Eine andere Straße in unserem Bezirk, die Invalidenstraße, wird für immer mit einer schrecklichen Tragödie verbunden sein. Vor gut einem Jahr kamen dort vier Menschen ums Leben, derer wir kürzlich am Unfallort gedacht haben. Der Fahrer eines schnell fahrenden SUV hatte im September 2019 die Kontrolle über sein tonnenschweres Gefährt verloren und ein junges Paar sowie ein Kleinkind und seine Großmutter überfahren. Viel ist seitdem darüber gesprochen worden, was man tun kann, um die Invalidenstraße sicherer zu machen für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. In Zusammenarbeit mit der Senatsverkehrsverwaltung konnten wir bereits wenige Wochen nach dem Unfall Tempo 30 anordnen. Am 12. Oktober beginnen nun die Arbeiten für den geschützten Radfahrstreifen entlang der lnvalidenstraße zwischen Gartenstraße und Brunnenstraße. Zum Schutz der Radfahrenden werden Kunststoffpoller befestigt. Im Bereich der Grundstückszufahrten und Einmündungen sowie an konfliktreichen
Stellen werden Fahrradpiktogramme auf dem Asphalt bzw. auf der vorgesehenen roten Markierungsfläche aufgetragen. In der Ackerstraße wird südlich der Invalidenstraße auf der Ostseite eine 30 Meter lange Lieferzone eingerichtet; in der Elisabethkirchstraße, nördlich der Invalidenstraße, eine 11,5 Meter lange Lieferzone.
Ganz entscheidend für den Erfolg dieser Maßnahmen und generell für mehr Sicherheit auf unseren Straßen und Lebensqualität in unseren Innenstädten wird es allerdings sein, dass wir Rücksicht aufeinander nehmen und der motorisierte Individualverkehr nicht länger alle anderen Verkehrsteilnehmenden dominiert. Vision Zero muss Leitschnur für die Verkehrspolitik in Berlin sein – auch in Mitte. Wir stehen in der Pflicht! Wie das gelingen kann, erleben wir zurzeit – siehe oben – auf der Flaniermeile Friedrichstraße!