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Gutachten zum Engelbecken

Auf Anregung der Bezirksverordnetenversammlung (siehe auch Drucksache Nr. 1350/V) wurden vom Umwelt- und Naturschutzamt zwei Gutachten zum Engelbecken beauftragt:

Analyse Wasser und Boden

Wasseruntersuchung am Engelbecken
Bild: BA Mitte

Die 2019 durchgeführte Untersuchung zu Wasser und Boden ergab eine Schlammhöhe von im Mittel ca. 20 cm bei ungleicher Verteilung. Der Zuwachs des Schlammes beträgt im Jahr ca. 1 cm.

Im Schlamm wurde eine nicht unerhebliche Schadstoffbelastung nachgewiesen mit Überschreitungen der Grenzwerte nach LAGA 20 „Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen/Abfällen“ (Zuordnungswerte Z2 und >Z2), insbesondere bei Blei, Kupfer und PAK (Polyaromatischen Kohlenwasserstoffen). Mit Zuordnungwerten von > Z2 wird der Schlamm als gefährlicher Abfall eingestuft und müsste bei einer Entsorgung bei der Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin angemeldet und gesondert überwacht werden.

Schadstoffe im engeren Sinne sind im freien Wasser nicht relevant, sondern überwiegend im Substrat (Sediment) gebunden. Der Wert für Blei liegt aber deutlich über dem Grenzwert nach Trinkwasserverordnung. Es besteht zudem eine mäßige Belastung durch coliforme Keime, die Indikatororganismen für die sanitäre Qualität des Wassers sind (Ursachen: Wasservögel, Hundekot).

Weiterhin zeigte sich ein extrem nährstoffreicher („polytropher bis hypertropher“) Zustand des Gewässers mit einem hohen biochemischen Sauerstoffbedarf und geringen Sichttiefen.

Gutachten zu Geologie und Hydrologie

Beprobung des Engelbeckens
Bild: BA Mitte

Die Untersuchungen zur Geologie/Hydrologie des Engelbeckens wurden Ende 2020 abgeschlossen. Im Rahmen dieses Gutachtens wurden im Verlauf eines Jahres Rammkernsondierungen durchgeführt (vier Bohrungen außerhalb und vier Bohrungen innerhalb des Beckens), die Sondierkerne labortechnisch untersucht, monatliche Pegelmessungen vorgenommen und das oberirdische Einzugsgebiet des Engelbeckens ermittelt.

Es konnte bestätigt werden, dass der Wasserstand im Engelbecken unmittelbar grundwasserabhängig ist. Die ehemalige Tondichtung ist noch reliktisch vorhanden, aber funktionslos. Die ermittelten Grundwasserstände im direkten Umfeld des Engelbeckens, der Wasserspiegel im Beckens selbst sowie die Pegelstände der von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz unterhaltenen Messstationen im Umfeld korrespondieren im Jahreslauf. Kleinere Abweichungen nach oben sind auf kurzzeitige Niederschlagsereignisse zurückzuführen, die sich aber immer wieder mit dem allgemeinen Grundwasserhorizont ausnivellieren.

Damit ist das Engelbecken als stehendes Gewässer 2. Ordnung im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes einzustufen, für das gemäß Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ein guter ökologischer Zustand herzustellen ist.

Auswertung der Gutachten

Engelbecken
Bild: BA Mitte

Die beiden 2019 und 2020 durchgeführten Fachgutachten ergaben eine extrem überhöhte Nährstoffbelastung im Engelbecken. Ermittelt wurden sehr viel höhere Phosphorwerte als in anderen (auch schon belasteten) Berliner Gewässern. Phosphat gelangt primär durch die permanente Fütterung und Ausscheidungen der Wassertiere ins Engelbecken. Der Überschuss an Phosphaten im freien Wasser ist der Hauptgrund für die starke Algenentwicklung von Phytoplankton / Schwebealgen (Algenblüten) und die Trübung des Wassers.

Dies zieht eine Beeinträchtigung der gesamten Gewässerbiozönose nach sich. Von am Gewässergrund „gründelnden“ karpfenartigen Friedfischen wird Phosphat immer wieder remobilisiert und in den Kreislauf gebracht – dies überfordert die biologische Selbstreinigungskraft des flachen Gewässers. Filtrierende Kleinkrebse / Wasserflöhe, die sich von den Algen ernähren (Zooplankton), werden stark durch die massenhaft vorkommenden Friedfische dezimiert.

Der Abbau der im Wasser vorhandenen organischen Stoffe führt zu einem hohen Sauerstoffbedarf und damit zur Gefahr eines „Umkippens“ des Gewässers und eines sommerlichen Fischsterbens.

Das nachfolgende Schema zeigt vereinfacht die Nahrungsbeziehungen in einem nährstoffreichen, aber intakten Gewässer:

Nahrungsbeziehungen im intakten nährstoffreichen Gewässer (vereinfacht)
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt Mitte

Die Nahrungsbeziehungen im Engelbecken sind jedoch gestört. Insbesondere die rot markierten Bestandteile sind aus dem Gleichgewicht geraten:

Nahrungsbeziehungen im Engelbecken (rot = aus dem Gleichgewicht)
Bild: Umwelt- und Naturschutzamt Mitte

Präsentation der Ergebnisse

Im Folgenden steht die Präsentation zum Download zur Verfügung, mit der die Ergebnisse der Gutachten vom Umwelt- und Naturschutzamt am 26.01.2021 im Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Grünflächen öffentlich vorgestellt wurden (siehe hierzu auch der Schlussbericht zur Drucksache Nr. 1350/V).

Weiterhin kann die Präsentation des Umwelt- und Naturschutzamtes zum Anwohner*innengespräch am 09. März 2021 abgerufen werden, die die Ergebnisse der Gutachten hinsichtlich des Fischbestandes und der Notwendigkeit einer Befischung auswertet.

Die vollständigen Gutachten können auf Anfrage beim Umwelt- und Naturschutzamt Mitte eingesehen werden.

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Präsentation der Gutachten am 26.01.2021 im Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Grünflächen

PDF-Dokument (4.8 MB) Dokument: Umwelt- und Naturschutzamt Mitte

Präsentation der Gutachtenergebnisse und Auswertung hinsichtlich des Fischbestandes beim Anwohner*innengespräch am 09. März 2021

PDF-Dokument (3.0 MB) Dokument: Umwelt- und Naturschutzamt Mitte