Drucksache - 0694/5  

 
 
Betreff: Runden Tisch „Hilfe für Obdachlose und Wohnungslose“ wieder einsetzen
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:SPD-Fraktion 
Verfasser:Röder/Wuttig/Wittke 
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Beratung
20.04.2018 
19. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin überwiesen   
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeit Beratung
17.05.2018 
14. Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Arbeit ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Bezirksverordnetenversammlung Beratung
24.05.2018 
20. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag
Dringlichkeitsbeschlussempfehlung
Beschluss
Vorlage zur Kenntnisnahme

 Die BVV hat in ihrer Sitzung am 24.05.2018 Folgendes beschlossen:

 

Das Bezirksamt wird aufgefordert, den eingestellten Runden Tisch zum Thema „Hilfe für Obdachlose und Wohnungslose“ (vgl. DS 0604/4) wieder einzusetzen.

Themen sollen u.a. sein:

Aktuelle Entwicklungen bei Obdachlosigkeit und Kältehilfe im Bezirk

Bekämpfung von Obdachlosigkeit über die aktuelle Kältehilfe-Periode hinaus

mehr aufsuchende Hilfeangebote in mehreren Sprachen im Bezirk

mögliche Synergien mit anderen Trägern des Kiezlebens

Abbau von Hindernissen bei der Nutzung von Hilfsangeboten

Gruppenbezogene Hilfsangebote

Stärkere Bekanntmachung von Hilfsangeboten im Bezirk

 

Der BVV ist bis zum 31.07.2018 zu berichten.

 

Das Bezirksamt teilt dazu mit:

 

Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ist mit seinen vielfältigen, niedrigschwelligen und gut vernetzten Angeboten für wohnungslose Menschen gut aufgestellt. Die Vernetzung zwischen der bezirklichen Sozialen Wohnhilfe und den örtlichen Trägern ist gut.

Die Angebote haben die Aufgabe die Menschen zu informieren, zu beraten und ggf. zu begleiten. Sie sollen einen unkomplizierten Weg zu den gesetzlichen Leistungen aufzeigen. Ziel dieser „Anlaufstellen“ ist es, die Menschen aus dem niedrigschwelligen in die strukturierten Angebote zu führen. Dies wird auch durch die Vernetzung der Träger untereinander befördert.

Bestehende Angebote in Charlottenburg-Wilmersdorf:

Notübernachtung (Koordination SenIAS):

Franklinstraße 27 

Tagesstätten:

Seelingtreff – Seelingstr.9  (Streetwork)

City-Station – Joachim-Friedrich-Str.46  

 

Treffpunkte:

Bahnhofsmission – Jebenstraße 5

Teestube Ev. Kirchengemeinde Neu-Westend – Eichenallee 47

Suppenküchen:

St. Marien – Bergheimer Str. 1

Suppenküche am Lietzensee (während der Kälteperiode)

Nachtcafés:

Ev. Luisen Kirchengemeinde – Gierkeplatz 2

City-Station – Joachim-Friedrich-Str.46  

Ev. Kirchengemeinde Neu-Westend – Eichenallee 47

Medizinische Versorgung:

Caritas Ambulanz für Wohnungslose – Jebenstr. 3, 10623 Berlin

Malteser Migranten Medizin – Aachener Str. 12, 10713 Berlin.

 

Das Bezirksamt organisiert und koordiniert mindestens 2x jährlich Kältehilfekonferenzen. Hieran nehmen alle Träger der bezirklichen Kältehilfe teil, auch der Träger GEBEWO, der die Kältehilfe für Berlin insgesamt koordiniert.

In der Tagesstätte Seelingtreff ist ein Streetworker beschäftigt, der nach Absprache mit der Sozialen Wohnhilfe vor Ort Besuche wahrnimmt, die Betroffenen berät und versucht, die Betroffenen an das Hilfesystem anzubinden. Zusätzlich sind regelmäßig die Mitarbeitenden des Projektes Frostschutzengel in der Tagesstätte um spezifische Beratung in osteuropäischer Sprache anzubieten. Die enge Zusammenarbeit mit Streetworkern führt dazu, dass wohnungslosen Menschen schnell und unbürokratisch Anlaufstellen benannt und Möglichkeiten für die Unterstützung aufgezeigt werden.

Gangway setzt das EU-finanzierte Projekt StreetBar um, Charlottenburg-Wilmersdorf ist Kooperationspartner. Aufgabe ist die aufsuchende Sozialarbeit von Wohnungslosen.

Die Abteilung Soziales und Gesundheit führt zwei eigene Wohnheime für Wohnungslose; die Forckenbeckstraße mit 109 Plätzen und das Haus Westend mit 19 Plätzen für Frauen und alleinerziehende Frauen mit minderjährigen Kindern. Beide Häuser werden durch einen gemeinnützigen Träger betrieben und durch den Bezirk belegt. Hier können wohnungslose Familien, Frauen und Männer untergebracht werden. Die Betreuung wird durch Sozialarbeiter geleistet.

Seit dem 01.07.2018 hat die allgemeine unabhängige Sozialberatung ihre Tätigkeit aufgenommen. Hierbei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Beratungsangebot, dass auch für Obdachlose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen leichter zugänglich ist, als die Behörde.

