Der Guatemala-Transfer
Kennkarte von Elly May
Bild: Billy Meyer
Elly und Bruno May
Bild: Billy Meyer
Die Nazibehörden gewahrten keine direkte Entschädigung, boten aber an, ihm den Verkauf seines Unternehmens zu erleichtern, indem sie den Erwerbern eine Ausreisebewilligung zusicherten. Für ein solches Geschäft konnten nur Juden in Frage kommen.
Die Gestapo legte strengste Richtlinien für die Durchführung der Übertragung und die Auswahl der Teilnehmer fest: Sie mussten das 65. Lebensjahr vollendet haben, nur in Ausnahmenfallen wurden jüngere Teilnehmer zugelassen. Zudem wurde die Teilnahmesumme mehrfach erhöht, im Fall von Bruno und Elly May zum Beispiel von 100.000 auf 235.000 Reichsmark.
Die Mays hatten durch ihren Anwalt von der Unternehmung erfahren. Angesichts schwindender Möglichkeiten zur Emigration unterzeichneten sie im Januar 1942 widerstrebend die Vereinbarung. Sie traten damit einer kleinen Gruppe von Juden aus Berlin bei, die beträchtliche Geldbetrage hinterlegten. Im Austausch erhielten sie vage Versprechungen von der Übernahme des Lederunternehmens in Guatemala und die Zusage, vor der Deportation geschützt zu sein.
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Amelie Müller