Die neuen Lichter der Großstadt

Berlins Straßenbeleuchtung wird modernisiert

von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

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Bild: Linus Lintner Fotografie

Hier leuchten die neuen Elektroleuchten „Jessica“ in Dahlem in der Schorlemer Allee.

Im Berliner Stadtgebiet werden die Gasreihenleuchten durch energiesparende Elektroleuchten ersetzt. Der wesentliche Grund für die Umrüstung ist der hohe Energiebedarf der Gasleuchten. Nur mit deren Ersatz durch eine moderne elektrische Beleuchtung ist das umweltpolitische Ziel Berlins zu erreichen, den Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung in den nächsten Jahren um 30 bis 50 Prozent zu senken.

Elektroleuchten sind wesentlich effizienter und ressourcenschonender als Gasleuchten. Ein Vergleich zeigt dies deutlich: Die 8.000 alten Gasreihenleuchten verbrauchten insgesamt 48,7 Gigawattstunden Energie pro Jahr. Bei gleichem Beleuchtungsniveau verbrauchen elektrisch betriebene Leuchten nur 1,4 Gigawattstunden im gleichen Zeitraum.

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Bild: Linus Lintner Fotografie

Bevernstraße in Kreuzberg: Im Vordergrund eine neue LED-Leuchte und links dahinter eine alte Gasleuchte.

Würde das Gas für die Gasreihenleuchten nicht in Leuchten verbrannt, sondern beispielsweise in einem Heizkraftwerk für die Stromerzeugung verwendet, könnten neben der entstehenden Wärme davon noch rund 100.000 adäquate elektrische Leuchten betrieben werden.

Auch der für die Straßenbeleuchtung anfallende CO2-Ausstoß lässt sich durch den Einsatz der neuen Leuchten beträchtlich reduzieren. Erzeugt eine sechsflammige Gasreihenleuchte gut 1,35 Tonnen CO2 pro Jahr, fallen bei einer Elektroleuchte nur 0,11 Tonnen an, mithin weniger als ein Zehntel. Insgesamt wird der jährliche Ausstoß des umweltschädlichen Treibhausgases so um 9.200 Tonnen reduziert.

Für einen zügigen Austausch der Leuchten sprechen auch die hohen Instandhaltungskosten von gasbetriebenen Leuchten, die sich aus der erheblich höheren Störanfälligkeit und unverhältnismäßig teuren Ersatzteilen zusammensetzen. Je nach Modell sind die Gasreihenleuchten mit vier, sechs oder neun Glühkörpern ausgestattet, die aufgrund ihrer begrenzten Lebensdauer regelmäßig ersetzt werden müssen. Pro Jahr werden für die Anschaffung der für alle Gasleuchten erforderlichen 240.000 Glühkörper gut 1,2 Millionen Euro ausgegeben. Diese sind so teuer, da sie weltweit in der für Berlin benötigten Menge und Qualität nur noch von einem indischen Anbieter hergestellt werden. Zudem traten häufig erhebliche Qualitätsschwankungen und Lieferengpässe auf. Der Zeitpunkt für die Umrüstung ist außerdem günstig, weil viele Leuchten am Ende ihres Lebenszyklus sind und sowieso ausgetauscht werden müssen.

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Bild: Linus Lintner Fotografie

Mit dem Landesdenkmalamt und dem von engagierten Bürgern gegründeten „Gaslicht-Kultur e.V.“ wurde abgestimmt, welche Leuchten erhalten bleiben und nicht umgerüstet werden. So zum Beispiel hier am Rüdesheimer Platz in Friedenau.

Die laufende Umrüstung bezieht sich nur auf Gasreihenleuchten aus den frühen 1950iger Jahren. Diese Leuchten sind stadtgestalterisch von untergeordneter Bedeutung und werden häufig gar nicht als Gasleuchten wahrgenommen. Die Peitschenmasten hingegen prägen das Stadtbild. Sie werden deswegen durch Masten in identischer Form ersetzt. Für die neuen, elektrisch betriebenen Leuchtenköpfe können die alten Masten aus technischen Gründen nicht weiterverwendet werden, da sie weder über einen ausreichenden Korrosionsschutz noch über eine Montageöffnung für den Einbau der elektrischen Einrichtungen verfügen. Deshalb wird eine neue Leuchte in Berlin eingeführt: „Jessica“ – so heißt die neue Leuchte für Berlin. Die Leuchte „Jessica“ wurde im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerbs ausgewählt. Das anspruchsvolle Design führt die schlanke, geschwungene Form des Peitschenmastes elegant fort. Der Jessica-Leuchtenkorpus besteht aus hochwertigem Aluminiumdruckguss, Edelstahl, Einscheiben-Sicherheitsglas und ist mit einem Kniehebelverschluss für die werkzeuglose Wartung ausgestattet. Betrieben wird die Leuchte mit einem modernen Leuchtmittel – energiesparend, effizient und nachhaltig.

Die Leuchte kann an unterschiedlichen Masten befestigt werden und passt durch ihre schlichte Form auch zu anderen im Stadtraum vorhandenen Leuchten. Die Umrüstung wird sich in rund neun Jahren amortisiert haben, das Land Berlin gewinnt mit dieser Maßnahme an 8.000 Standorten neue Leuchten, die kostengünstig und mit wenig Wartungsaufwand zu betreiben sind. Dadurch werden mehr als drei Millionen Euro Betriebskosten pro Jahr eingespart. Und bei allen Umrüstungsmaßnahmen bleibt der Eindruck des Stadtbildes auf jeden Fall erhalten.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
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