Schöneberger Linse

Bildvergrößerung: 3D Übersicht der Schöneberger Linse
Bild: roedig-schop architekten

Informationsveranstaltung 19.04.2018

Am 19.04.2018 fand eine öffentliche Infoveranstaltung im Rathaus Schöneberg zu den vielfältigen Baumaßnahmen in der Schöneberger Linse statt.

Die Schöneberger Linse, das Gelände zwischen dem Bahnhof Südkreuz und dem S-Bahnhof Schöneberg soll in den kommenden Jahren zu einem urbanen vielfältig genutztem Stadtquartier entwickelt werden.

Nach mehrjähriger Planung und unter dem Eindruck der wachsenden Stadt stehen daher zahlreiche Bauvorhaben in den Startlöchern bzw. sind schon in der Umsetzung. Diese reichen von Bauten für Büro- und Dienstleistung, über Wohnungsbau bis hin zu sozialer Infrastruktur und Straßenbau. Einige Projekte werden durch das Städtebauförderprogramm Stadtumbau finanziert.

Der Bezirk lud alle Interessierten ein, sich ein Bild von den aktuellen Entwicklungen zu machen. Vertreter der Investoren, Wohnungsbaugesellschaften und des Bezirks erläuterten die geplanten Bauvorhaben.

Die Präsentation zur Veranstaltung finden Sie hier.»

Städtebauliches Konzept

Das städtebauliche Konzept sieht eine Umnutzung der heterogenen Strukturen zu einem lebendigen städtischen Quartier mit einer klassischen Berliner Blockrandbebauung und einer Mischnutzung aus Dienstleistungs- und Wohnfunktionen vor. Kernstück des Konzeptes ist der Ausbau des Tempelhofer Weges zu einer fußgängerfreundlichen Stadtstraße mit Baumallee und angelagerten Stadtplätzen, die zur Adressbildung in dem neuen Stadtquartier beitragen sollen. Das öffentliche Wegenetz wird durch blockinterne öffentlich nutzbare Räume ergänzt. Städtebauliche Hochpunkte markieren die Eingänge an den Bahnhöfen Südkreuz und Schöneberg.

Für das Baufeld 1, das Baufeld 4 und den östlichen Bereich des Baufeldes 2/3 im unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs Südkreuz sind Büro-, Hotel- und Dienstleistungsnutzungen mit ergänzendem Einzelhandel um den Hildegard-Knef-Platz vorgesehen. Der westliche Bereich des Baufeldes 2/3, das Baufeld 5, das Baufeld 6 und das Baufeld 8 sollen einer Mischnutzung mit hohem Wohnanteil, ergänzenden Kindertagesstätten sowie gewerblichen, kulturellen und gastronomischen Angeboten im Erdgeschoss vor allem entlang des Tempelhofer Weges dienen. Dem Baufeld 2/3 kommt dabei als noch landeseigene Fläche eine besondere Rolle zu, da hier über Direkt- und Konzeptvergaben der Grundstücke ein breites Wohnungsangebot für das gesamte Quartier abgesichert wird. Die existierende Schulnutzung auf dem Baufeld 7 wird u.a. für den entstehenden Bedarf in der Schöneberger Linse gesichert und die gewerbliche Nutzung auf dem Baufeld 10 durch eine straßenbegleitende Bebauung ergänzt. Für den Abschluss ist auf dem Baufeld 9 wiederum ein städtebaulicher Hochpunkt mit Büro- und Dienstleistungsnutzungen vorgesehen.

