Der 19. November steht jährlich im Zeichen des internationalen Männertags – ein Tag, um u.a. auf das Thema Männer- und Jungengesundheit und damit zusammenhängende Problemlagen aufmerksam zu machen. Ganz in diesem Sinne wollen auch wir genauer hinschauen und haben ausgewählte Eckdaten zur gesundheitlichen Lage von Jungen und Männern im Bezirk Mitte zusammengestellt.
Internationaler Männertag 2025
Knapp 205.000 Jungen und Männer leben im Bezirk Mitte
Zum Stichtag 31.12.2024 lebten insgesamt 204.542 Jungen und Männer im Bezirk Mitte. Mit einem Anteil von 51,5% an der Gesamtbevölkerung zeigt sich in Mitte ein leichter Männerüberschuss und gleichzeitig der berlinweit höchste Anteil männlicher Bevölkerung. Jungen und Männer sind vor allem im jüngeren und mittleren Lebensalter – insbesondere zwischen 30 und 65 Jahren – in der Überzahl, während im höheren Lebensalter der Anteil an Frauen über dem der Männer liegt.
Männer schätzen ihre Gesundheit subjektiv besser ein, sind aber objektiv häufiger krank
Eigenen Auskünften zufolge fühlen sich Männer gesünder und empfinden eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität als Frauen. Sie nehmen somit seltener körperliche, seelische oder funktionale Beeinträchtigungen im Alltag wahr (RKI 2014). Objektiv sind Männer allerdings häufiger krank, wie z.B. Daten der Krankenhausdiagnosestatistik zeigen. Demnach werden in Mitte lebende Männer häufiger im Krankenhaus behandelt als Frauen, z.B. aufgrund von Erkrankungen des Kreislauf-, Atmungs- oder Verdauungssystems. Auch Behandlungen im Krankenhaus aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen sowie Neubildungen sind bei Männern in Mitte häufiger als bei Frauen. In der Literatur wird diese Diskrepanz u.a. mit einem anderen Umgang mit Gesundheit und Krankheit erklärt, indem z.B. Krankheitsanzeichen von Männern länger ignoriert werden und Gesundheit auch dann noch als gegeben angesehen wird, wenn bereits objektive Verschlechterungen eingetreten sind, allerdings soziale und berufliche Erwartungen noch erfüllt werden können (RKI 2014).
Männer in Mitte sterben 1,8-mal häufiger vorzeitig als Frauen
Ein zwischen 2019 und 2021 in Mitte geborener Junge hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78 Jahren. Er stirbt damit im Schnitt 5,4 Jahre früher als ein im selben Zeitraum im Bezirk Mitte geborenes Mädchen. Auch im Vergleich zu in anderen Bezirken geborenen Jungen unterscheidet sich die Lebenserwartung. Beispielsweise leben in Steglitz-Zehlendorf geborene Jungen durch-schnittlich 2,6 Jahre länger als in Mitte, während Jungen aus Lichtenberg durchschnittlich 0,5 Jahre früher versterben. Im Bezirksvergleich rangiert Mitte damit im Mittelfeld. Im Zeitvergleich hat sich die Lebenserwartung erhöht. Einem zwischen 2009 und 2011 in Mitte geborenen Jungen wurde noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 75,9 Jahren prognostiziert (SenGS 2012/2013). In den letzten 10 Jahren hat sich die Lebenserwartung von Jungen im Bezirk somit um 2,1 Jahre erhöht.
