Informationsveranstaltung zur Instandsetzung des Spreeradwegs am Schleswiger Ufer am 12.03.2018

Informationsveranstaltung zur Instandsetzung des Spreeradwegs am Schleswiger Ufer am 12.03.2018
Bild: Straßen- und Grünflächenamt Mitte

An das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) wurden während und auch nach der o.g. Informationsveranstaltung eine Anzahl von Fragen im Zusammenhang mit der Instandsetzung des Spreeradweges gerichtet.

Noch können nicht alle Fragen beantwortet werden, da

a) der Rechercheaufwand recht groß ist und

b) nahezu täglich neue Fragen eingehen.

Aber: Das SGA hat recherchiert und zusammen mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und den beauftragten Planungsbüros die folgenden Antworten ausgearbeitet.

Die Antworten auf die offenen Fragen werden sukzessive nachgereicht.

Das SGA hat den Vorschlag an die Planungsbüros mit der Bitte um Prüfung weitergereicht.

Es muss an den „alten“ Standorten geprüft werden, ob diese aus gärtnerischer Sicht sinnvoll sind. Um der Bodenmüdigkeit entgegen zu wirken, kann eine Verschiebung der Pflanzorte erforderlich werden.

Bodenmüdigkeit beschreibt den Zustand des Bodens, wenn das Wachstum im Laufe der Zeit zurückgeht. Auch Düngemaßnahmen schaffen keine Abhilfe. Die Bodenmüdigkeit tritt insbesondere bei jahrelangem Anbau der gleichen Pflanzen am gleichen Standort auf. Die Ursachen sind vielfältig und im Detail nicht vollends erforscht. Eine Pflanzenart entzieht immer wieder die gleichen Nährstoffe dem Boden. Dadurch verarmt der Boden in charakteristischer Weise, da jede Pflanzengattung unterschiedliche Mengen an Düngestoffen dem Boden entzieht. Gegenmaßnahmen sind ein Wechsel der Baumart und die Auswahl neuer Standorte.

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Baumfällungen sind am Holsteiner Ufer für den Spreeradweg nicht geplant. Ob Sträucher entfernt werden müssen, entscheidet sich in der weiteren Umsetzung. Keinesfalls wird es aber zu großflächigen Rodungen kommen.

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Am Holsteiner Ufer erfolgt die Wegeführung auf der Straße. Eine weitere Versiegelung wird dadurch vermieden. Derzeit wird geprüft, ob am Schleswiger Ufer die vorhandene wassergebundene Wegedecke durch eine bituminöse Decke (Asphalt) ersetzt werden soll.

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Geplant ist, auf der Straße den Fahrstreifen in Asphalt zu befestigen. Dies ist im Land Berlin der übliche Belag für Radverkehr. Die gebäudenahe Parkspur soll in Großsteinpflaster erhalten bleiben.

Zum Denkmalschutz kann ergänzend dargelegt werden, dass grundsätzlich alle baulichen Maßnahmen, die die Belange des Denkmalschutzes berühren, mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt abzustimmen sind.

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Das SGA lässt zu den Gefahrenpunkten entlang des Radweges eine Gefährdungsanalyse erstellen. Aus dieser werden sich dann geeignete (Sicherheits-)Maßnahmen ableiten.

Allerdings: Berlin verfolgt eine Baupolitik der Barrierefreiheit.

Weniger Hindernisse im Alltag, das erfordert Koordination und eine Bauplanung für die Bedürfnisse von Menschen, welche die Vielfalt der Stadt barrierefrei nutzen wollen. So soll auch der gesamte öffentliche Freiraum mit seinen sehr differenzierten Nutzungsbereichen für alle Menschen ein Angebot ohne Einschränkungen sein. Auf Einbauten in den Radweg, die die Barrierefreiheit einschränken, muss aus diesen Gründen verzichtet werden (siehe dazu auch: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/barrierefreies_bauen/download/designforall/Handbuch-Design_for_all_2011.pdf).

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Frage zum Verlauf des Radwegs in Richtung Charlottenburg

Die Abstimmung mit einzelnen Bauvorhaben findet in dem jeweiligen Bezirk statt. Das BA Mitte führt keine Abstimmungen zu den im Bau befindlichen Vorhaben in Charlottenburg durch. Dies ist alleinig die Aufgabe des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach Auskunft aus dem Nachbarbezirk wird weiterhin an der Wegeverbindung im Sinne der übergeordneten, bezirksübergreifenden Radwegeplanung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz festgehalten.

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Frage zum Ausbau des Uferwegs am Schleswiger Ufer

Frage zum Hansa-Ufer

Grundlage für die Planungen und die Baumaßnahme Spreeradweg sind die Vorgaben und das übergeordnete Fahrradroutennetz der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Die Senatsverwaltung koordiniert die übergeordnete Führung des Spreeradweges für alle Bezirke. Nach Auskunft der Senatsverwaltung ist weiterhin geplant, dass der Spreeradweg auf Charlottenburger Seite weitergeführt wird, so dass keine Sackgasse entsteht.

Die Abstimmung zu den einzelnen Bauvorhaben findet in dem jeweiligen Bezirk statt. Folglich hat der Bezirk Mitte keine Abstimmungen zu dem im Bau befindlichen Gebäudekomplex Charlottenburg 1 geführt. Dies ist Aufgabe des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Nach Auskunft aus dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wird es dort eine Wegeverbindung geben. Details werden mit dem Investor über einen städtebaulichen Vertrag geregelt.

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Frage zum Wegstück zwischen Wullenwebersteg und Hansabrücke

Derzeit wird geprüft, ob am Schleswiger Ufer die vorhandene wassergebundene Wegedecke durch eine bituminöse Decke (Asphalt) ersetzt werden soll. Eine wassergebundene Wegedecke hält erfahrungsgemäß den Belastungen eines ganzjährig frequentierten Radweges nicht stand. Sie ist anfällig für Erosion in Gefällstrecken, da bei starken Regenfällen die oberste Schicht des Materials regelmäßig abgetragen wird. Die Wege werden wellig, Rinnen und Schlaglöcher entstehen. Eine Instandhaltung der Wege ist laufend erforderlich, insbesondere nach den Frost-Tau-Wechselperioden. Der Radweg wäre entgegen der eigentlichen Absicht nicht ganzjährig befahrbar, zumal ein Winterdienst auf Tennendecken (wassergebundene Wegedecken) nicht möglich ist, ohne erhebliche Schäden am Belag hervorzurufen. Zudem birgt die bituminöse Wegebefestigung nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Menschen mit Behinderungen Vorteile.

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Frage zum Bellevue Ufer

Erfahrungsgemäß halten wassergebundene Wegedecke den Belastungen eines ganzjährig frequentierten Radweges nicht stand. Das SGA teilt das Anliegen, eine für die Erholungsnutzung ganzjährig geeignete Grünanlage zu erhalten. Dieses Ziel wurde als Aufgabenstellung an die Planer formuliert. Die Erfahrungen aus anderen Grünanlagen zeigen, dass mit einer bituminösen Wegedecke die Aufwertung der Grünflächen einhergehen kann, weil sich die ganzjährige Nutzbarkeit der Wege deutlich verbessert. Darüber hinaus gilt zu bedenken, dass die Wegebefestigung nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Menschen mit Behinderungen Vorteile bringt.

Der Weg bleibt im Bereich Schloss Bellevue mit Natursteinpflaster befestigt. Im Wegeverlauf ist eine moderate Verbreiterung geplant, um Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Bei der Planung fließen die langjährigen Erfahrungen der Radverkehrswegeplanung ein. Die geplante abschnittsweise Verbreiterung des vorhandenen Weges -von derzeit durchschnittlich ca. 3,42 m auf zukünftig 4,00 m- soll dem sicheren Nebeneinander von Radfahrern und Fußgängern dienen. Das SGA wird eine Gefährdungsanalyse durchführen lassen und ggf. daraus (Sicherheits-) Maßnahmen ableiten, um die Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu minimieren.

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Der Spreeradweg soll ab dem Pflegeeingang Flotowstraße auf das Schleswiger Ufer -am Ufer entlang- geführt werden. Es entsteht keine Sackgasse. Auf Charlottenburger Gebiet wird der Radweg weitergeführt. Leider kann der Radweg wegen der Bestandsgebäude nicht kontinuierlich am Ufer geführt werden.

