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Quartiersmanagement (QM)

Collage von Fotos aus dem Stadtbild mit dem Text “mein leben. mein kiez”
Postkartenedition: Quartiersmanagement Schöneberger Norden.
Bild: Gerhard Haug, Berlin; Susanne Wolkenhauer; Daniel Knipping; Design: Heidrun Abraham

Die QM-Gebiete im Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Drei der in Berlin ausgewiesenen Quartiersmanagementgebiete befinden sich im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die beiden QM-Gebiete Nahariyastraße und Germaniagarten wurden 2021 neu eingerichtet, das Gebiet Bülowstraße/Wohnen am Kleistpark wurde 2020 verstetigt.

Quartiersmanagement – Aufgaben

Benachteiligte Stadtteile unterstützt das Berliner Quartiersmanagement – abgekürzt QM – seit 1999. Es startete als Pilotprojekt im Bund-Länder-Städteförderungsprogramm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“. Seit 2020 lautet der neue Name „Sozialer Zusammenhalt“ und trägt den Zusatz „Zusammenleben im Quartier“. Das QM möchte Stadtteile, denen droht, von der gesamtstädtischen Entwicklung abgehängt zu werden, stabilisieren. Es soll negative Folgen von gesellschaftlicher Benachteiligung abmildern oder kompensieren. Wie das geht? Das QM aktiviert die Bewohnerschaft und beteiligt sie aktiv. Dadurch können Viertel mit besonderen sozialen Integrationsaufgaben ihr volles Potenzial entwickeln. Das QM schafft Netzwerke und Kooperationen: zwischen Verwaltung und Stadtteil sowie innerhalb der Verwaltung. Wenn ein Quartier stabilisiert ist, hat das QM sein Ziel erreicht und die Regelversorgung des Bezirkes reicht aus. Von den im Land Berlin insgesamt 34 geförderten Gebieten in neun Bezirken befinden sich drei im Bezirk Tempelhof-Schöneberg. Die beiden QM-Gebiete Nahariyastraße und Germaniagarten wurden 2021 neu eingerichtet, und das Gebiet Bülowstraße/Wohnen am Kleistpark wurde 2020 verstetigt.

Förderung

Das Quartiersmanagement wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, die Städtebauförderung von Bund, Länder und Gemeinden, das Quartiersmanagement und die Senatserwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Berliner Quartiersmanagements

Das QM-Team

Ein Quartiersmanagement-Team wirkt vor Ort als zentraler Organisator im Stadtteil. Sein Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) bildet die Basis für Beteiligung und Projekte. Quartiersräte und Aktionsfondsjurys geben der Bewohnerschaft eine Stimme, und Fördermittel mit mehreren Quartiersfonds finanzieren Angebote vor Ort und Hilfe zur Selbsthilfe. Das QM-Team arbeitet aktiv und fachübergreifend mit der Verwaltung zusammen und unterstützt eine Vielzahl soziokultureller und Bauprojekte in zentralen Handlungsfeldern wie Bildung, Nachbarschaft, öffentlicher Raum sowie soziale und ethnische Integration. Das zivilgesellschaftliche Engagement für einen solidarischen Stadtteil – angeregt, unterstützt und koordiniert durch QM-Team vor Ort – ist eine Basis für die Zukunft.

Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept und Aktionsplan

In dem Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts (IHEK) werden das Leitbild und der Handlungsbedarf im Quartier festgelegt. Dieses Papier ist die Grundlage für die Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern, z.B. über den Baufonds und den Projektfonds. Wie die Arbeit in einem QM-Gebiet beginnt und wie es dann nach Beendigung des QM-Verfahrens weitergeht, steht im jeweiligen Aktionsplan. Bei der Überleitung in die Regelversorgung des Bezirks vereinbaren die Verfahrensbeteiligten darin die wichtigen Schritte zur Übergabe der Arbeit des QM-Teams und legen fest, welche Aufgaben und Projekte das Bezirksamt und soziale Träger nach Abschluss des Quartiersmanagements für die Gebietsentwicklung übernehmen. Sowohl beim IHEK als auch beim Aktionsplan arbeitet das QM-Team ressort- und fachübergreifend zusammen mit Ämtern, Einrichtungen, Schulen, Vereinen etc.

Breite Beteiligung

Bringen Sie sich ein! Das ehrenamtliche Engagement in den QM-Gebieten ist vielseitig und wird von den unterschiedlichsten Menschen getragen. Etwas gemeinsam gestalten, zusammen feiern, gehört werden, mitmischen – alle vor Ort können dabei mitmachen, damit die Angebote und Aktionen noch vielfältiger werden. Die Meinungen und das Wissen der Bewohnerschaft sind für das QM entscheidend und fließen in das IHEK mit ein.

Quartiersrat und Aktionsfondsjury

Um die Lebensbedingungen in benachteiligten Quartieren zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken, ist es wichtig, dass sich verschiedene Bevölkerungsgruppen aktiv beteiligen können. Dies geschieht durch vielfältige Formate: von der Gremienarbeit im Quartiersrat über die Aktionsfondsjury und Aktionen des freiwilligen Engagements bis hin zu niedrigschwelligen Angeboten.

