Auszug - Jugendmigrationsdienste stellen ihre Arbeit vor BE: NN  

 
 
14. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Integration
TOP: Ö 3.1
Gremium: Integration Beschlussart: erledigt
Datum: Mi, 25.04.2018 Status: öffentlich
Zeit: 17:30 - 19:15 Anlass: ordentlichen Sitzung
Raum: Sitzungsraum 121
Ort: Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin
 
Wortprotokoll

Frau Susanne Nadapter (Sozialpädagogin des Jugendmigrationsdienst Wedding) stellt via Handout ihre Arbeit im Jugendmigrationsdienst vor.

In Berlin Mitte gibt es zwei Jugendmigrationsdienste.

Das Handout liegt dem Protokoll bei.

Der Vorsitzende Dr. Hanke lobt die Arbeit der Jugendmigrationsdienste und spricht seinen Respekt aus.Er hinterfragt darüber hinaus die Demokratie an den Schulen. Grundsätzlich haben alle Schulen die Aufgabe ihre Schüler zur Demokratie zu erziehen. Wie arbeitet der Beauftrage für Demokratieerziehung? Und wie hoch ist die potentielle Zielgruppe in Mitte? Wie genau verhalten sich die Zugänge an den Schulen?

BD Schauer-Oldenburg (Grüne) möchte wissen, ob es Erfolgsstatistiken zu den Schulabschlüssen, Ausbildungsabschlüssen gibt? Darüber hinaus erbittet Sie einen Bericht zur Diskussion mit dem Schulamt zur außerschulischenrderung sowie an welche Schulen zur Präventionsarbeit herangetreten wird?

BV Freitag (Piraten) erfragt die Häufigkeit der Kontakte zu den Jugendlichen und worauf beziehen sich die Angebote dafür und wo liegen die Probleme der Jugendlichen bei der Jobsuche?

Der Träger erklärt, dass das Bundesministerium es so sieht, dass es Aufgaben der Schulen ist. Verpflichtet aber die Schulen mit dem Jugendmigrationsdienst einen Kooperationsvertrag einzugehen, um unterstützend an diesem Projekt an den Schulen tätig zu sein. Es geht um primäre Prävention. Es gibt drei Stufen der Prävention. Primäre Prävention heißt, von Null auf anzufangen Radikalisierungs- tendenzen entgegen zu wirken.

Es gibt bei uns zehn Jugendintegrationsbüros mit je 10-20 Teilnehmern. Das sind aktuell immer so um die 150 bis 200 Jugendliche. Im Vergleich zum Jahr 2017 sind es in 2018 bereits ca. das Doppelte an zu betreuenden Jugendlichen.

Erfolgserlebnisse sind extrem schwer zu erreichen und auch viel geringer, als man es sich vorstellt, aber sie sind arbeitserhaltend.

Die Jugendlichen in Jobs zu vermitteln ist insofern problematisch, dass sie eine solche Struktur, wie sie hier in Deutschland herrscht, nicht kennen. Dort heißt Ausbildung Studium und dann sind sie fertig. Hier wird immer gelernt. Dazu kommt die mindere Sprachkenntnis unserer Sprache und der Druck schnell Geld verdienen zu müssen, um Geld zu den Familien im eigenen Land zu senden, denn sämtliche Ersparnisse etc. sind für die Schlepperbanden drauf gegangen. Das bedeutet Bezug von Hartz IV und Schwarzarbeit. Flüchtlinge werden mit maximal 5€ Stundenlohn entlohnt.

Es gibt genug Arbeitsplätze, nur ist die Voraussetzung, dass die Jugendlichen wenigstens einen MSA Abschluss haben und danach eine dreijährige Berufsausbildung und den Gesellenbrief machen. Das hieße, bis die jungen Menschen Geld verdienen, vergehen ca.nf Jahre und diese Zeit haben die Flüchtlinge nicht.

Der Vorsitzende Dr. Hanke (SPD) erfragt, ob es für jugendliche Flüchtlinge auch Art Soforthilfe gibt, wenn sie, zum Beispiel, Nachrichten aus dem Heimatland erhalten, die schockierend sind.

BV Freitag (Piraten) möchte wissen, was Begleiten von jungen Flüchtlingen bedeutet? Wie stellt sich das dar? Und gibt es einen nennbaren Unterschied zwischen den Flüchtlingen, wo die Integration gut klappt und sich ein Erfolgserlebnis einstellt und zwischen denen, bei denen dies nicht funktioniert?

BD Cemernica (SPD) erfragt, wie sehr sie in sozialen Netzwerken präsent sind? Und was genau sind die Probleme, mit den die jungen Menschen zu Ihnen kommen? Und wie kommen Sie zu den dringend benötigten ehrenamtlichen Helfern und welche Voraussetzungenssen diese mitbringen? Zum Umgang mit preren Situationen kann beantwortet werden, dass die Mitarbeiter der Jugendmigrationsdienste für solche Fälle geschult werden. Die Jugendlichen brauchen gerade dann eine Kontinuität und jemanden, an den Sie sich wenden können. Oftmals ziehen solche Nachrichten Depressionen nach sich und der Jugendlich kommt nicht mehr aus dem Haus. Sie werden dann immer wieder kontaktiert und eingeladen. Sie sollen nicht das Gefühl bekommen vergessen zu werden. Leider gibt es lange Wartelisten für Therapien, ganz abgesehen davon, dass viele auch keine Therapie machen möchten, da dies in den Heimatländern sehr verpönt ist.

Wichtig, für eine erfolgreiche Integration ist, dass die Familie dahinter steht und, wenn keine Familie da ist bzw. große Konflikte herrschen, engste Einzelfallhilfe.

Begleiten bedeutet, diese Menschen tatsächlich persönlich an die Hand zu nehmen und Wege zu bestreiten. Ämtergänge, Jobcenter etc. und auch dran bleiben. Nachfragen, was aus dem einen Termin geworden ist oder grundsätzlich Interesse zeigen und auch kontrollieren.

Der Jugendmigrationsdienst ist nicht in sozialen Netzwerken aktiv, da auf diesem Wege keine emphatische, zugewandte, individuelle Beratung stattfinden.

Dadurch, dass der Jugendmigrationsdienst ein katholischer Träger ist und auch zum Caritasverband gehört, kümmert sich eine Dame vom Caritas um ehrenamtliche Helfer. Dann läuft auch vieles über die Ehrenamtsbörse und durch Recherche und Eigeninitiative gelangen wir auch an ehrenamtliche Mitarbeiter.

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Jugendmigrationsdienst Mitte (328 KB)    
 
 

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