Berlin elektrisiert - Hauptstadtregion will Leitmetropole für Elektromobilität werden

von Gernot Lobenberg, Berliner Agentur für Elektromobilität

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Bild: Dirk Lässig, Berlin Partner

Zwei Smarts der Berliner Agentur für Elektromobilität

Am 29. Januar 1886 meldete Carl Benz das Patent für das erste mit Verbrennungsmotor betriebene Motorfahrzeug an. Was aber viele nicht wissen: Die Elektromobilität ist ebenfalls eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert. Fünf Jahre zuvor, 1881, baute Gustave Trouvé das erste Elektromobil, den „Trouvé Tricycle“. Das Elektromobil ist also keine neue Idee, es ist so alt wie das Automobil selbst. Die Elektromobilität erlebte bis Mitte der 1920er Jahre eine erste Blütezeit. Weltwirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg setzten den Anfangserfolgen dann ein jähes Ende. Von da an führte die Elektromobilität ein Nischendasein. Seit Mitte der 1990er Jahre erlebt die Elektromobilität aber eine große Renaissance.

Das wollen wir für Berlin-Brandenburg nutzen. Die Hauptstadtregion will die Leitmetropole der Elektromobilität werden. Hier soll die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Anwendung und Ausbildung abgebildet werden.

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Bild: Dirk Lässig, Berlin Partner

Nicht nur Elektroautos, auch Pedelecs (Elektrofahrräder) sind unterwegs in Berlin

Die Voraussetzungen sind sehr gut: Berlin ist die Visitenkarte Deutschlands, ist Sitz der Bundesregierung, von Botschaften und zahlreicher Unternehmen und Verbände. Berlin- Brandenburg ist Spitzenreiter bei umweltfreundlichen Verkehrsmitteln mit einem sehr guten öffentlichen Personennahverkehrs-Netz. Fast jeder zweite Berliner Haushalt besitzt keinen eigenen Pkw. Bereits heute haben wir eine zukunftsfähige Energieerzeugung und -versorgung, die weiter ausgebaut und optimiert wird. Brandenburg wird im Jahr 2020 seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken. Zu guter Letzt verfügt die Hauptstadtregion über renommierte Einrichtungen in Bildung und Forschung. An der TU Berlin gibt es beispielsweise 21 Lehrstühle im „Forschungsnetzwerk Elektromobilität“.

Und der Erfolg gibt unserer Einschätzung recht. Am 3. April 2012 gab die Bundesregierung bekannt, dass Berlin-Brandenburg eines von vier „Schaufenstern der Elektromobilität“ in Deutschland wird. Für uns ist das ein ganz wichtiges Signal. Die vier Schwerpunkte „Fahren“, „Laden“, „Speichern“ und „Vernetzen“ werden die Leitbilder unseres „Internationalen Schaufensters der Elektromobilität“ sein.

Wir stehen am Anfang einer intensiven Entwicklung. Wir haben über 70 ganz unterschiedliche Projekte für das Schaufenster geplant. Ein für den Bürger und Touristen besonders sichtbares Projekt wird eine rein batterieelektrisch betriebene Buslinie vom Hauptbahnhof mitten durch die östliche Berliner City zum Ostbahnhof sein. Die Busse werden an den Endhaltestellen induktiv, das heißt kabellos, von unten mit Strom versorgt. Aber auch Pedelecs (Elektrofahrräder) für Pendler zwischen Brandenburg und Berlin werden im Schaufenster vertreten sein. Dazu sollen Flotten von Kommunen, Bezirken, Ländern und Unternehmen zunehmend elektrisch fahren.

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Bild: Sebastian Knoth, Bundesverband eMobilität

Hier tanken die Autos an der „E-Tankstelle“

Schon jetzt sind in Berlin und Brandenburg viele Projekte sichtbar. Mit den „Orten der Elektromobilität“ am Potsdamer Platz, am Gasometer in Schöneberg sowie dem „Erlebnis- und Bildungsort Elektromobilität“ auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof haben wir drei prominente Orte konzipiert, wo das Thema Elektromobilität sowohl für das Fachpublikum als auch für die breite Öffentlichkeit „erfahrbar“ wird.

An der Erarbeitung und Umsetzung dieses ehrgeizigen Schaufenster- Konzeptes arbeiten wir, die Ende 2010 gegründete Berliner Agentur für Elektromobilität, zusammen mit unseren rund 250 Projektpartnern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit Nachdruck. Mit Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel, VW, Citroen, Fiat, Mitsubishi, Peugeot, Renault, Nissan, Toyota und Volvo beteiligen sich 14 globale Automobilmarken und damit neun der zehn größten Autohersteller der Welt, darunter alle großen deutschen Hersteller. Dazu kommen mit Bosch, Continental, Siemens und Deutsche Bahn Branchenführer in Automobilzulieferung, Energietechnik, Infrastruktur und Transport. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe dürfen hier nicht fehlen. Drei der vier großen deutschen Energieversorger – E.ON, RWE und Vattenfall – sind ebenso mit von der Partie wie die global agierenden Logistikunternehmen DHL, Hermes und UPS. Mit Vodafone, Nokia und Capgemini beteiligen sich drei namhafte IT- und Kommunikationsunternehmen.

Elektromobilität fasziniert und begeistert, ist nachhaltig und macht Sinn. Und für Berlin-Brandenburg ist die Elektromobilität eine großartige Chance, ein führender Industriestandort in einer Zukunftsbranche zu werden.


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