Drucksache - 0442/V  

 
 
Betreff: Arbeitserleichterungen bei der Erstellung von Bauplanungsunterlagen (BPU)
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion Bündnis 90/Die GrünenBezirksamt Mitte von Berlin
Verfasser:Kociolek, Ochse, Dr. Briest und die übrigen Mitglieder der FraktionSchug, Sascha
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
18.05.2017 
7. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin überwiesen   
Hauptausschuss Vorberatung
30.05.2017 
8. öffentliche Sitzung des Hauptausschusses ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
22.06.2017 
8. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
22.02.2018 
15. Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin mit Zwischenbericht zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlagen:
3. Beschluss vom 22.06.2017
4. VzK als ZB vom 06.02.2018

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen

 

(Text siehe Rückseite)

 


Bezirksamt Mitte von BerlinDatum:                  30.01.2018

Abt. Schule, Sport und Facility ManagementTelefon:33900

SE Facility Management

BezirksverordnetenversammlungDrucksache Nr.: 0442/V

Mitte von Berlin


Vorlage -zur Kenntnisnahme-

über                                                                                                                            Arbeitserleichterungen bei der Erstellung von Bauplanungsunterlagen (BPU)

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 22.06.2017 folgende Anregung an das Bezirksamt beschlossen (Drucksache Nr. 0442/V)

 

Das Bezirksamt wird ersucht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in den bauenden Bereichen ein duales Studium angeboten werden kann.

 

Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen studentische Mitarbeiter*innen und Studierende in Praxissemestern aus entsprechenden technischen Studiengängen unterstützend in den bauenden Bereichen des BA eingesetzt werden können.

 

Weiterhin möge das Bezirksamt prüfen, ob eine projektbezogene Zusammenarbeit (zB. Im Rahmen von Master-/Abschlussarbeiten) mit technischen Studiengängen der Universitäten Berlins für einzelne Baumaßnahmen zu Arbeitserleichterungen bei der Erstellung von BPU führen könnten.

 

 

Das Bezirksamt hat am  06.02.2018 beschlossen, der Bezirksverordnetenversammlung dazu Nachfolgendes als Zwischenbericht zur Kenntnis zu bringen:

 

 

Das Bezirksamt steuert den Personaleinsatz in den bauenden Bereichen - insbesondere in der Serviceeinheit Facility Management - mit dem Ziel, alle durch die jeweiligen Bedarfsträger gemeldeten Projekte umzusetzen und die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel vollständig auszuschöpfen. Als limitierenden Faktor bei der Erreichung dieser Ziele hat das Bezirksamt das in der SE FM für Baumaßnahmen zur Verfügung stehende Personal identifiziert, für die Bewältigung der hohen Anzahl an Projekten und die Umsetzung der v.a. durch die Schulbauoffensive massiven Erhöhung der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel steht derzeit nicht genug Personal zur Verfügung. Das Bezirksamt wägt daher bei jeder Einzelentscheidung ab, ob diese geeignet ist, die Erreichung der o.g. Ziele zu unterstützen.

 

Das Bezirksamt ist sich bewusst, dass die duale Ausbildung von Studierenden in den unterschiedlichen Fachrichtungen eine wichtige Komponente zur Personalgewinnung ist. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt in den Fachbereichen. In  Bezug auf den dualen Studiengang im Bauingenieurwesen ist die Serviceeinheit Facility Management zum aktuellen Zeitpunkt der Auffassung, dass in der gegenwärtigen Situation der Einsatz dualer Studenten kontraproduktiv wäre.
Zur Begründung im Einzelnen:

 

-          Die Baudienststelle erkennt derzeit keinen Anlass für die Notwendigkeit, ein duales Studium, z.B. für Bauingenieure oder Architekten, anzubieten. Die Stellenangebote werden gut angenommen, die Besetzung der offenen Stellen im Verlauf des Jahres 2017 verlief erfolgreich.

-          Die Baudienststelle strebt primär die Einstellung berufserfahrener Bewerber an.

-          Die Baudienststelle nimmt mit dem Ziel eines möglichst hohen Ergebnisses ausschließlich die nicht delegierbaren Bauherrenaufgaben wahr.

-          Die Planungsleistungen werden vollumfänglich extern beauftragten Planungsbüros übertragen.

-          Der bestehende Studienplan beinhaltet Lehrinhalte, die infolge des hohen Delegationsgrades nur zu 10-15 % durch die SE FM abgedeckt werden.

