Mehr Grün, weniger Beton – Entsiegelung in Mitte

Der Bezirk Mitte ist dicht bebaut und zu großen Teilen versiegelt. Straßen, Gehwege und andere befestigte Flächen aus Asphalt oder Beton lassen kaum Regenwasser in den Boden gelangen und heizen sich an heißen Tagen stark auf. Mit zunehmenden Hitzeperioden und Starkregenereignissen wird es deshalb immer wichtiger, den öffentlichen Raum an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Das Straßen- und Grünflächenamt Mitte entsiegelt daher Flächen im öffentlichen Straßenland. Asphalt und Pflaster werden zurückgebaut und Flächen so gestaltet, dass Regenwasser wieder vor Ort versickern und verdunsten kann. Dadurch wird die Umgebung gekühlt, die Kanalisation bei starken Niederschlägen entlastet und die Neubildung von Grundwasser unterstützt. Gleichzeitig profitieren Straßenbäume und andere Pflanzen von einer besseren Wasserversorgung. Wo neue Grünflächen entstehen, schaffen sie zudem Lebensräume für Insekten und andere Tiere.

Entsiegelung macht den Straßenraum damit widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Starkregen und trägt dazu bei, Mitte grüner und lebenswerter für alle zu gestalten.

Aktuelle Entsiegelungprojekte

Grüner Gully

Entsiegelung mit Grünen Gullys

Der "Grüne Gully" ist die zentrale Entsiegelungsmaßnahme im Bezirk: Hierbei wird eine ca. 25 m² große Fläche um einen bestehenden Straßenablauf herum entsiegelt, sodass Regenwasser zunächst in den Boden statt in die Kanalisation fließt. Weitere Informationen

Genter Platz: Fußgängerzone mit Sitzmöbeln an einem Sommertag

Klimaangepasster Aufenthalts- und Erholungsort Genter Straße

Nach der Implementierung der Genter Straße als Aufenthaltsort im Brüsseler Kiez wird die Fläche nun umgestaltet und große Anteile entsiegelt. Weitere Informationen

Kiesumschlagplatz Allée du Stade

Allée du Stade

An der Allée du Stade wurden im Rahmen einer naturschutzrechtlichen Ausgleichmaßnahme 3.000 m² entsiegelt und gleichzeitig ergänzende Biotopstrukturen geschaffen. Weitere Informationen

FAQ - Häufige Fragen und deren Antworten

  • Sollte nicht auch unbedingt direkt an den Bäumen entsiegelt werden?

    Die Einleitung von möglichst viel Wasser in den Boden hat Priorität. Da Bäume ein weitläufiges Wurzelwerk besitzen, welches sich in Richtung der Wasserquellen orientiert, kommt das Wasser auch in einiger Entfernung den Bäumen zugute. Außerdem ist die Arbeit in der Nähe der Wurzeln risikoreich.

  • Sind auch Maßnahmen an den Hauptverkehrsstraßen geplant?

    Auch an Hauptverkehrsstraßen müssen Flächen entsiegelt werden. Hier ist wegen den Schadstoffen des Fahrzeugverkehrs jedoch nur die Entsiegelung des Unterstreifens möglich, das Potenzial ist also kleiner. Gleichzeitig bestehen an Hauptverkehrsstraßen andere Bedarfe als in Nebenstraßen, z. B. überqueren in Einkaufsstraßen zu Fuß Gehende häufig die Straße, da kann ein entsiegelter Unterstreifen behindernd wirken.

  • Wie kann ich als Privatperson mehr Grün in die Straßen bringen?

    Du willst deinen Kiez schöner machen? Dann kannst du eine Baumscheibe, also die Fläche um einen Straßenbaum herum, bepflanzen und pflegen. Wie das geht, erfährst du hier: Bepflanze Deine Baumscheibe in Mitte!

    Entsiegelungen durch Privatpersonen sind aktuell noch nicht möglich.

Downloadmaterial

  • Präsentation: Mitte entsiegelt! (23.11.2023)

    PDF-Dokument (6.9 MB)

Fertiggestellte Entsiegelungprojekte

Entsiegelungsmaßnahme in der Triftstraße

Entsiegelung in der Triftstraße

In dr Triftstraße wurden zusammenhängende 419 m² im Unterstreifen an der Leo-Lionni-Grundschule entsiegelt. Weitere Informationen

Entsiegelungsmaßnahme in der Gerichtstraße

Entsiegelung in der Gerichtstraße

In der Gerichtstraße wurden ca 250 m² in Unterstreifen und einem Aufenthaltsbereich entsiegelt. Weitere Informationen

nach der Entsiegelungsmaßnahme in der Pohlstrasse

Entsiegelung in der Pohlstraße & Kluckstraße

1.355 m² wurden in der Pohl- und Kluckstraße durch die Verbindung von Baumscheiben, die Entsiegelung des Unterstreifens sowie des ehemaligen und seit langem abgeordneten Radweges entsiegelt und dabei der Gehweg verbreitert. Weitere Informationen

Thomasiusstraße

  • 30 m²
  • Vergrößerung von Baumscheiben
  • Neupflanzung von Bäumen
  • Einsatz von durchlässigen Borden
  • Einsatz von Schotter gegen die Verdichtung des Bodens

Kirchstraße

  • 300 m²
  • Entsiegelung des ehemaligen und seit langem abgeordneten Radwegs
  • Vergrößerung der Versickerungsfläche
  • Kein Schadstoffeintrag in den Boden, da Wasser des Gehweges versickert
  • Gespräche bzgl. der Gestaltung mit Anwohnenden