Im Rahmen unseres Sommerferienprogramms veranstalteten wir mit der Förderung von Arcus eine Inklusionswoche. Dadurch konnte 15 Kindern der Willkommensklassen aus Berliner Grundschulen in Mitte die einmalige Teilnahme an einem einwöchigen Zirkusprojekt ermöglicht werden. Jeden Morgen starteten wir mit den Kindern vom Gesundbrunnen aus in den Zirkus Cabuwazi am Standort Hohenschönhausen.
Die teilnehmenden Kinder stammten aus unterschiedlichen Herkunftsländern, darunter Kamerun, Palästina, Indien, Pakistan, der Türkei und aus der Ukraine. Zu den beteiligten Grundschulen gehörten die Rudolf-Wissell-Grundschule, Moabiter Grundschule, Grundschule am Koppenplatz, Heinrich-Seidel-Grundschule, Carl-Krämer-Grundschule sowie die Wedding-Grundschule. Diese Vielfalt an teilnehmenden Schulen ermöglichte es den Kindern der verschiedenen Willkommensklassen neue Freundschaften untereinander zu schließen, sowie auch in Kontakt mit anderen Grundschulkindern berlinweiter Regelklassen zu kommen, die ebenfalls am Zirkusprojekt teilnahmen.
Ein aufregender Start in den Zirkustag
Im Zirkus angekommen, ging es nach ausgiebigen Frühstückszeremonien und den ersten Gesprächen zwischen den Kindern im Zirkuswagen dann auch schon zur Begrüßung zu den Aufwärmspielen in die Zirkusmanege. Dabei wurden anfängliche Schüchternheit und morgendliche Müdigkeit spielerisch von der Zirkusbühne gefegt. Anschließend konnten sich die Kinder durch ein zwangloses Zirkeltraining testen, in dem sie verschiedene Zirkusutensilien ausprobieren durften und es wurden erste menschliche Pyramiden einstudiert.
Dann ging es meist auch schon zum Mittagessen. In den Pausen genossen die Kinder ihre freie Zeit mit Spielen, Essen oder Quatschen. Das Pausenhighlight war jedoch meist der Zirkushund, der eine nahezu therapeutische Wirkung auf die Kinder der Willkommensklassen hatte und ein heißbegehrter Spielpartner für alle war.
Intensive Proben und eine Achterbahn der Gefühle
Nach der Mittagspause ging es dann in Kleingruppen weiter – die Kinder begannen intensiv für die Zirkusshow zu proben, die am Ende der Woche vor ihren Eltern stattfinden sollte und die auch gleichzeitig Ziel des Projektes war. Die Kinder konnten sich dabei in verschiedene Workshops wie Bodenakrobatik, Hula-Hoop, Luftakrobatik und Jonglage einteilen.
Innerhalb dieser Workshopgruppen wurde das Training intensiviert und für die jeweiligen Zirkusnummern geprobt. Die folgenden Tage waren für die Kinder eine emotionsgeladene Achterbahn der Gefühle zwischen “Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.” Dabei flogen auch schon mal die Fetzen und das ein oder andre Diabolo oder Jonglage Bälle in die Ecke. Doch die Kinder lernten durch die verschiedenen Trainingseinheiten ihre eigene Frustrationstoleranz zu steigern, Ehrgeiz zu entwickeln, Selbstzweifel zu überwinden und Selbstbewusstsein aufzubauen. Mit Stolz über das Erlernte, konnten erste Bühnenerfahrungen vor Publikum gemacht werden. In der Vorbereitung auf die finale Show für die Familien wuchs in den folgenden Tagen auch das Lampenfieber bei den Kindern.
Die große Zirkusshow
Am Tag der großen Show war die Aufregung fast greifbar. Inmitten von Kinderschminken und bei den Anproben der Zirkuskostüme war die Nervosität kaum zu bändigen. Endlich war es so weit. Das Zirkuszelt füllte sich mit den Familien der Kinder, die gespannt auf die Aufführung warteten. Die Show wurde im vollen Durchlauf – mit einer Dauer von etwa 40 bis 45 Minuten – wie in den Proben aufgeführt. Die Kinder ernteten einen wohlverdienten Applaus von ihren Familien.
Es war ein unvergesslicher Moment, als die kleinen Artisten nach der Show in die Arme ihrer Eltern fielen. Viele strahlten Stolz und eine kleine Portion Zirkuszauber aus, der sie eigentlich schon die ganze Woche umgeben hatte und sich von Tag zu Tag steigerte. Vielleicht war das auch der Grund, warum man am letzten Tag bei genauerem Hinsehen auch den Eindruck gewann, unsere Zirkuskinder seien ein kleines bisschen gewachsen.
O-Töne der Kinder:
“…ich habe hier gespielt mit meine Freunde und lachen und so viel Spaß und das ist sehr sehr schön, aber ich habe Angst wegen die Show, weil dann alle lacht zu mir”
9 Jahre aus Palästina
“….ich komm zu Zirkus für Spaßmachen, ich hab gemacht Luftakrobatik, ich war auf Trapez. Ich hatte keine Angst.”
S. 11 Jahre alt aus der Türkei
“….die Woche, ich war zum Zirkus und da war so schön, weil ich liebe Gymnastik. Und ich habe gesehen und kennengelernt andere Freunde hier und eine Freundin ich habe gesehen und kommt auch aus Kamerun und wir haben gespielt und haben gelacht und es war so so schön. “
J. 11 Jahre aus Kamerun
“… ich mache bei diese Zirkusprojekt mit und vielleicht ist es eine gute Idee, wann man das macht bei diese Zirkusprojekt mit. Ich fand es sehr gut und die Kinder sind manchmal sehr chaotisch aber gut. Ich find es gut wie die anfangt und wie die Abschluss, weil wir machen eine Show und ich bin aufgeregt und das freut mich und ich mache Moderation!…”
P. 9 Jahre Pakistan
“…ich mach Zirkusprojekt mit und wir haben so sehr, sehr toll Spiele gespielt. Ich war im Bodenakrobatik und ich hat so viel Freunde hier und wir haben so viel gespielt…”
A. 12 Jahre alt aus Indien
Jugendsozialarbeit für Neuzugewanderte an Grundschulen, gss Schulpartner GmbH
Kontakt
Telefon: (030) 403 9492 234 oder
E-Mail: jsa-mitte@gss-schulpartner.de