Rund 120 Gäste kamen am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit zusammen. Das Büro für Partizipation und Integration des Bezirks Mitte richtete die Einbürgerungsfeier erstmals aus – als „Fest der Vielfalt“, wie Integrationsbeauftragte Johanna Kösters betonte. Die Neubürger*innen konnten Familie und Freund*innen mitbringen, die sie auf ihrem Weg begleitet hatten. In einer großen Kennenlernrunde erzählten viele, wie sie sich fühlten, als sie ihre Einbürgerungsurkunde zum ersten Mal in den Händen hielten.
Im Mittelpunkt des Abends standen ihre persönlichen Geschichten. So wie die von Yuliya Schrayfel, die 2006 aus der Ukraine nach Deutschland kam und seit 2010 in Berlin lebt. „Ich habe hier meinen Mann und viele Freund*innen kennengelernt – und seit zwei Wochen sind wir verlobt“, sagte sie. Heute arbeitet sie an der Digitalisierung von Visa für Menschen, die in Deutschland leben und arbeiten möchten. „Ich möchte diesem Land etwas zurückgeben“, so Schrayfel.
Auch Mary Nyarko blickte auf ihren Weg zurück. Sie kam aus Ghana nach Deutschland, um zu studieren, und hat in Berlin ihre große Liebe gefunden. „Deutschland ist meine Heimat geworden“, sagte sie. Besonders schätzt sie Pünktlichkeit und Ordnung – „das gibt mir Sicherheit“. An ihre ersten Berliner Winter erinnert sie sich dagegen mit einem Lächeln: „Das war ein echter Kulturschock.“ Sie betonte: „Ich möchte mich hier einbringen und Verantwortung übernehmen. Der Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft war lang und nicht immer leicht.“
Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger dankte allen, die den bürokratischen Weg auf sich genommen haben: „Danke, dass Sie sich entschieden haben, Deutsche zu werden, und dass Sie Berlin-Mitte als Ihren Lebensmittelpunkt gewählt haben.“ Vielfalt sei hier selbstverständlich – Menschen aus 172 Nationen leben in Mitte friedlich und demokratisch zusammen. Remlinger ermutigte die Neubürger*innen, sich in ihrer neuen Heimat zu engagieren – in der Politik, in Vereinen oder sozialen Projekten. Informationsstände des Büros für Bürgerinnenbeteiligung und der Bezirksverordnetenversammlung zeigten, wie das gelingen kann.
Beim anschließenden Buffet mit Spezialitäten aus Afghanistan und anderen Ländern kamen die Gäste ins Gespräch, machten Fotos und tanzten gemeinsam – ein Abend, der die Vielfalt Berlin Mittes lebendig werden ließ.