Geschlechtsunterschiede zeigen sich auch bei der vorzeitigen Sterblichkeit, also dem Versterben vor Erreichen des 75. Lebensjahres. Von 100.000 Männern sterben in Mitte im Schnitt 398 vorzeitig. Bei den Frauen sind es mit 225 deutlich weniger. Männer sterben somit 1,8-mal häufiger vorzeitig als Frauen. Im Bezirksvergleich platziert sich Mitte auf Rang 9 mit höheren vorzeitigen Sterberaten in Spandau, Lichtenberg, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg, während in allen anderen Bezirken weniger Männer vor Erreichen des 75. Lebensjahres versterben. Im Vergleich zu Steglitz-Zehlendorf mit der günstigsten Ausprägung versterben in Mitte 1,4-mal so viele Männer vorzeitig.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen verursachen die meisten männlichen Todesfälle
Die meisten Männer (wie auch Frauen) in Mitte versterben aufgrund von Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems sowie an bösartigen Neubildungen (Krebs). Mehr als die Hälfte der männlichen Todesfälle gehen auf eine dieser beiden Erkrankungsgruppen zurück. Häufige Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind dabei koronare Herzkrankheiten, die sich z.B. im Herzinfarkt manifestieren, Herz-Rhythmus-Störungen, worunter z.B. das Vorhofflimmern fällt, oder die Herzinsuffizienz (Deutsche Herzstiftung 2025). Bei den Krebsneuerkrankungen sind bei Männern am häufigsten die Prostata, die Bronchien und Lungen oder der Darm betroffen (Klinisch-Epidemiologisches Krebsregister Brandenburg-Berlin 2022). Auf Rang drei und vier der häufigsten Todesursachen folgen Krankheiten des Atmungssystems sowie Symptome oder Befunde, die nicht klassifiziert werden können, für die also keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann oder die nicht spezifisch genug sind, um sie einem bestimmten Diagnosekapitel zuzuordnen. Dies geschieht beispielsweise, wenn Personen im häuslichen Umfeld versterben und die hinzugezogenen Ärztinnen und Ärzte keine oder kaum Informationen über die bisherige Krankheitsgeschichte haben. Auf Rang fünf folgen Verletzungen, Vergiftungen oder andere Zustände, die durch äußere Ursachen entstanden sind. Im Vergleich zu Frauen zeigt sich bei den drei häufigsten Todesursachen die gleiche Rangfolge, wobei Männer seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dafür aber etwas häufiger an bösartigen Neubildungen und Krankheiten des Atmungssystems versterben als Frauen. Auch nicht näher klassifizierte Todesursachen sind bei Männern häufiger als bei Frauen, bei denen diese Diagnosegruppe erst auf Rang sechs der häufigsten Todesursachen gelistet ist (Bezirksamt Mitte 2025).
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Quellennachweise
- Abgeordnetenhaus Berlin (2025): Schriftliche Anfrage zum Thema Gewalt gegenüber Obdachlosen in Berlin 2024. Drucksache 19 / 21 569. https://pardok.parlament-ber-lin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-21569.pdf (zuletzt geprüft am 21.10.2025).
- Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2023): Statistischer Bericht K III 1 – 2j / 23. Schwerbehinderte Menschen im Land Berlin 2023. CC BY 3.0 DE. https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/k-iii-1-2j (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2024): Statistischer Bericht A IV 10 – j/23. Gestorbene nach Todesursachen im Land Berlin 2023. CC BY 3.0 DE. https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/a-iv-10-j (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Berliner Stadtmission (o.J.): Obdachlos in Berlin – FAQs. https://www.berliner-stadtmission.de/faq-obdachlos-in-berlin (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Bezirksamt Mitte von Berlin (2025): Internationaler Frauentag 2025. Wissenswertes aus der Gesundheitsberichterstattung. https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinhei-ten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-des-oeffentlichen-gesundheitsdienstes/gesundheits-und-sozialberichterstattung/artikel.1534393.php (zuletzt geprüft am: 27.10.2025).
- Bezirksamt Mitte von Berlin (2021): LISA II Studie in Berlin-Mitte. Lebensqualität, Interessen und Selbstständigkeit im Alter. Berlin.