Bildvergrößerung: 2D Übersicht der Schöneberger Linse
Bild: roedig.schop architekten

Umsetzung

Für die Baufelder 1 (B-Plan 7-47), 2/3 (B-Plan 7-75), 5 (B-Plan 7-81 VE) und den östlichen Bereich des Baufelds 8 (B-Plan 7-73 VE und B-Plan 7-74) liegen konkrete Investitionsabsichten vor. Die BVV hat für diese Flächen die Aufstellung von Bebauungsplänen beschlossen, mit dem Ziel, für die dargestellte städtebauliche Nutzung Planungsrecht zu schaffen und so eine kurzfristige Entwicklung zu ermöglichen. Für die Planungen auf den übrigen Baufeldern wird eine entsprechende Entwicklung in den nächsten Jahren angestrebt. Für das Baufeld 4 wird die planungsrechtliche Sicherung eines Kerngebietes über den B-Plan XI-231abb angestrebt, dessen Aufstellung jedoch noch nicht beschlossen wurde.

Für die Entwicklung der Schöneberger Linse wird eine Doppelstrategie verfolgt, die zum einen die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung der Flächen durch die wesentlichen Akteure beinhaltet und zum anderen durch Verfahrensoffenheit und -transparenz zu standortgerechten Nutzungsüberlegungen beiträgt.

Die seit 2005 eingesetzten Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West unterstützen, den Standort infrastrukturell und imageverbessernd durch Investitionen in den öffentlichen Raum aufzuwerten. Der Ausbau des Tempelhofer Weges wird zum einen aus Stadtumbau West und zum anderen aus SIWA-Mitteln (Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt) finanziert. Zur planungsrechtlichen Sicherung des Ausbaus ist die Aufstellung des B-Plans XI-231aba vorgesehen, jedoch noch nicht beschlossen.

Eine verstärkte Abstimmung der städtebaulichen Ziele mit den Vorstellungen der örtlichen Eigentümer, Pächter und Betriebsinhaber sowie der Anwohner wird im Rahmen von Planungsmanagement, Gebietsbetreuung und Netzwerkunterstützung forciert.

Bildvergrößerung: Tempelhofer Weg Übersicht der Bebauungspläne im Verfahren
Bild: BA-TS

Planungshistorie

Seit der Wiedervereinigung Berlins steht der Stadtraum Berlin-Südkreuz im Fokus der bezirklichen Stadtplanung. Bis zu diesem Zeitpunkt war dieses Gebiet im Stadtgefüge vor allem als vernachlässigter Transitbereich zwischen den Ortsteilen Schöneberg und Tempelhof als Agglomeration von brachgefallenen Bahn- und Gewerbeflächen wahrzunehmen. 1990 rückte der Bereich im Zusammenhang mit dem „Ringbahnkonzept“ und dem 2006 eröffneten Fern-, Regional- und S-Bahnhof Südkreuz wieder in den Blickpunkt der Stadtentwicklungsplanung. Die 1993 in einem städtebaulichen Wettbewerb und 2009/2010 in einem Werkstattverfahren weiter präzisierten städtebaulichen Ziele bilden zwar bis heute die Grundlage für die geplante Entwicklung, die prognostizierten privaten Investitionen zur Ansiedlung von Büros, Dienstleistungen, Hotels etc. blieben jedoch in den vergangenen 25 Jahren aus.

Der gestiegene Bedarf nach innenstadtnahem Wohnraum befördert jetzt die geplante Entwicklung der Schöneberger Linse westlich des Südkreuzes zu einem attraktiven und urbanen Stadtquartier. Dabei soll die Wohnfunktion einen höheren Stellenwert einnehmen als bislang geplant und so auch eine deutliche Belebung des Bahnhofsumfeldes unterstützen. Das Gebiet wurde in dem 2014 beschlossenen Stadtentwicklungsplan Wohnen als einer der großen Wohnungsneubaustandorte mit einem Potenzial von ca. 900 Wohneinheiten aufgenommen. Eine 2015 vom Bezirk beauftragte Potenzialstudie hat die Machbarkeit eines durchmischten städtischen Quartiers mit hohem Wohnanteil an diesem Standort bestätigt und geht von über 1.400 möglichen Wohneinheiten aus.

Grundlage für die weiteren Planungen bilden unter anderem: