Ufersanierung Plötzensee

Projekt: Plötzensee – Wildbaden ein Ende setzen und Ufer schützen
Projektnummer: 2027-B5-G
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Finanziert durch: Europäischer Fond für regionale Entwicklung und Land Berlin
im Rahmen des Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2)
der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (Projektlaufzeit: 05/2024 bis 08/2025

Plötzensee - DGM

Klimaerwärmung, Nährstoffeintrag durch übermäßige Badenutzung und damit verbundene Ufererosion setzen dem Plötzensee seit geraumer Zeit zu. Vermehrte Algenentwicklung, die Ausbreitung von Hornblatt und der Verlust der letzten Röhricht-Relikte sind augenfällige Anzeichen für einen Handlungsbedarf. Entlang nahezu der gesamten Ufer finden sich erodierte Böschungen und Unterspülungen.

Der Plötzensee ist Teil des Landschaftsschutzgebietes (LSG) Rehberge einschließlich des Plötzensees mit Ufergelände. Zusätzlich sind die Uferbereiche bis auf das Freibad weitergehend durch eine Allgemeinverfügung geschützt.
Trotz der Einschränkung des ungeregelten Badebetriebs ignorieren viele die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit unseren Gewässern.
Der Bezirk Mitte ist daher leider gezwungen neben aktiven Renaturierungsmaßnahmen, vor allem am Nordufer, auch die übrigen Ufer durch Anpassung der Zaunanlage und -führung besser zu schützen. Während der Umsetzung der Maßnahmen wird für einige Monate eine Seeumrundung auf dem bisherigen Wege nicht möglich sein.
Besucher können aber über die stillgelegten Friedhöfe das Ostufer erreichen. Die Nutzung des Freibades ist nicht eingeschränkt.

Gegenwärtige Situation

  • Plötzensee Zaun - 2024

    2024

  • Plötzensee - 2024

    2024

  • Plötzensee - 2024_3

    2024

  • Plötzensee - 2024_4

    2024

  • Plötzensee - 2024_5

    2024

  • Plötzensee - 2023

    Massenentwicklung von Algen durch Eutrophierung

  • Plötzensee - 2017

    2017

Grundlagen

Steckbrief

  • Lagebezug:
    Größe:
    Tiefe:
    Pegel:
    Seetyp:
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    Biotope:
    021032
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    Begleitbiotope:
    021032
    022118
    07311
    017931
    10211

    Gemarkung Wedding, Flur 19, Flurstück 515
    ca. 7,8 ha
    max. ca. 7 m
    aktuell bei max. 31.38 DHN
    polytropher, dimiktischer Rinnensee glazialen Ursprungs
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    eutrophe bis polytrophe (nährstoffreiche) Seen, meist nur mit Schwimmblattvegetation, im Sommer mäßige bis geringe Sichttiefe; Ufer beeinträchtigt, teilweise befestigt
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    Hornblatt-Gesellschaften in Standgewässern
    Großseggen-Röhricht an Standgewässern, fragmentarisch oder abgängig
    mehrschichtige Gehölzbestände aus überwiegend heimischen Arten, alt
    standorttypischer Gehölzsaum an Gewässern, mehrschichtige Säume, heimische Arten
    Badeplatz weitgehend ohne Gehölze

  • Schutzstatus:
    FFH-LRT:

    LSG Rehberge, § 30 BNatSchG
    3150, Erhaltungszustand: c/c/c-C

  • Bekannte Vorkommen von FFH-Arten:

    Biber, Knoblauchkröte (unsicher), Kormoran (Wintergast)

  • Fischbestand

    ca. 15 Arten, u.a. Aal, Barsch, Brassen, Gründling, Güster, Hecht, Karpfen, Kaulbarsch, Regenbogenforelle, Rotauge, Rotfeder, Schleie, Ukelei, Zander, Wels

  • Bekannte Vorkommen von Neobiota

    Rotwangen- und/oder Gelbwangen-Schmuckschildkröte

  • Plötzensee - Schnitt - Nordostufer
  • Plötzensee - Grafik - Pegelverlauf

Beeinträchtigungen

Resultierende Beeinträchtigungen durch Trittbelastungen

unter anderem:
  • mechanische Bodenerosion
  • Verlust der Humusdecke
  • Absterben von Wurzeln
  • Verlust der Pflanzendecke
  • Nährstoffeintrag ins Gewässer mit resultierenden Algenblüten
  • Rückgang der floristischen und faunistischen Vielfalt
  • Verlust des Schutzzweckes
  • Darstellung Wirkungszusammenhänge durch Trittbelastungen

    PNG-Dokument (769.6 kB)

Maßnahmen

  • Uferentschlammung Nordufer
  • Aufbau eines Röhrichtbestandes am Nordufer
  • Herstellung eines Kleingewässers am Nordufer
  • Punktuelle Vernässungen mit Röhrichtansiedung am Ostufer
  • Ansaat von Halbtrockenrasen
  • Bergung alter Zaun- und Bojenreste
  • Ertüchtigung der Zaunanlage
  • Erneuerung der Bojenkette
  • Plötzensee - Schnitt - Maßnahmen

    Schnitt - Nordufer

  • Plötzensee - Schnitt - Ostufer

    Schnitt - Ostufer

Plötzensee - Röhrichtgürtel - Nordufer

In einer Breite von ca. 8 m soll ein neuer Röhrichtgürtel am Nordufer initiiert werden. Hierfür ist es erforderlich das Ufer durch Bodenauftrag so abzuflachen, dass auch bei höheren Wasserständen nur eine minimale Überstauung von wenigen Zentimetern auftritt. Andernfalls ist die Etablierung von Röhricht, insbesondere Schilf, mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Plötzensee - Böschung - Massnahme

Der dichte Gehölzbestand erlaubt ohne größere Eingriffe gegenwärtig nur eine punktuelle Anlage von Seggen-Röhricht in auszuhebenden Nassstellen an den bislang besonders devastierten Uferabschnitten. Dabei kann in geringem Umfang ein Gehölzfreischnitt erforderlich werden, um die Belichtung der Standorte zu verbessern. Das böschungsseitige Umfeld soll mithilfe stand-ortangepasstem Regio-Saatgut und vorkultivierten krautigen Pflanzen regeneriert werden.

Plötzensee - Böschung - Maßnahme_2

Am nordöstlichen Ufer weicht der Stahlgitterzaun aktuell vom Wegeverlauf ab und zieht sich über die Böschung bis zur Uferkante, was zu starker Bean-spruchung der oberen Böschungsbereiche führt. Der Zaun muss hier entfernt werden und durch einen neuen entlang des Weges ersetzt werden. Insgesamt ist auf gesamter Länge des Ost- und Nordufers, sowie Teilen des westlichen Ufers die Erhöhung des Zaunes vorgesehen. Dies kann zumindest in Teilen durch eine Erhöhung des Bestandszaunes geschehen, anderenfalls durch den Abbau und den Ersatz. Zum Erhalt der Zugänglichkeit für Maßnahmen im Uferbereich sind abschnittsweise mehrere Torzugänge vorgesehen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung Nr. 043/2025 vom 28.02.2025