Mitte Blog - Juli 2025

Spatenstich für den Bau der Freitreppe an der Spree vor dem Humboldt Forum

Spatenstich für die „Schlossfreiheit – Freitreppe zur Spree“ am Humboldt Forum

25. Juli 2025

Vom Großstadt-Trubel direkt ans Wasser: Mit einem symbolischen Spatenstich haben Vertreter*innen von Bund, Land und Bezirk den Startschuss für den Bau der Freitreppe zur Spree gegeben. Unmittelbar vor dem Humbold Forum entsteht ein direkter Zugang zur Spree. ️

Mit dabei waren unter anderem: Dr. Olaf Joachim, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz, Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Facility Management und Christopher Schriner, Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen.

Die rund 38 Meter breite Anlage mit Sitzstufen, Balkon und Bäumen schafft neue Aufenthaltsqualität in Berlins historischer Mitte. Durch einen Aufzug an der südwestlichen Ecke wird die neue Treppe zudem barrierefrei sein.

Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Facility Management: „Die Spreeinsel mit ihrem baulichen Erbe – den Museen, dem Dom, der Fischerinsel, der Musikhochschule Hans Eisler, dem Staatsratsgebäude – ist stadtgeschichtlich konstitutiver Gründungskern Berlins und stadtlandschaftlich mit Spree und Spreekanal von höchster Prägnanz. Der direkte Kontakt mit dem Wasser ist allerdings durch hohe Ufermauern verbaut. Die neue Freitreppe wird dies nun ändern und einen kontemplativen Ort direkt am Wasser schaffen und ein Gegenstück zu der nun ebenfalls bald im Bau befindlichen neuen Uferpromenade am Marx-Engels-Forum bilden. “Berlin am Wasser” wird hier gartenarchitektonische Realität für alle.“

Das Vorhaben wird mit 3,78 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert und durch das Land Berlin mit 3,11 Millionen Euro unterstützt. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 geplant.

Schüler*innen bei den JugendFilmTagen

JugendFilmTage: Alltagsdrogen im Fokus – ein starkes Comeback in Mitte

16. Juli 2025

Nach über zehn Jahren Pause fanden am 15. und 16. Juli 2025 endlich wieder die JugendFilmTage im Bezirk Mitte statt. Unter dem Motto „Alltagsdrogen im Visier“ drehte sich alles um Themen, die Jugendliche wirklich bewegen.

Rund 600 Schüler*innen der Klassenstufen 7 bis 10 kamen ins CUBIX am Alexanderplatz. Neben spannenden Filmen standen interaktive Mitmach-Stationen auf dem Programm, bei denen die Jugendlichen sich auf kreative, kritische und vor allem aktive Weise mit Alltagsdrogen und jugendrelevanten Themen auseinandersetzen konnten.

Die Themenpalette war breit gefächert: Von Alkohol, Nikotin und Cannabis über Lachgas und digitale Medien bis hin zu Jugendbeteiligung und Konsumverhalten. Es wurde ausprobiert, diskutiert und reflektiert – begleitet von erfahrenen Fachkräften, die Fragen ernst genommen und wichtige Impulse gegeben haben. Auch Themen wie Verkehrssicherheit, faire Lieferketten oder familiäre Herausforderungen kamen zur Sprache.

Zum Abschluss jedes Veranstaltungstages gab es einen Film, der von pädagogischen Fachkräften ausgewählt wurde und später im Unterricht vertieft wurde. Zur Auswahl standen „Tschick“, „Tigermilch“, „Sonne und Beton“ und „Sieger sein“ – Filme, die den Blick auf jugendliche Lebensrealitäten schärfen und Raum für Diskussionen schaffen. Besonders „Sieger sein“, der im Wedding spielt, knüpfte direkt an die Lebenswelt der Jugendlichen aus Mitte an.

Die Veranstaltung war schnell ausgebucht – ein klares Zeichen, wie wichtig solche Angebote für junge Menschen sind. Nur durch die gute Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Präventions- und Beratungsstellen konnte dieses Format wieder aufleben.

Christoph Keller, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, betonte:
„Mit realitätsnahen Filmen erzählen wir auch ein Stück der Geschichten unserer Jugendlichen. Solche Veranstaltungen bieten Reflexion, Perspektivwechsel und Empathie – nicht nur für junge Menschen.“

Ein erfolgreicher Neustart, der zeigt: Die JugendFilmTage gehören fest nach Mitte!

