Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte verurteilt zutiefst den brutalen Femizid, der am 10. April 2025 in Moabit verübt wurde. Es ist bereits der vierte Femizid in Berlin in diesem Jahr. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen, Freund:innen und Unterstützer:innen des Opfers.
Femizide sind keine Einzelfälle. Sie sind das tödliche Ergebnis einer strukturellen, tief verwurzelten Gewalt gegen Frauen und bedürfen stärkerer politischer und gesellschaftlicher Gegenmaßnahmen.
Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte betont in diesem Zusammenhang:
• die Bedeutung der umfassenden Aufklärung solcher Taten und die konsequente strafrechtliche Verfolgung von geschlechtsspezifischer Gewalt,
• den notwendigen Ausbau und die langfristige Sicherung von Schutz- und Beratungsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen – auch in Mitte,
• die Rolle frühzeitiger, niedrigschwelliger Präventionsarbeit, insbesondere in Bildung, Schulsozialarbeit, Familienförderung und aufsuchender Sozialarbeit,
• die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Polizei, Justiz, Gesundheitswesen, Verwaltung und Trägern – bei gleichzeitiger Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Gewalt,
• die Wertschätzung für zivilgesellschaftliche Initiativen, Beratungsstellen und Aktivist*innen, die sich tagtäglich gegen Gewalt an Frauen einsetzen.
Zugleich stellt die Bezirksverordnetenversammlung Mitte fest:
Die strukturelle Unterfinanzierung der Bezirke erschwert zunehmend die Erfüllung gesetzlicher Aufgaben im Bereich von Schutz, Prävention und Hilfe.
Ob Schulstationen, Familienzentren, Jugendsozialarbeit oder Gesundheitsförderung – zentrale Angebote, die Schutz und Handlungsmöglichkeiten schaffen, sind akut gefährdet. Auch die landesfinanzierten Schutzstrukturen für gewaltbetroffene Frauen reichen bei weitem nicht aus und erfüllen nicht die Standards der Istanbul-Konvention. Die Bezirksverordnetenversammlung Berlin Mitte spricht sich gegen den Sparkurs bei diesen dringend benötigten Hilfestrukturen aus.
Mitte darf kein Ort sein, an dem Gewalt gegen Frauen stillschweigend hingenommen wird. Jeder Femizid ist einer zu viel – und zugleich auch ein Auftrag an die Politik, endlich zu handeln.
Jede Frau hat ein Recht auf Schutz, Sicherheit und ein Leben in Freiheit – überall und jederzeit.