Faire Beschaffung

Eine Weltkugel auf die zwei Verwaltungsmitarbeitende zeigen um zu demonstrieren, das die Produktion von Produkten wie Lebensmittel und Dienstkleidung mit langen Lieferketten in Verbindung steht.

Was ist Faire Beschaffung?

Nicht nur Privatpersonen, auch staatliche, föderale und kommunale Institutionen kaufen Produkte, in deren Lieferketten sozial-ökologische Standards verletzt werden. Dies betrifft z.B. Kinderarbeit im Abbau von Natursteinen für unsere heimischen Straßen und Gebäude, Zwangsarbeit im Rohstoffabbau für die IT oder auch prekäre Beschäftigungsformen in der Textilindustrie, die Dienst- und Schutzkleidung liefert. In Berlin werden jährlich etwa 4 bis 5 Milliarden Euro für Waren, Liefer- und Dienstleistungen von öffentlichen Einrichtungen ausgegebenen. Fast 60 % davon, von den Bezirken. Damit sind die Berliner Bezirke in der Lage, sozial-ökologisch Standards bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen einzufordern und zu entwickeln. Sie leisten somit einen großen Beitrag für die globale Gerechtigkeit.

Faire Beschaffung und die Agenda 2030

SDG 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden

SDG 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

SDG 12 - Nachhaltiger Konsum und Produktion

SDG 12 - Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Unsere Strategie

Um unserer kommunalen Verantwortung in der Erreichung der Ziele der Agenda 2023 Rechnung zu tragen, verfolgt das Bezirksamt Mitte von Berlin eine dreidimensionale Strategie. Dazu gehört die Vernetzung von beteiligten bezirklichen und berlinweiten Akteur*innen, die interne wie externe Sensibilisierung zur gesellschaftlichen Bedeutung des Themas sowie die Entwicklung von Handreichungen für den bezirklichen Einkauf.

Was wir tun?

• Regelmäßige Austauschtreffen mit der Kompetenzstelle für Faire Beschaffung in Berlin und Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung des Bundes
• Angebot von Schulungsmaßnahmen im Bereich Faire Beschaffung für Mitarbeitende
• Analysen potentieller für die Einführung von sozial-ökologischen Standards in der Beschaffung geeigneter Produkte oder Produktgruppen
• Recherche zu sozial-ökologischen Herausforderungen in ausgewählten Produktlieferketten
• Lobbyarbeit und politische Mitwirkung in kommunalen und föderalen Gremien
• Dienstanweisungen zur Einhaltung ausgewählter Sorgfaltspflichten im kommunalen Einkauf und der Vergabe
• Leitfäden und Schulungsmaterialien zur Fairen Beschaffung
• Pilotausschreibungen

Beispielprojekte

Solarlieferketten im Blick

Der Ausbau von Solarenergie ist absolut notwendig ist. Das steht außer Frage. Dennoch bringt die Branche menschenrechtliche und ökologische Herausforderungen mit sich, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen – allen voran die Zwangsarbeit, die in vielen Solar-Lieferketten eine Rolle spielt. Die Broschüre “Solarlieferketten im Blick – Risiken verstehen, verantwortungsbewusst einkaufen” (deutsch und englisch) beleuchtet die Lieferkette von siliziumbasierten Solarmodulen hinsichtlich dieser Herausforderungen und stellt mögliche Ansätze für die Faire öffentliche Beschaffung vor.

  • Broschüre Solarlieferketten im Blick: Risiken verstehen, verantwortungsbewusst einkaufen

    PDF-Dokument (2.4 MB)

  • Booklet Solar supply chains in focus: understand risks, buy responsibly!

    PDF-Dokument (7.3 MB)

Weitere Informationen und Hintergrundmaterialien