  • Schüler*innen bei einem interaktiven Spiel

    Schüler*innen bei einem interaktiven Spiel

  • Bezirksstadtrat Christoph Keller an einem interaktiven Stand

    Bezirksstadtrat Christoph Keller an einem interaktiven Stand

  • Schüler baut einen Turm aus Holzklötzen mit Rauschbrille

    Schüler baut einen Turm aus Holzklötzen mit Rauschbrille

  • Schülerin stapelt die verschiedenen Pfeiler ihre Lebens nach persönlicher Relevanz

    Schülerin stapelt die verschiedenen Pfeiler ihre Lebens nach persönlicher Relevanz

  • Schüler*innen bei den JugendFilmTagen lassen sich beraten

    Schüler*innen bei den JugendFilmTagen lassen sich beraten

  • Schüler*innen lassen sich zu E-Zigaretten und Vapes informieren

    Schüler*innen lassen sich zu E-Zigaretten und Vapes informieren

Eröffnung des 21 Tower im Unionpark in Moabit

Eröffnung des "21 Tower" im Unionpark

11. Juli 2025

Freunde treffen, chillen, quatschen, gemeinsam essen – Jugendliche haben viele Bedürfnisse. Im öffentlichen Raum gibt es dafür oft nur wenig Platz. Auf dem Unionplatz in Moabit hat ab sofort die Jugend das Sagen. Der Bezirk Mitte hat die lange vernachlässigte Grünfläche offiziell zum Jugendplatz erklärt. Und die Jugendlichen haben angepackt. Am 11. Juli wurde die Eröffnung des 21 Towers gefeiert. Der Turm aus Gerüststangen und Holz weist schon von Weitem den Weg. Im Erdgeschoss gibt es einen Boxsack, einen Schrank mit Spielen und Handyladestationen. Oben befindet sich das “Wohnzimmer”, ausgelegt mit Teppich.

Jannik Holz vom Jugendträger Karame e.V., der das Projekt mitinitiiert und betreut hat, spricht von einer Stadtentwicklung von unten. Die Idee, den Platz nach ihren Wünschen zu gestalten, kam von den Jugendlichen selbst. In zahlreichen Workshops und Gesprächen mit der BVV Mitte hätten sie es geschafft, Verantwortung zu übernehmen. Bezirksstadtrat Benjamin Fritz beglückwünschte die Jugendlichen für ihr Durchhaltevermögen. “Mich hat die Projektidee überzeugt”, sagte er. Ähnliche Projekte aus Mitte hätten gezeigt. “Dort, wo sich Jugendliche selbst etwas aufbauen, gibt es weniger Vandalismus.” Taylan Kurt, Abgeordnetenhausmitglied aus Moabit, hat die Schirmherrschaft für den 21 Tower übernommen. Er ermutigte die Jugendlichen, sich weiter zu engagieren.

Der 21 Tower ist für mindestens ein Jahr genehmigt. Ziel sei es aber, das Projekt zu verstetigen. Denn die jungen Menschen haben noch viel mit ihrem Platz vor. Silke Riechert, die als Künstlerin das Projekt 21 Tower begleitet hat, möchte den Unionplatz zu einem Treff für die gesamte Nachbarschaft machen. 2018 begann Karame e.V. erstmals Ideen für einen Jugendplatz zu sammeln. In mehreren Workshops mit Architekt*innen, Baufirmen – auch mit Beteiligung des Bezirksamts Mitte – entstanden die Ideen. Ideen gibt es noch viele: eine Kinohütte, eine Wasserplansche Marktstände und Buden. Als nächstes sollen die Beete erneuert werden.

Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (l.) hält eine Rede vor dem Café Leo.

Architekturpreis für das Café Leo

4. Juli 2025

Seit seiner Eröffnung im September 2023 hat sich das Café Leo zu einem beliebten Treffpunkt im Kiez entwickelt. Dort gibt es nicht nur guten Kaffee und leckere Snacks. Der Betreiber, die Wendepunkt gGmbH, tut auch viel für den Zusammenhalt der Nachbarschaft.
Für seine architektonische Gestaltung und seine soziale Funkion ist das Café Leo nun mit dem 1. Platz des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten ausgezeichnet.

Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger nahm an der feierlichen Preisverleihung teil. In ihrer Rede erinnerte sie an die Auseinandersetzungen in der Bezirkspolitik bei dem Interessenbekundungsverfahren für das neue Café Leo. Aus diesem Verfahren ging die Wendepunkt gGmbH mit ihrem Konzept als Sieger hervor. “Das Café Leo zeigt, dass der Leopoldplatz zu einem besseren Ort geworden ist”, sagte die Bezirksbürgermeisterin. Das Café werde von den Menschen angenommen, was sich auch daran zeige, dass es in den fast zwei Jahren dort bislang keinen nennensweren Vandalismus gegeben habe. Remlinger weiter: “Ich danke für das Miteinander auf dem Platz.”

Die Wirkung, die das Café für den Leo hat, war auch einer der Gründe für die Auszeichnung. Der Pavillon aus hell geöltem Lärchenholz und Glas “überzeugt gestalterisch und zeigt, wie Architektur unser Zusammenleben gestalten kann”, sagte Laura Fogarasi-Ludloff, die Vorsitzende des BDA Berlin. Das Konzept aus Treffpunkt, Anlaufstelle, Raum für Begegnung, soziale Arbeit und Nachbarschaft mache es zu mehr als einem Café. “Der Pavillon ist ein Zeichen der Offenheit, des Miteinanders und Optimismus.”

Wendepunkt-Geschäftsführer Joachim Hampel erinnerte an die Anforderungen aus dem IBV. “Es sollte eine soziale und kulturelle Belebung für den Leopoldplatz geben und einen aufmunternden Ort schaffen”, sagte Hampel. Als Zielgruppe definierte der Bezirk Mitte die “Weddinger Mischung”.

Diesem Anspruch ist das Architekturbüro ‘sophie + hans’ auch bei der Umsetzung gefolgt. “Wir wollten Menschen erreichen, die täglich Ausgrenzung erfahren”, erinnert sich Architekt Hans-Christian Buhl an die Zeit, als er mit seiner Partnerin Sophie Tang den Leo erkundete. Transparent sollte das Gebäude sein, mit viel Glas und ohne Schwelle zwischen Innen und Außen, auf keinen Fall sollte es wie ein Fremdkörper wirken. Heute steht das Café Leo wie selbstverständlich an seinem Platz. Eine bronzene Plakette erinnert nun an die ausgezeichnete Architektur.

Der Berliner Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut, Verkehrssenatorin Ute Bonde und ein Vertreter des Planungsbüros (v.l.) durchschneiden das Band auf der wiedereröffneten Löwenbrücke im Großen Tiergarten.

Die Löwenbrücke ist zurück im Tiergarten

3. Juli 2025

Eines der markantesten Bauwerke im Großen Tiergarten ist zurück an seinem angestammten Platz: Heute eröffnete Verkehrssenatorin Ute Bonde die Löwenbrücke. Wie beim historischen Vorbild halten vier goldene Löwen die Hängekonstruktion – ein echtes “Schmuckstück”, so die Senatorin. Rund 2,6 Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

An der alten Löwenbrücke hatte der Zahn der Zeit kräftig genagt. 2008 wurde sie für den Fuß- und Radverkehr gesperrt, sechs Jahre später ganz abgetragen. 2022 begann die Senatsverkehrsverwaltung mit den Planungen für einen denkmalgerechten Wiederaufbau. Zu den großen Aufgaben der Planerinnen und Planer gehörte es, eine Brücke zu erschaffen, die gleichzeitig den Erfordernissen des Denkmalschutzes und modernen Anforderungen an Barrierefreiheit genügt. So besteht der Steg aus einem witterungsbeständigen Holz. Ein schmales Geländer zwischen dem nach historischem Vorbild wiederhergestellten Holz-Fachwerk und den Hängeseilen lässt die Löwenbrücke den Anforderungen an heutige Sicherheitsstandards genügen. Einzig die vier gusseisernen Löwen-Plastiken sind die Originale von 1838. Sie wurden aufwendig restauriert. “Wir bewahren, was wertvoll ist und modernisieren, was nötig ist”, fasste es Senatorin Ute Bonde zusammen.

Dr. Christoph Rauhut, der Landeskonservator von Berlin, erinnerte an die historische Bedeutung der Löwenbrücke: “Sie war ein Zeugnis der Berliner Brückenbaukunst.” Ihre Erbauer Ludwig Ferdinand Hesse und Christian Friedrich Tieck ließen sich von der Löwenbrücke in Sankt Petersburg inspirieren. Gleichzeitig probierten sie neue Bau- und Ingeniertechniken aus, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts echte Pionierleistungen waren. “Es ist eine stolze Brücke”, sagte Rauhut. Er wünscht sich, dass die wiederhergestellte Löwenbrücke zu einem Treffpunkt und Erinnerungsort für die Berlinerinnen und Berliner wird – so wie es es schon vor 187 Jahren war.

  • Wiedereröffnung der Löwenbrücke im Großen Tiergarten am 3. Juli 2025

    Wiedereröffnung der Löwenbrücke im Großen Tiergarten am 3. Juli 2025

  • Senatorin Ute Bonde (SenMVKU) nannte die Brücke ein Schmuckstück.

    Senatorin Ute Bonde (SenMVKU) nannte die Brücke ein Schmuckstück.

  • Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut erinnerte an die Geschichte der historischen Löwenbrücke.

    Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut erinnerte an die Geschichte der historischen Löwenbrücke.

  • Wie beim historischen Vorbild halten die vier Löwen-Skulpturen die Tragseile der Brückenkonstruktion im Maul.

    Wie beim historischen Vorbild halten die vier Löwen-Skulpturen die Tragseile der Brückenkonstruktion im Maul.

  • Wiedereröffnung der Löwenbrücke im Großen Tiergarten am 3. Juli 2025

    Seit dem 3. Juli ist die Löwenbrücke zurück im Großen Tiergarten.