Stolpersteine Ludwigkirchplatz 12

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Hauseingang Ludwigkirchplatz 12
Bild: Dr. Christiane Timper

Die Stolpersteine für Vera Nathan und Adolph Welsch wurden am 29.03.2008 verlegt.

Der Stolperstein für Leonhard Holz wurde am 09.04.2009 verlegt.

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Stolperstein für Vera Nathan
Bild: Stolpersteine-Initiative CW, Timper

HIER WOHNTE
VERA NATHAN
JG. 1898
DEPORTIERT 14.11.1941
MINSK
ERMORDET

Vera Nathan, geboren am 27.08.1898 in Berlin wurde am 14.11.1941 nach Minsk deportiert und ermordet.

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Stolperstein für Adolph Welsch
Bild: Dr. Christiane Timper

HIER WOHNTE
ADOLPH WELSCH
JG. 1892
DEPORTIERT 27.11.1941
RIGA
ERMORDET 30.11.1941

Adolph Welsch, geboren am 01.12.1892 in Hamburg, wurde am 27.11.1941 nach Riga deportiert und dort am 30.11.1941 ermordet.

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Stolperstein für Leonhard Holz
Bild: Wolfgang Knoll

HIER WOHNTE
LEONHARD HOLZ
JG. 1882
FLUCHT NACH FRANKREICH
AUS DRANCY
DEPORTIERT 1944
AUSCHWITZ
FLOSSENBÜRG
ERMORDET 1945

Leonhard Holz wurde am 11.Juli 1882 in Berlin geboren. Er stammte aus einer jüdischen Familie. 1910 nach dem Jurastudium wurde er als Rechtsanwalt beim Berliner Landgericht zugelassen. Von 1914 bis 1918 war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Er wurde verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Holz war Mitglied der SPD und war Stadtverordneter von 1920–1921. Er wurde in der Weimarer Republik als Notar bestellt, was im Kaiserreich nicht möglich gewesen wäre, spezialisierte sich auf Mietrechtsfragen und veröffentlichte zu diesem Thema einige Schriften. Am 30. April 1933 wurde er im Berliner Landgericht von einem SA-Kommando die Treppe hinuntergeworfen und misshandelt. Mitte Mai 1933 floh er mit seiner zweiten Frau Paula nach Paris, wo er nach einem Zusatzstudium wieder als Rechtsanwalt arbeiten konnte.
Herta Holz, die erste Frau von Leonhard, und die Tochter Ilse emigrierten ebenfalls nach Paris. Ilse wanderte mit ihrem Mann nach Kolumbien aus. Am 16. März 1939 wurden Leonhard und die 1935 – offenbar von den deutschen Behörden unbemerkt – in Paris verstorbene Paula Holz vom Deutschen Reich ausgebürgert und ihr in Berlin verbliebenes Vermögen eingezogen. Holz und seine erste Frau wurden 1940 in Frankreich interniert und im März 1944 über das Sammellager Drancy bei Paris ins KZ Auschwitz deportiert.

Herta Holz schrieb an ihre Tochter Ilse am 16. März 1944:

Mein geliebtes Kind, Vati und ich treten heute den schwersten Weg unseres Lebens an. Am 7. d. M. hat man Vati und all‘ die anderen von ‚uns‘ geholt, um sie zur Arbeit im Kriegsgebiet zu verwenden … Wir gehen zuerst ins deutsche Arbeitscamp nach Drancy, von dort – – – ? Sollten wir nicht lebend herauskommen, so wisse, dass wir Dich unendlich geliebt haben und dass Du unser letzter Gedanke sein wirst mit Deinem Mann und Deinem Kind oder Deinen Kindern. Wie schade, dass ich mein Enkelkind nicht auf dem Arm halten konnte. […] Meine Gedanken, meine Liebe ist bei Euch und Vati umarmt Euch tausendmal. Ich küsse Deine Augen, Musch. Dir lieber Lazy und Dir kleine Miryam mein ganzes Herz.

Herta Holz wurde in Auschwitz ermordet. Leonhard Holz wurde Ende Januar 1945 von Auschwitz in das KZ Mauthausen und von dort am 3. März 1945 in das KZ Flossenbürg transportiert, wo er ermordet wurde.

Biografische Zusammenstellung: Verein Aktives Museum e. V.

Dieser Stolperstein ist Teil einer Gruppe von 8 Stolpersteinen, die auf Initiative des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. von Erika Albers, Ursula und Winfried Büchau, Myriam von Oppen, Monica und Oliver Puginier, Monika Richarz, Ingrid Schmidt und André Schmitz gespendet und am 9.4.2009 verlegt wurden. Mit diesen Stolpersteinen wird an Berliner Stadtverordnete erinnert: