Antimuslimischer Rassismus bezeichnet Vorurteile, Abwertungen, Ausgrenzungen und Diskriminierungen gegenüber Muslim*innen und gegenüber Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden.
Dabei werden Menschen aufgrund ihrer zugeschriebenen oder tatsächlichen religiösen Zugehörigkeit, ihres Namens, ihres Aussehens oder ihrer vermeintlichen Herkunft als „anders“ markiert und auf bestimmte Eigenschaften reduziert. Muslim*innen werden dabei häufig als homogene Gruppe dargestellt und mit negativen Zuschreibungen wie „fremd“, „rückständig“, „gewalttätig“ oder „nicht zugehörig“ verbunden.
Antimuslimischer Rassismus richtet sich deshalb nicht nur gegen Menschen, die sich selbst als muslimisch verstehen. Betroffen sein können auch Menschen, denen ein Muslimischsein zugeschrieben wird, beispielsweise aufgrund ihres Namens, ihres Aussehens oder ihrer vermeintlichen Herkunft.
Warum sprechen wir von antimuslimischem Rassismus?
Der Begriff macht deutlich, dass es sich nicht ausschließlich um persönliche Vorurteile oder eine Ablehnung des Islam handelt. Antimuslimischer Rassismus kann sich individuell, gesellschaftlich, institutionell und strukturell zeigen und zu Benachteiligungen und Ausschlüssen führen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Vorstellung, Muslim*innen seien grundsätzlich „anders“ und gehörten nicht zum gesellschaftlichen „Wir“. Religion, Kultur, Herkunft oder äußere Merkmale werden miteinander verknüpft und als vermeintlich unveränderliche Eigenschaften einer Gruppe verstanden. Dadurch werden Menschen als „Andere“ konstruiert und Ungleichbehandlung kann gerechtfertigt oder normalisiert werden.
Antimuslimischer Rassismus kann sich beispielsweise in Beleidigungen und Anfeindungen, Benachteiligungen im Bildungs- und Arbeitsbereich, Racial Profiling, institutioneller Diskriminierung oder körperlicher Gewalt zeigen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Absicht hinter einer Handlung, sondern auch ihre diskriminierende Wirkung.