 

 

 

Wie bereits in den Drucksachen/Beschlüssen:

  • DS-Nr. 0189/5 - Obdachlose nicht verdrängen
  • DS-Nr.1354/4 - Trotz erhöhter Flüchtlingszahlen nicht die Kältehilfe/Obdachlosenhilfe vergessen
  • DS-Nr. 1567/4 - Kältehilfe 2016/2017 bereits jetzt planen

sowie in den Anfragen:

Große Anfrage vom 21.06.2018 - Situation Wohnungsloser in

     Charlottenburg-Wilmersdorf

  • Große Anfrage vom 08.11.2017 – Betreuung von Obdachlosen
  • Große Anfrage vom 13.07.2017 – Obdachlosigkeit im Bezirk
  • Große Anfrage vom 16.02.2017 - Kältehilfe und Wohnungsleerstand 2016/2017
  • Große Anfrage vom 19.11.2015 - Wohnungslosigkeit und Kältehilfe 2015/2016
  • Große Anfrage vom 20.11.2014 - Wohnungslosigkeit und Kältehilfe 2014/2015
  • Mündliche Anfrage vom 16.02.2017 - Schlaf- und Lagerstätten obdachloser Menschen
  • Kleine Anfrage Nr. 0045/5 – Unterbringung von Obdachlosen in Flüchtlingsunterkünften
  • Kleine Anfrage 0302/4 - Unterbringung von Wohnungslosen in Charlottenburg-Wilmersdorf

 

dargestellt, handelt es sich bei der Beseitigung und Verhinderung von Obdachlosigkeit/Wohnungslosigkeit um eine gesamtstädtische Problematik, welche auch nur in diesem Rahmen gelöst werden kann. Dieses komplexe Thema wird derzeit zentral durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit den Bezirken, Trägern und Betroffenen im Rahmen der Strategiekonferenz Wohnungslosenhilfe bearbeitet. Dort werden die nachfolgend aufgeführten Themenschwerpunkte ergebnisorientiert diskutiert, mit dem Ziel zu Vorschlägen und Lösungen zu kommen. Charlottenburg-Wilmersdorf ist in der Strategiekonferenz Wohnungslosenhilfe in 6 von 9 Arbeitsgruppen vertreten:

  • Arbeitsgruppe 1: WohnungslosenstatistikCW
  • Arbeitsgruppe 2: Junge Obdachlose – Straßenkinder
  • Arbeitsgruppe 3: Prävention von WohnungslosigkeitCW
  • Arbeitsgruppe 4: Medizinische Versorgung – Suchthilfe – Psychiatrie
  • Arbeitsgruppe 5: EU-Bürgerinnen und EU-BürgerCW
  • Arbeitsgruppe 6: Weiterentwicklung der KältehilfeCW
  • Arbeitsgruppe 7: Soziale Wohnhilfen in den Bezirken – FachstellenkonzeptCW
  • Arbeitsgruppe 8: Wohnraumversorgung, Hilfe- und Unterbringungssystem
  • Arbeitsgruppe 9: Frauen und Familien in WohnungsnotCW

Am 10. Oktober 2018 findet die 2. Strategiekonferenz statt, an der der Bezirk wie oben dargestellt beteiligt ist. Zusätzlich nimmt die gesamtstädtische Steuerung zum Thema Unterbringung nach der Sommerpause wieder ihre Arbeit auf. Zwei Mitarbeiterinnen der Abteilung Soziales werden teilnehmen.  Darüber hinaus ist Charlottenburg-Wilmersdorf an der Überarbeitung der Standards des geschützten Marktsegments (GM) im LAGeSo beteiligt.

Die Soziale Wohnhilfe nimmt am Treffen aller bezirklichen Wohnhilfen und der Senatsverwaltung Soziales teil. Das Treffen findet alle zwei Monate statt. Die bezirklichen Wohnhilfen sind, auch für Einzelfragen, gut miteinander verbunden und stehen im laufenden Kontakt.

Zwischen dem hiesigen Ordnungsamt und der Sozialen Wohnhilfe besteht ein regelmäßiger Austausch und eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit nach Absprache in Einzelfällen. Zu ausgewählten, begründeten Anlässen werden ordnungsrechtiche Termine mit der Leitung der Sozialen Wohnhilfe abgesprochen und bei Bedarf eine Begleitung der Maßnahmen des Ordnungsamtes durch Mitarbeitende der Sozialen Wohnhilfe organisiert.

Der Arbeitskreis Wohnen trifft sich monatlich im Wilhelm-Booth-Haus. Beteiligte sind hier vor allem Träger der Wohnungslosenhilfe, die Maßnahmen für wohnungslose Menschen im Rahmen des SGB XII durchführen, sowie die Alice Salomon Hochschule für Soziale Arbeit.

Ein Runder Tisch „Hilfe für Obdachlose und Wohnungslose“ erscheint zum jetzigen Zeitpunkt einerseits wegen der beschriebenen, bestehenden guten Vernetzung, sowie andererseits mit Blick auf die laufenden berlinweiten Strategiegespräche wenig zielführend. Eine Neubewertung nach Abschluss der berlinweiten Strategiekonferenz wird zugesagt.

 

Das Bezirksamt bittet, den Beschluss als erledigt zu betrachten.

 

 

Reinhard Naumann          Arne Herz

Bezirksbürgermeister Bezirksstadtrat

 

 

 
 

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