Mitte feiert Faire Woche 2026: Kaffee-Kooperativen aus Mittelamerika zu Gast

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Das Bezirksamt Mitte richtet im September im Rahmen der Fairen Woche Veranstaltungen zu fairem Handel und solidarischer Ökonomie aus. Anlass dafür sind zwei Ereignisse: Zum einen sind rund 20 Vertreter*innen mittelamerikanischer Kaffeekooperativen im September zu einem Handelspartnertreffen in Berlin, ein Besuch, den der Bezirk für den direkten Austausch vor Ort nutzt. Zum anderen wurde Mitte erneut als Fairtrade-Bezirk ausgezeichnet: Der Bezirk engagiert sich bereits seit 2014 für fairen Handel und nachhaltigen Konsum, erfüllt weiterhin die Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne und darf den Titel nun für zwei weitere Jahre tragen.

Veranstaltungen im Rahmen der Fairen Woche

15. September: Stadtrundgang "Gemeinsam unterwegs"

Fahnenhissung und Stadtrundgang: 9 Uhr hisst Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger die Fairtrade-Fahne vor dem Rathaus Tiergarten und läutet damit die Faire Woche offiziell ein. Im Anschluss führt ein öffentlicher Stadtrundgang durch Mitte und Neukölln zu Orten solidarischen Wirtschaftens, u. a. dem Weltladen sophiefair und dem Baumhaus – mit Gelegenheit, direkt mit den Kaffeeproduzent*innen ins Gespräch zu kommen.

Weitere Informationen zum Rundgang und zur Anmeldung geht es hier: https://eveeno.com/106026616

  • Rundgang "Gemeinsam unterwegs"
  • Rundgang "Gemeinsam unterwegs"
Die Zivilisationsbringer

17. September: Filmvorführung und Publikumsgespräch

Das Bezirksamt Mitte, Fair Bindung e.V. und KINO für MOABOT präsentieren
Die Zivilisationsbringer/Los Civilizadores
Filmvorführung und Publikumsgespräch
Donnerstag, den 17.09.2026 18:00 – 20:30 Uhr (Einlass 17:30 Uhr)
Rathaus Tiergarten (Mathilde-Jacob-Platz 1, 10555 Berlin), 1.Etage, BVV-Saal
Deutschland/Guatemala, 1997, 90 Min., Dokumentarfilm, Deutsch – Spanisch mit engl. Untertiteln
Regie: Uli Stelzner und Thomas Walther

Der Erfolg der deutschen Gemeinde in Guatemala beginnt vor 150 Jahren mit dem Kaffeeanbau. Innerhalb weniger Jahre sichern sich deutsche Kaffeepflanzer die fruchtbarsten Ländereien, einen Großteil der Infrastruktur und das Handelsmonopol. Der eindringliche Dokumentarfilm „Die Zivilisationsbringer/Los Civilizadores“ zeichnet die Geschichte der deutschen Kaffeeplantagenbesitzer*innen und ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einfluss nach. Dabei wird sichtbar, wie koloniale Machtstrukturen, Landkonzentration, Rassismus und die Ausbeutung indigener Arbeitskräfte miteinander verbunden waren und bis heute nachwirken. Die sogenannten „Zivilisationsbringer“ kommen selbst zu Wort und erzählen ihre Sicht auf die Entwicklung der Kaffeeindustrie. So macht der Film die Widersprüche zwischen ihrem Selbstbild und den historischen Realitäten sichtbar und beleuchtet die kolonialen Grundlagen der Kaffeeproduktion.

Im Anschluss an den Film kommen wir mit drei Vertreter*innen von Kaffeekooperativen aus Mittelamerika ins Gespräch. Im Mittelpunkt stehen koloniale Kontinuitäten in der heutigen Kaffeeproduktion sowie die Frage nach alternativen Wegen für Produktion und Handel. Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie historische Machtverhältnisse bis heute Land, Arbeit, Handel und Wertschöpfung prägen und welche Perspektiven Kaffeekooperativen auf einen gerechteren und solidarischeren Kaffeehandel entwickeln.

Gesprächsgäste:
• Leticia Guillén, Kooperative Las Lajas, El Salvador
• Andrés Cotuc, Kooperative La Voz, Guatemala
• Héctor Aguilar, Kooperative AGASAcARE, El Salvador
• Uli Stelzner, Regisseur
• sowie Vertreter*innen der MITKA – Mittelamerika-Kaffeeimport

Moderation: Renée Eloundou (ASID e.V.)

Das Gespräch findet auf Spanisch statt mit deutscher Übersetzung.
Der Eintritt ist frei. Es gibt Getränke auf Spendenbasis.

  • Ankündigungstext
  • Die Zivilisationsbringer
  • Spanisches Plakat
  • Protagonist
  • Erntearbeiter*innen auf deutscher Finca