Was unterscheidet den Leopoldplatz von anderen Plätzen in Berlin?
Der Leopoldplatz ist Schauplatz einer der größten Suchtkrankentreffpunkte (Alkohol, Drogen) in Berlin. Immer wieder kommt es hier zu Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum. 2009 wurde der Runde Tisch Leopoldplatz gegründet, hier versammelten sich betroffene Akteure und suchten nach Lösungsansätzen für bestehende Nutzerkonflikte. So wurde nach und nach ein großes Netzwerk geknüpft, und es wurde ein auf den Leopoldplatz zugeschnittenes integratives Handlungskonzept erarbeitet, an dem auch die Szene aktiv mitwirken konnte. Dieses Konzept ist gemeinwesenorientiert unter dem Motto “ein Platz für Alle” und basiert auf Konfliktlösungen statt Verdrängung. Dieses Konzept finden wir auf keinem anderen Platz in Berlin.
Wie haben Sie Ihre Mitarbeitenden für den Einsatz am Leopoldplatz vorbereitet?
Für die Betreuung am Leopoldplatz haben wir uns speziell am integrierten Handlungskonzept orientiert. Die Mitarbeitenden haben verstärkt Schulungen in der Kommunikation und im Konfliktmanagement absolviert und verfügen über Mehrsprachigkeit. Hier wurde bewusst auf die deeskalierende und freundliche Ansprache auf Augenhöhe gesetzt. Ich muss dazu sagen, dass wir kein klassischer Sicherheitsdienst sind, wir führen niederschwellige positive Ansprachen durch und verstehen uns als Ansprechpartner*innen für alle Nutzergruppen. Gespräche statt Verdrängung ist auch unser Motto! Wir arbeiten sehr analytisch und versuchen über Gespräche positiv einzuwirken.
Besonders wichtig ist hierbei die Zusammenarbeit mit dem bestehenden Netzwerk (Bezirksamt, bezirkliche Präventionskoordination, Platzmanagement, Ordnungsamt und Polizei). Wir sind auch regelmäßig in der Praktiker-Runde, berichten von unserer Tätigkeit und erarbeiten gemeinsam mit den Akteuren der Praktiker-Runde Lösungsansätze für verschiedene Problematiken.
Was muss passieren, damit Sie aus Ihrer Sicht am Leopoldplatz erfolgreich sind?
Gespräche sind sehr wichtig. Es ist entscheidend, als Ansprechpartner wahrgenommen zu werden und stetig Ansprachen durchzuführen, auf die Probleme aufmerksam zu machen und die Nutzergruppen für ein positives Miteinander zu sensibilisieren.
Wir befinden uns hier in einem etwas längeren Prozess, wo ein Ziel nicht von heute auf morgen erreicht werden kann, daher ist ein langer Atem notwendig. Wir sind erfolgreich wenn ein Tag ohne Komplikationen vorübergeht ….