Drucksache - 1828/V  

 
 
Betreff: Feierliche Zusammenkunft und Informationsveranstaltung an der Marienkirche zum Judenpogrom von 1510
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Bildung und KulturBezirksamt Mitte von Berlin
   
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
16.05.2019 
27. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
20.06.2019 
28. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin (mit LIVE-STREAM und Verleihung der Bezirksverdienstmedaille)      

Sachverhalt
Anlagen:
1. Ausschussantrag BiKu vom 10.04.2019
2. Austauschblatt BKu vom 13.05.2019
3. Beschluss vom 16.05.2019
4. VzK ZB vom 11.06.2019

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

 

(Text siehe Rückseite)


Bezirksamt Mitte von Berlin 05.06.2019

Abt. Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen 33500

BezirksverordnetenversammlungDrucksache Nr.: 1828/V

Mitte von Berlin


Vorlage - zur Kenntnisnahme -

Feierliche Zusammenkunft und Informationsveranstaltung an der Marienkirche zum Judenpogrom von 1510

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 16.5.2019 folgende Anregung an das Bezirksamt beschlossen (Drucksache Nr. 1828/V):

 

Das Bezirksamt Mitte wird ersucht zu prüfen und ggf. hierzu einzelne Schritte bereits umzusetzen, wie möglichst im direkten zeitlichen Zusammenhang mit dem Jahrestag am 19. Juli 2019 eine feierliche Zusammenkunft und Informationsveranstaltung an der Marienkirche zum Judenpogrom von 1510 veranstaltet werden kann. Diese Feier soll künftig jährlich an diesen Ort, an der zu errichtenden Gedenktafel (siehe DS 1425/V) stattfinden.

 

Dem Ausschuss für Bildung und Kultur ist schnellstmöglich, spätestens aber noch vor der Sommerpause über die Machbarkeit im Allgemeinen und mögliche Formen dieser feierlichen Zusammenkunft zu berichten, um eine Realisierung schon in Verbindung mit dem 19. Juli 2019 zu ermöglichen.

 

Das Bezirksamt hat am 11.06.2019 beschlossen, der Bezirksverordnetenver-sammlung dazu Nachfolgendes als Zwischenbericht zur Kenntnis zu bringen:

 

Das Bezirksamt plant im direkten zeitlichen Zusammenhang mit dem Jahrestag des Judenpogroms am 19.7. an dessen Vorabend, d.h. am 18.7.2019, in der Seiten-kapelle der Kirche St. Marien eine informativ-diskursive  Abendveranstaltung zur Erinnerung an das Ereignis von 1510 in Form einer historisch-kritischen Reflexion und lädt zu einem Fachvortrags mit anschließender Podiumsdiskussion mit Historiker*innen ein.

 

Als einführender Redner hat der Berliner Historiker und Mittelalterspezialist Prof. Dr. Felix Escher zugesagt, der die historische Situation und das damalige Verständnis von Rechtsprechung in Berlin-Brandenburg als Grundlage des Judenpogroms von 1510 darlegen und die Bedeutung des Geschehens für die damalige Stadtgesellschaft nachzeichnen wird.

 

Im Anschluss an den Vortrag werden Formen des Antisemitismus und Antijudaismus in Berlin und Deutschland vor und nach dem Holocaust diskursiv in Bezug gesetzt.

In einer Diskussion mit geladenen Gästen wird nach der Bedeutung dieses mehr als 500 Jahre zurückliegenden Ereignisses für das kollektive Gedächtnis Berlins und die Auseinandersetzung mit Antisemitismus heute gefragt.

 

Künftige Formen des Erinnerns an das Ereignis im Umfeld der Marienkirche und des Neuen Markts als historischem Ort hält das Bezirksamt auch in Abweichung von klassischen Formaten für denkbar. Die Situation, die entsteht, wenn 2020 eine Gedenktafel angebracht werden soll, wird - zumal im Hinblick auf den konkreten Ort der Anbringung und ihre konkrete Gestalt - die Planung einer solchen Veranstaltung voraussichtlich stark beeinflussen und ist daher noch nicht absehbar.

 

Angemerkt sei, dass Veranstaltungen des Bezirksamts Mitte einen informierenden, aufklärenden und reflektierenden Charakter haben und nicht auf Formen sakraler Veranstaltungen zurückgreifen oder solche einbeziehen können.

 

Sollte die Veranstaltung verstetigt werden, muss für die Folgejahre eine entsprechende Berücksichtigung im Haushalt erfolgen.

 

 

A)    Rechtsgrundlage:

§ 36 i.V.m. §13 BezVG

B)    Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung 

  1.   Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben:

Für Redner, Raumnutzung, Bewerbung und Organisation der Veranstaltung 2019 ist mit Honoraren, Mieten und Druckkosten in Höhe von voraussichtlich 5.000 € zu rechnen.

     b. Personalwirtschaftliche Auswirkungen:

keine

Berlin, den           .        .2019

Bezirksbürgermeister von DasselBezirksstadträtin Weißler

 
 

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