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (2022): Daten und Fakten zur Männergesundheit in Deutschland. https://www.bioeg.de/fileadmin/user_upload/Programme/2022-06_maennergesundheit_faktenblatt.pdf (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V. (2025): 2. Gesundheitsbericht zur medizinischen und zahnmedizinischen Versorgung obdachloser und/oder nicht krankenversicherter Menschen in Berlin. https://www.obdachlosigkeit-macht-krank.de/media/attachments/2025/04/30/cv-gesundheitsbericht-2025-web.pdf (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Charité – Universitätsmedizin Berlin (2024): Zur gesundheitlichen und sozialen Lage von Menschen in Wohnungslosigkeit in Berlin-Mitte. Ergebnisse einer retrospektiven Sekundärdatenanalyse der Jahre 2006 bis 2020 (Studienbericht Teil 1). https://medizinsoziologie-reha-wissen-schaft.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc01/medizinsoziologie-reha-wissen-schaft/Dateien_Forschung/Versorgungsforschung/Studienbericht_GIG1_2023.pdf (zuletzt geprüft am 21.10.2025).
- Deutsche Herzstiftung e.V. (2025): Deutscher Herzbericht. Update 2025. https://epaper.herzstiftung.de/#0 (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) (2024): Statistik Arbeitsunfallgeschehen 2023. https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/4990 (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Karlsruher Institut für Technologie (KIT) (2024): Wie fit sind Kinder und Jugendliche in Deutschland? Die MoMo-Studie. Karlsruhe.
- Klinisch-Epidemiologisches Krebsregister Brandenburg-Berlin (2024): Klinischer Bericht für den Behandlungsort oder Wohnort Berlin. https://kkrbb.de/behandlungsort-berlin/ (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Olderbak, S./Rauschert, C./Möckl, J. et al. (2023). Epidemiologischer Suchtsurvey 2021. Substanzkonsum und Hinweise auf substanzbezogene Störungen in Berlin [Abschlussbericht]. München: IFT Institut für Therapieforschung.
- Polizei Berlin (2024): Verkehrssicherheitslage 2024 in Berlin. https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/verkehrssicherheit/verkehrsunfallstatistik (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Pöge, K./Dennert, G./Koppe, U. et al. (2020): Die gesundheitliche Lage von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen. Journal of Health Monitoring 2020 5(S1).
- Richter, A./Schienkiewitz, A./Starker, A. et al. (2021): Gesundheitsfördernde Verhaltensweisen bei Erwachsenen in Deutschland – Ergebnisse der Studie GEDA 2019/2020-EHIS. Journal of Health Monitoring 2021 6(3).
- Robert Koch-Institut (RKI) (2014): Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin.
- Robert Koch-Institut (RKI) (2012): Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell 2010«. Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes. RKI, Berlin.
- Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) (2024): Zahlen, Daten, Fakten. Wohnungslose Menschen in Berlin (2024). https://www.berlin.de/sen/soziales/besondere-lebenssituatio-nen/wohnungslose/statistik/#headline_1_19 (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) (2022): Gender Datenreport 2022. (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Senatsverwaltung für Inneres und Sport (SenIS) (2018): Sportstudie Berlin 2017. Untersuchung zum Sportverhalten. https://www.berlin.de/sen/inneres/sportmetropole-ber-lin/veroeffentlichungen/20181114_sportstudie-berlin-2017.pdf (zuletzt geprüft am: 21.10.2025).
- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen (SenSBW) (2024): PRISMA, Einwohnerbestand in Altersjahren, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg – Abgestimmter Datenpool (abgerufen am: 21.10.2025), CC BY 3.0 DE.
- Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (SenWGP) (2024): Suchthilfestatistik 2023. Jahresbericht zur aktuellen Situation der Suchthilfe in Berlin. https://www.berlin.de/lb/drogen-sucht/service/statistiken-und-berichte/ geprüft am: 21.10.2025).
- Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales (SenGS) (2012/2013): Bezirksprofil Mitte. Berlin.
Datenzusammenstellung als Faktenblatt
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Internationaler Männertag 2025. Wissenswertes aus der GBE
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