Die Geschichte des Ortes Schmargendorf

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Schmargendorf, Breite Straße 1925; Foto: Landesbildstelle
Bild: Foto: Landesbildstelle

Der 1354 erstmals erwähnte Ort Schmargendorf erhielt 1899 den Status eines selbständigen Amtsbezirks. Bei der Bildung Groß-Berlins 1920 wurde die Gemeinde Schmargendorf (11.581 Ew.) mit der Großstadt Wilmersdorf und der Gemeinde Grunewald zum 9. Bezirk Wilmersdorf verbunden.

Als das Rathaus Schmargendorf 1900-02 gebaut wurde, war das Dorf ein kleiner aber schnell wachsender Ort mit nicht viel mehr als 2.000 Einwohnern, der aber als Ausflugsziel am Grunewald mit vielen Gaststätten bekannt geworden war, vor allem seit Eröffnung des Ringbahnhofs Schmargendorf 1883 (heute Heidelberger Platz ). Rainer Maria Rilke , der von 1898 bis 1900 mit Lou Andreas-Salomé in der “Villa Waldfrieden” an der Hundekehlestr.11 lebte, beklagte sich über den Lärm aus den nahen Gartenlokalen. Die Gemeinde war vor allem durch die Umsatzsteuer aus Grundstücksverkäufen der Bauern reich geworden, unter anderem für den Ausbau des Hohenzollerndamms seit 1899 zum breiten Boulevard nach dem Muster des Kurfürstendammes .

Der Name “Schmargendorf” entstand aus “Margrevendorf = Markgrafendorf”. Bereits im 15. Jahrhundert hatten die von Wilmersdorffs Besitz in Schmargendorf.

Literatur:
Frisch, Helga: Schmargendorf – Vom Bauerndorf zum noblen Ort im Westen Berlins, Berlin 2012

s. auch Schmargendorf