Frühe Unterstützung hilft, Wohnungslosigkeit durch Mietschulden zu verhindern

Pressemitteilung Nr. 299/2025 vom 19.12.2025

Der Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste, Carsten Spallek, informiert:

Der Bezirksstadtrat für Soziales im Bezirk Berlin-Mitte, Carsten Spallek, nimmt Bezug auf die Mitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. zu den dramatischen Folgen von Wohnungslosigkeit durch Mietschulden. Die Mitteilung macht deutlich, wie eng Mietschulden und der Verlust des Wohnraums miteinander verbunden sind. Carsten Spallek appelliert daher an alle Betroffenen, frühzeitig Unterstützung beim Sozialamt zu suchen, um Mietschulden abzubauen und einer drohenden Wohnungslosigkeit vorzubeugen.

Frühzeitig handeln, Wohnungslosigkeit vermeiden
„Die steigenden Zahlen von Wohnungslosen aufgrund von Mietschulden sind alarmierend“, erklärt Carsten Spallek, Bezirksstadtrat für Soziales. „Es ist entscheidend, dass Menschen in finanziellen Schwierigkeiten nicht abwarten, sondern frühzeitig den Kontakt zu den zuständigen Stellen suchen. Denn das Verhindern von Wohnungslosigkeit ist wesentlich einfacher, als aus der Wohnungslosigkeit heraus wieder eine Wohnung zu finden.“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. weist darauf hin, dass Wohnungslosigkeit in vielen Fällen durch Mietrückstände ausgelöst wird. Diese Rückstände können durch rechtzeitige Unterstützung und präventive Maßnahmen abgewendet werden. Das Amt für Soziales Mitte bietet je nach Art des Wohnungsnotfalls verschiedene Hilfen und Leistungen an, die auf die Abwendung eines drohenden Wohnungsverlustes und die Sicherung dauerhafter Wohnverhältnisse abzielen.

1. Reichen die vorhandenen finanziellen Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes inkl. der vollen Mietkosten nicht aus, können finanzielle Unterstützungsleistungen beim Wohngeldamt, Amt für Soziales und beim Jobcenter beantragt werden. So kann die Entstehung von Mietschulden von vornherein verhindert werden.
  • Der Allgemeine Sozialdienst (ASD) bietet Hilfestellung bei der Antragstellung für Sozialleistungen, wie beispielsweise die ergänzende Sozialhilfe an. Es können weitere mögliche Hilfen ermittelt werden (z.B. Anspruch auf Wohngeld). Für Menschen, die den Weg in das Amt für Soziales nicht bewältigen können, sind Hausbesuche möglich.
  • Die Clearingstelle im Jobcenter klärt für Kundinnen und Kunden des Jobcenters mögliche Bedarfe und vermittelt an entsprechende Stellen zur weiteren Unterstützung.
2. Sind bereits Mietschulden vorhanden, können diese durch die Sozialämter und Jobcenter – auch ohne laufenden Leistungsbezug – übernommen und so eine Räumung der Wohnung verhindert werden.
  • Die Soziale Wohnhilfe bietet Beratung bei der Klärung von Mietschulden an und prüft die entsprechenden sozialhilferechtlichen Möglichkeiten einer Gewährung finanzieller Hilfen, um den Wohnraum zu erhalten. Bei bereits vorliegender Zahlungs- und Räumungsklage erfolgt durch die Soziale Wohnhilfe ein Hausbesuch, um schnelle Hilfen vor Ort anbieten zu können.
  • Ferner nimmt die Soziale Wohnhilfe Kontakt zu Vermietenden auf oder vermittelt für sonstigen Hilfen an weitere Fachstellen, Bürgerdienste (zwecks Klärung Mietzuschuss – Wohngeld) und Träger, z.B. die bezirklichen Schuldnerberatungen.
  • Als Maßnahme zur Wohnraumsicherung kann die Soziale Wohnhilfe persönliche Hilfen nach §§ 67 ff. SGB XII (Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten) gewähren.

3. Bei bestehenden Schulden stehen vier Schuldnerberatungen im Bezirk Mitte zur Verfügung. Diese helfen dabei, Schulden zu ordnen, Zahlungspläne zu erstellen und mit Gläubigern Lösungen zu finden, beispielsweise auch mit Vermietenden, bevor eine Räumungsklage droht.

4. Bei Problemen mit dem Vermieter (Betriebs- und Heizkostenabrechnungen, Mieterhöhungen) helfen freie Träger (z.B. der Berliner Mieterverein) gerne weiter. Die Übernahme der Kosten für eine Mitgliedschaft kann bei den Sozialämtern und Jobcentern beantragt werden.

Hilfreiche Links

„Es ist einfacher, frühzeitig Hilfe zu suchen, als später wieder eine Wohnung zu finden. Wer in finanziellen Engpässen steckt, sollte die angebotene Unterstützung nicht scheuen. Unsere Türen stehen für alle offen, die sich in einer prekären Lage befinden“, so Carsten Spallek weiter.

Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de