Im Bezirk Mitte werden – wie im Rest Berlins auch – viele Maßnahmen, Projekte und Vorhaben umgesetzt, an denen sich verschiedenste Bewohner*innengruppen beteiligen können.
Die Frage nach Teilhabe und Mitbestimmung an der Gestaltung des eigenen Lebensraums sowie an der gesamten (Stadt)Gesellschaft ist jedoch für viele von der Gesellschaft „marginalisierte Menschen“, zum Beispiel Migrant*innen, Wohn- und Obdachlose, Menschen mit Behinderungen, People of Colour (PoC), Menschen der LGTBQI+ Community, für Kinder und Jugendliche, Frauen, Familien und für Senior*innen eine andere als für diejenigen, die zur „Mehrheitsgesellschaft“ gezählt werden.
Auch den Teams des Büros für Partizipation und Integration, den Stadtteilkoordinationen und dem bezirklichen Büro für Bürger*innenbeteiligung ist bereits seit langem aufgefallen, dass
Die Ansprache und Einbeziehung – insbesondere von vulnerablen Bewohner*innen-gruppen trotz zahlreicher Programme, Maßnahmen und Lotsenprojekte immer noch eine Herausforderung darstellt.
Kurz gesagt: Die Vielfalt des Bezirkes Mitte spiegelt sich nur bedingt unter den Teilnehmenden bei bezirklichen Partizipationsverfahren wider.
Daraus entstand die Projektidee des “Methodenkoffers für Alle”, die wir gemeinsam mit der L.I.S.T. Stadtentwicklungsgesellschaft mbH umgesetzt haben. Dabei sollten bestehende und bereits etablierte Strukturen und Arbeitsweisen in den Blick genommen, reflektiert und neu-, bzw. weitergedacht werden. Ziel war die Entwicklung von Methoden, um gezielter marginalisierte Gruppen im Bezirk ansprechen und für eine größere Teilhabe gewinnen zu können.
In einem Workshop mit ca. 35 Multiplikator*innen, also denjenigen, die mit den Zielgruppen aktiv und tagtäglich arbeiten, haben wir Methoden gesammelt, geprüft, diskutiert, neu gedacht und festgelegt. Diese Methodensammlung liegt hier in Form von Methodenkarten vor. Mit den Methodenkarten möchten wir weitere Multiplikator*innen und Akteur* innen im Sozialraum, aber auch Mitarbeitende aus der Verwaltung und Politik*innen inspirieren, die Beteiligung von vulnerablen Gruppen weiter in den Fokus zu nehmen und auf die Dringlichkeit hinweisen, ALLE Menschen im Bezirk (und darüber hinaus) einzubinden, um eine demokratische und nachhaltige Gestaltung von Stadt und Gesellschaft voran zu bringen.
Hinweise zur Verwendung der Methodenkarten
Die Methodenkarten sind als „Wegweiser“ und „Leitfaden“ zu verstehen, mit denen verschiedene methodische Herangehensweisen ausprobiert werden können.
Die einzelnen Karten folgen keiner Reihenfolge sind kombinierbar und erhalten Hinweise, welche Methode mit einer anderen gut zusammen eingesetzt werden kann. Wollten wir zu Beginn noch jeder Methode eine Zielgruppe zuordnen, so haben wir doch schnell festgestellt, dass man – je nach konkreter Ausgestaltung – verschiedene Gruppen ansprechen kann.
Sie sind in erster Linie für Menschen gedacht, die tagtäglich mit den Zielgruppen arbeiten und/oder dieses zukünftig tun wollen. Sie sind als Inspiration zu verstehen, um die eigenen Prozesse zu reflektieren und um neue Wege auszuprobieren.
Keine der Methoden legt fest, welche Schritte in welcher Reihenfolge zu tun sind, um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen – gäbe es derart klare Anweisungen, würden die eingangs erwähnten Probleme nicht existieren.
Vielmehr kann jede Einrichtung, die die Karten nutzen will sie mit eigenen Ideen, Gedanken und Ergänzungen versehen, um sie so für die eigene Arbeit zu individualisieren, da die unterschiedlichen Akteure innerhalb verschiedener Rahmenbedingungen in Bezug auf Strukturen, Finanz-, Raum- und Personalausstattung, arbeiten müssen.
So entstehen in Zukunft hoffentlich neue Ideen und Arbeitsweisen – wir würden uns freuen, wenn Sie diese mit uns teilen würden!