konzerte, Theater oder andere künstlerische Aktionen stattfinden.

Die Differenzierung des Parks in unterschiedliche Räume ist ein wichtiges Gestaltungselement, um einerseits das Bewegungsbedürfnis der Parknutzer zu befriedigen, andererseits aber auch dem vielfach geäußerten Wunsch nach Ruhe, Entspannung und Naturgenuss Rechnung zu tragen. Weil der Fernradweg Berlin-Leipzig durch den Park führt, wurden die Wege für unterschiedliche Geschwindigkeiten ausgelegt: Flanieren und Joggen, Spazierengehen und Skaten oder Radfahren.

Bottum-up-Projekte

Bildvergrößerung: Naturerfahrungsraum im Ostpark am Gleisdreieck
Hätten Sie gedacht, dass Sie hier mitten in der Stadt sind
Bild: Lichtschwärmer

In beiden Parkhälften laden Projektgärten zum Besuch ein. Im Westpark entstand in Kooperation mit den ansässigen Kleingärtnern das Pilotprojekt Gärten im Garten und ein Marktplatz mit einem kleinen Café. Hier trifft man sich zum Fachsimpeln, genießt Kaffee und Kuchen oder kommt mit den Parkbesuchern ins Gespräch.

Im Ostpark befinden sich Berlins erster „Naturerfahrungsraum“ für Kinder und der „Interkulturelle Rosenduftgarten“. Viele Spaziergänger und Anwohner sind regelmäßige Gäste des Gartens, helfen bei der Gartenarbeit oder richten gemeinsame Feste aus.

Ein Park mit Modellcharakter

Vom Wettbewerb über den Planungs- bis hin zum Bauprozess – die Bürgerinnen und Bürger wurden von Anbeginn einbezogen und beteiligt. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit lohnt sich. Der Park wurde um einige Facetten und Projekte reicher und zum festen Bestandteil der Nachbarschaft – als Ort für Sport, Spiel, Entspannung und Kommunikation. Und so hat sich Berlins jüngster Park zu einer der beliebtesten Grünanlagen Berlins entwickelt.

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