Drucksache - 0781/V  

 
 
Betreff: Netzwerk Alleinerziehende für Mitte
Status:öffentlichBezüglich:
1187/V
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenBezirksamt Mitte von Berlin
Verfasser:Bertermann, Kociolek, Kurt und die anderen Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen 
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
19.10.2017 
11. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin überwiesen   
Jugendhilfeausschuss Entscheidung
10.11.2017 
12. öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses      
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
21.12.2017 
13. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   

Sachverhalt
Anlagen:
1. Antrag Bündnis 90/ Die Grünen vom 10.10.2017
3. BE JHA vom 12.12.2017
4. Beschluss vom 21.12.2017
5. VzK vom 13.04.2018
VzK_0781_V_Anlage

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

 

(Text siehe Rückseite)


Bezirksamt Mitte von BerlinDatum:              04.04.2018

hlen Sie ein Element aus.Tel.:237000

Abt. Jugend, Familie und Bürgerdienste

Bezirksverordnetenversammlung                            Drucksache Nr.: 0781/V

Mitte von Berlin


Vorlage -zur Kenntnisnahme- über

Netzwerk Alleinerziehende für Mitte 

Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 21.12.2017 folgendes beschlossen ( Drucksache Nr. 0781/V):

Das Bezirksamt wird ersucht zur Unterstützung Alleinerziehender anlehnend an das entsprechende Netzwerk im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ein bezirkliches Netzwerk zu gründen.

Wir bitten als Zwischenbericht zur Kenntnis zu nehmen:

Alleinerziehende stellen eine nicht unerhebliche Gruppe der Familien im Bezirk Mitte dar.  Allein 5.113 Alleinerziehenden- Bedarfsgemeinschaften beziehen Leistungen im Jobcenter Mitte, davon sind in 4.716 Fällen Frauen Haushaltsvorstand der Bedarfsgemeinschaft[1]. Damit liegt der Bezirk Mitte an 2. Stelle hinter Marzahn-Hellersdorf mit 5.371 alleinerziehenden, erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Gleiches gilt bezogen auf die Alleinerziehenden Bedarfsgemeinschaften in Verbindung mit der Zahl der Kinder. Auch hier liegt Mitte knapp hinter Marzahn-Hellersdorf. Ende 2016 lebten 9015 junge Menschen unter 18 Jahren bei Alleinerziehenden im SGB II Bezug. Dies  waren 16,1% dieser Altersgruppe.

 

Aktuell evaluiert das Jobcenter Mitte  den individuellen Hilfebedarf  der Alleinerziehenden im SGB II Bezug. Zudem wird das Jobcenter Mitte den Betroffenen eigene Ansprechpersonen zur Verfügung stellen, die mit einem verbesserten Betreuungsschlüssel die Möglichkeit der individuellen Förderung haben.

 

Bei der Unterhaltsvorschussstelle des Jugendamtes sind 2017 über 6000 Anträge auf Unterhaltsvorschuss von Alleinerziehenden eingegangen. Davon sind ca. 3000 Elternteile auf Leistungen des Jobcenters angewiesen. In den meisten Fällen handelt es sich um Mütter.

 

Zwischen 2011 und 2013 gab es bereits ein Kooperationsprojekt „ Kurze Wege für Alleinerziehende“ KurWe, mit der Zielstellung über eine Vernetzung der relevanten Akteur*innen abgestimmte Angebote zu entwickeln und Wege ins Berufsleben zu unterstützen. Nach Abschluss des Projekts gab es aus unterschiedlichen Gründen  keine Fortführung.

 

In den letzten Jahren haben sich bezogen auf die Zielgruppe Familien weitere Netzwerke etabliert, (Netzwerk Kinderschutz, Netzwerk Frühe Hilfen, Runde der Familienzentren), die ebenfalls die Zielgruppe  der Alleinerziehenden mit berücksichtigen.

 

Der Bezirk Mitte beteiligt sich zudem als einer von drei Bezirken mit der Abteilung Jugend, Familie und Bürgerdienste und mit Unterstützung des Jobcenters an der Landeskommission zur Prävention von Kinder- und Familienarmut. Dort geht es letztlich darum, Ziele zu benennen und Ressourcen für Maßnahmen zu schaffen, die auf Ebene der Bezirke wirken und u.a. die bestehenden Strukturen verstärken.

 

Im Hinblick auf die Gründung eines Netzwerks Alleinerziehende für Mitte

gibt es folgenden Arbeitsstand:

 

Die Interessenbekundung an die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Frau Kolat, zur  Förderung einer Koordinatori*nnenstelle für Alleinerziehende ist erfolgt (siehe Anlage). Ein stabiles Netzwerk benötigt eine solche Stelle als „Motor“.

Aktuell gründet sich im Bezirk mit den relevanten Partner*innen ein Arbeitsgremium um die ersten Schritte in Richtung Netzwerk Alleinerziehende vorzubereiten. Vertreten sind hierbei das Jugendamt, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt( BCA)  des Jobcenters  und die Gleichstellungsbeauftragte. Weitere Partnerin ist die BCA der Arbeitsagentur.

 

Zur Abstimmung der Schnittstellen zwischen dem Jobcenter Mitte und der Unterhaltsvorschussstelle  des Jugendamtes gab es bereits zwei Treffen auf Gruppenleiterebene.  Weitere sind bei Bedarf vorgesehen.

 

Das Familienservicebüro wird schrittweise aufgebaut und wird auch für Alleinerziehende eine Verbesserung des Serviceangebots darstellen.

 

Ausgehend von den Erfahrungen des früheren Netzwerkes und unter Einbeziehung der Erfahrungen der Netzwerkkoordinatorin Alleinerziehende aus Marzahn- Hellersdorf wird eine schrittweise Erweiterung des Netzwerkes um weitere Akteure geplant.

 

Das Bezirksamt wird unaufgefordert über den weiteren Fortgang berichten.

 

 

A)      Rechtsgrundlage

§ 13 i.V. mit §36 BezVG

B)      Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung 

  1. Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben:

Keine

  1. Personalwirtschaftliche Auswirkungen:

keine

Berlin, den 10.04.2018

Bezirksstadträtin Dr. ObermeyerBezirksbürgermeister von Dassel

 


[1] Statistik Grundsicherung für Arbeitssuchende, Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten Sept. 2017

 
 

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