Der ehrenamtlich tätige Quartiersrat übernimmt die Interessenvertretung der Bewohnerschaft im Kiez. Er setzt sich aus der Nachbarschaft sowie Institutionen aus dem jeweiligen Gebiet zusammen. Zusammen mit weiteren Akteuren erarbeiten sie die Schwerpunkte der Quartiersentwicklung im IHEK. Gemeinsam wird über den Einsatz der Gelder aus dem Projekt- und dem Aktionsfonds entschieden. Die Beteiligung der Ehrenamtlichen hierbei sind besonders wichtig, da sie ihre Erfahrungen einbringen und ihren Kiez am besten kennen. Während im Quartiersrat über langfristige Projekte entschieden wird, ist die Aktionsfondsjury verantwortlich dafür, welche kleineren nachbarschaftlichen Aktionen kurzfristig durch Geld aus dem Aktionsfonds unterstützt werden.

Handlungsfelder

Die Grundlage für den partizipativen Ansatz des Quartiersmanagements sind gemeinsam erarbeitete integrierte, d.h. fachübergreifende Entwicklungskonzepte in den fünf Handlungsfeldern:
  • Integration und Nachbarschaft
  • Bildung
  • Öffentlicher Raum
  • Gesundheit und Bewegung
  • Beteiligung, Vernetzung und Kooperation von Partnern

Neu ist die Querschnittsaufgabe “Klimaschutz und Klimaanpassung”.

Verstetigung mitdenken

Das Quartiersmanagementverfahren als so genannte Interventionsstrategie ist zeitlich und örtlich begrenzt. Es arbeitet in klar umrissenen Kiezen und nicht auf Dauer. Ziel ist ein neues Verantwortungsbewusstsein für das Zusammenleben im Stadtteil. Der Beendigung von QM-Gebieten geht eine zweijährige Überleitungs- bzw. Verstetigungsphase voraus, in der die entwickelten Strukturen hierfür qualifiziert oder in andere Trägerschaft überführt werden. Besonders wichtig für eine gelingende Verstetigung ist dabei das Engagement des Bezirkes, der die finanzielle und/oder organisatorische Verantwortung für Bürgerbeteiligung, Netzwerke, Ankerinstitutionen und einzelne Leuchtturmprojekte übernehmen kann. Als besonders hilfreich für die Überleitung von QM-Verfahren in die Regelstrukturen des Bezirks hat sich die bezirkliche Stadtteilkoordination erwiesen.

Kriterien zur Verstetigungsreife

  • Erfolgte Aktivierung und Verantwortungsübernahme der Bewohnerinnen und Bewohner sowie Akteure im Quartier
  • Vorhandensein arbeitsfähiger Netzwerke, Einbindung wichtiger Akteure
  • Vorhandensein sog. Anker, also Einrichtungen im Quartier, von denen aus Begegnung, Vernetzung, ehrenamtliches Engagement und Stadtteilkoordination stattfinden können
  • Vorhandensein nutzungsgerechter Spiel- und Grünflächen

Fördermittel aus verschiedenen Fonds

Das Quartiersmanagement wird finanziert aus Mitteln des Landes Berlin und des Bundes. Im Programmjahr 2021 stehen insgesamt 34 Millionen Euro zur Verfügung.

Aktionsfonds

Ziel des Fonds ist es, direkt Aktionen des freiwilligen Engagements zu unterstützen, die Bewohnerschaft und lokale Initiativen aktivieren sowie die nachbarschaftliche Gemeinschaft stabilisieren. Über die Mitwirkungsmöglichkeiten im Quartier soll die Entscheidungskompetenz der Nachbarschaft gestärkt werden.

Projektfonds

Der Projektfonds dient der Finanzierung von nachhaltig wirkenden, strukturfördernden Maßnahmen zur Erreichung der Handlungsziele. Die Grobkonzepte für Projekte entstehen aus der Bedarfsermittlung im Zuge der Erstellung der IHEK und müssen den Zielen des Programmes entsprechen.

Baufonds

Der Baufonds dient der Finanzierung der zur nachhaltigen Stabilisierung und Entwicklung erforderlichen Baumaßnahmen. Auch diese Projekte ergeben sich aus der Bedarfsermittlung im IHEK und müssen den Programmzielen entsprechen. Ein Beteiligungskonzept soll integraler Bestandteil der Baumaßnahmen sein.

Bezirkliche Koordination Quartiersmanagement - die Förderstelle im Bezirk

Im Stadtentwicklungsamt ist die Bezirkliche Koordination und Förderstelle für das QM Schöneberg angesiedelt. Diese Schnittstelle zwischen Verwaltung und den QM-Vorortbüros sorgt für einen reibungslosen Ablauf des Programms und der Förderverfahren. Zudem befindet sich dort auch die Geschäftsstelle für die öffentlichen Stadtteilforen der neuen QM-Gebiete.

Kontakt

eine lächelnde Frau
Corinna Lippert
Bild: Susanne Wolkenhauer

Corinna Lippert

Rathaus Schöneberg
Raum 4001
John-F.-Kennedy-Platz
10825 Berlin

Telefon (030) 90277-8942
Fax (030) 90277-4768
E-Mail an Frau Lippert