Drucksache - 0595/V  

 
 
Betreff: Nachhaltige Betreuung durch die Schuldnerberatung würdigen und Prävention ausbauen
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenBezirksverordnetenversammlung Mitte
Verfasser:Ochse, Kociolek, Kurt 
Drucksache-Art:AntragBeschluss
   Beteiligt:Fraktion DIE LINKE
   Fraktion der SPD
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
20.07.2017 
9. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   

Sachverhalt
Anlagen:
1. Antrag Grüne vom 11.07.2017
3. Version vom 11.07.2017
4. Beschluss vom 20.07.2017

Das Bezirksamt wird ersucht, sich gegenüber den zuständigen Stellen für eine andere Mengenzählung bei den Schuldnerberatungen einzusetzen. Auch sind die Angebote der bezirklichen Schuldnerberatung zu sichern und auszubauen. Das Bezirksamt soll sich in diesem Sinne gegenüber der Landesebene dafür einsetzen, dass die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden für eine Verstärkung präventiver Angebote insbesondere r junge Menschen sowie eine Intensivierung der Schuldnerberatung im Kontext der sozialintegrativen Leistungen für junge Menschen im Bereich der Jugendberufsagentur.

 

Begründung:

Derzeit wird ausschließlich nur die absolute Anzahl der Kundenkontakte bei der Schuldnerberatung gezählt. Die Schuldnerberatungen sind mit dem jetzigen System gehalten, möglichst viele Personen möglichst schnell „abzufertigen“, um entsprechende Mengen zu schreiben. Tatsächlich findet aber zu Beginn eine ca. einstündige Erstberatung mit dem / der SchuldnerIn statt und anschließend eine (wieder kehrende) mehrstündige Sitzung, bei der die Schuldenproblematik dann angegangen wird und neben Wegen aus den Schulden sichergestellt werden soll, dass die Person nicht noch einmal in diese finanzielle Situation gerät.

 

Vor dem Hintergrund, dass Personen erst dann zur Schuldnerberatung gehen, wenn sie erhebliche Schulden haben und den Überblick verlieren, ist eine nachhaltige Betreuung der SchuldnerInnen mit dem derzeitigen Mengenzählungsmechnanismus nicht möglich. Neben dem Mengenfaktor sollte daher in Zukunft stärker auch die Nachhaltigkeit der Beratung gewürdigt werden.

 

Der Bericht der in Mitte tätigen Schuldnerberatungen hat einen erheblichen Handlungsbedarf im Bereich der Schuldnerberatung bestätigt.  Es hat sich u.a. herausgestellt, dass die Prävention einen viel höheren Stellenwert erhalten muss und dass es für die sozialintegrativen Leistungen in den Jugendberufsagenturen qualitativer und quantitativer Standards bedarf, die für alle Bezirke gleichermaßen gelten und die vom Land (mit-) finanziert werden sollen. Dafür soll sich der Bezirk gegenüber dem Senat und dem Abgeordnetenhaus als Haushaltsgesetzgeber einsetzen.  

 

 

 

 

Erledigungsfrist: 18.10.2017

 
 

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