-          Die AG H&T besteht derzeit aus ca. 25 % hinreichend erfahrenen Beschäftigten, die neben der Vorbereitung und Umsetzung insbesondere der komplexen und schwierigen  Baumaßnahmen parallel die Gruppenleitungen unterstützen, das neu eingestellte Personal (ca. 75%) einzuarbeiten. Die Anleitung weiterer und nahezu „ungelernter“ Kräfte ist in dieser Konstellation nicht möglich ohne die Projektarbeit zu vernachlässigen.

-          Es besteht immer die Gefahr des Studienabbruchs aus Gründen, die durch die Baudienststelle nicht beeinflusst werden können. Eine Garantie, dass der Ausgebildete nach dem Studium langfristig im BA Mitte gebunden werden kann, besteht nicht und kann auch nicht vertraglich geregelt werden.

-          Studierende müssen, um alle Studieninhalte auch praktisch abzudecken, an externe Planungsbüros vermittelt werden.

  • Die SE FM kann dort nur begrenzten Einfluss auf die dort vermittelten Inhalte nehmen.
  • Es entstehen möglicherweise Kosten bei dem Abschluss von „Ausbildungspartnerschaften“ mit externen Büros.
  • Die Hoffnung, über das Angebot eines dualen Studiums einen besseren Zugriff auf qualifizierte Bewerber zu erhalten, wird in dem Maße reduziert, in dem die Ausbildung auf externe Partner verlagert wird.

 

Der Einsatz von Studierenden in Praxissemestern und die projektbezogene Zusammenarbeit mit Studierenden im Rahmen von Master- und Abschlussarbeiten sind derzeit ebenfalls nicht geeignet, einen positiven Beitrag bei der Erstellung von Bauplanungsunterlagen zu leisten, da diese Instrumente u.a. wegen der geringen Eigenleistungsquote und der Belastung des zur Verfügung stehenden Personals die Erstellung von Bauplanungsunterlagen aus Sicht des Bezirksamtes eher behindern als befördern.

 

Das Bezirksamt verfolgt aktuell eine Strategie der Intensivierung der Zusammenarbeit mit Hochschulen in den bauenden Bereichen. Die Erstellung von Bauplanungsunterlagen steht hierbei weniger im Vordergrund. Es werden primär folgende Ziele verfolgt: Etablierung des Bezirksamtes als potentieller und attraktiver Arbeitgeber, Projektvorbereitung vor Beauftragung externer Planungsbüros und Klärung von Grundsatzfragen.

 

Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Studierenden soll daher vorrangig durch die Bereitstellung von Entwurfsaufgaben und Planungsgrundlagen für Entwurfs- und Planungsseminare und die ergänzende Betreuung einzelner Masterarbeiten mit Themenschwerpunkten, die für das Bezirksamt Mitte bedeutend sind, erfolgen.

 

Im zurückliegenden Semester wurden in Kooperation mit der Beuth-Hochschule für Technik und der SE FM u.a. zwei Entwurfsklassen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten (Neubau, Sanierung und Umbau des Bestandsgebäudes) betreut, die sich mit dem Projekt der Albert-Gutzmann-Schule befasst haben. Die Ergebnisse dieser Arbeiten haben das Spektrum möglicher Lösungsansätze ausgelotet und liefern wertvolle Hinweise für die Entwicklung des Bedarfsprogramms.

 

Eine Zusammenarbeit der SE FM mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Rahmen der Betreuung einer Bachelorarbeit steht kurz vor dem Abschluss. Thema der Arbeit ist die energetische Optimierung der Anlagentechnik im Erika-Hess-Eisstadion, einschl. Erweiterungsbauten, unter Einbeziehung der erforderlichen Prozesstechniken im Kontext zur Nutzung als Eisstadion und Mehrzweckhalle und unter Berücksichtigung der politischen Klimaschutzziele und der Vorgaben des Berliner Energiewendegesetzes.

 

Gemeinsam mit der TU Berlin wird durch die SE FM ein Forschungsprojekt mit dem Ziel der energetischen Optimierung der technischen Anlagen des Erika-Hess-Eisstadions durchgeführt. Die inhaltliche Vorbereitung ist nahezu abgeschlossen, die Kooperationsvereinbarung wird in den nächsten Wochen unterzeichnet.

 

Das Bezirksamt strebt die Ausweitung und Verstetigung dieser vielversprechenden Ansätze in den kommenden Jahren an.

 

 

A)      Rechtsgrundlage:

§ 13 i.V. mit § 36 BezVG

B)      Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung 

  1.    Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben:

keine

  1.    Personalwirtschaftliche Auswirkungen:

keine

Berlin, den 06.02.2018

Bezirksbürgermeister von DasselBezirksstadtrat Spallek

 

 

 
 

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