Die technische Gestaltung der Wegeführung im Bereich der Bestandsbäume wird nach den einschlägigen Regelwerken ausgeführt. Die dadurch entstehenden Mehrkosten werden als gering eingeschätzt. Eine Begleitung durch einen Baumsachverständigen im Rahmen der ökologischen Baubegleitung wird sicherstellen, dass keine Schäden am Baumbestand entstehen.

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Es ist nicht zu erwarten, dass der obere Weg das Radfahraufkommen auf dem unteren Weg verringern wird. Es handelt sich beim oberen Weg um einen Anschluss des durchgängigen Radweges an das Straßennetz, hier Hansabrücke und Altonaer Straße.

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Eine wassergebundene Wegedecke ist für eine durchgängige ganzjährige Radwegeverbindung mit der erwarteten Nutzerfrequenz nicht ausreichend geeignet.

Bundesweite Erfahrungen im Radwegebau sprechen dafür, dass Asphalt der grundsätzlich geeignetste Wegebelag für Radwege ist. Durch entsprechende Wegeführung und Wegebreiten soll ein konfliktarmes Nebeneinander von Fußgängern und Radfahrern erreicht werden. Dazu sind die langjährigen Erfahrungen im Land Berlin in die Planung eingeflossen.

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Die Effekte auf das Mikroklima durch die Verwendung einer bituminösen Decke sind sehr gering. Der Radweg wird in großen Teilen von Bäumen beschattet. Dort sind keine Veränderungen des Mikroklimas zu erwarten. Die vorgesehene Verwendung von hellen Zuschlagsstoffen in der Deckschicht minimiert die Aufwärmung weiter.

Grundsätzlich wird der Wurzelraum durch Asphalt mehr verengt, als durch eine wassergebundene Wegedecke. Deshalb ist beim Bau des Spreeradweges unter den Bäumen im Wegebereich eine Pflasterung vorgesehen. Dadurch werden Beschädigungen der Baumwurzeln vermieden. Gleichzeitig werden Schäden der Wurzeln am Asphalt reduziert. Die Versorgung der Bäume mit Wasser und Luft wird dadurch nicht substanziell verändert.

Beim Bau des Spreeradweges werden die Hinweise zum Schutz von Bäumen auf Baustellen strikt eingehalten (siehe dazu: DIN 18920, RAS-LPH4).

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Wassergebundene Decken führen bei fachgerechter Anlage und entsprechender Unterhaltung zu ausreichender Niederschlagsversickerung und haben demzufolge einen niedrigeren Abflussbeiwert verglichen mit Asphaltoberflächen. Der hohe Unterhaltungsaufwand und die entsprechenden Unterhaltskosten sind von Nachteil.
Die Auswaschung des oberflächlichen Feinsandes ist nicht zu vermeiden und muss regelmäßig nachgesandet werden. Bei mangelnder Durchwässerung durch die Verdichtung in Folge der hohen Nutzerfrequenz kann es leicht zu Staubbildung kommen, während bei langanhaltenden Regenfällen Schmutzbildung bzw. Verschlammung auftreten kann. Durch die Winterräumdienste kann die Oberfläche beschädigt werden. Wassergebundene Wegedecken sind nur dann ein ästhetischer Gewinn, wenn der Nutzerdruck nicht allzu hoch ist und die Schäden durch die Frequenz der Nutzung in Grenzen gehalten werden können. Dies ist bei einem ganzjährig genutzten Geh- und Radweg nicht zu erwarten.

Überall dort, wo es die Frequenz der Nutzung erlaubt, gestaltet das SGA Mitte Parkwege mit wassergebundene Wegedecke. In den großen Parkanlagen wie dem Großer Tiergarten, dem Schillerpark, dem Humboldthain, wo sich die Fußgänger und Radfahrer relativ weiträumig verteilen, ist dies auch möglich. Ab einer gewissen Radfahrfrequenz und bei Parkwegen mit Steigungen, hat sich der Einsatz von Asphalt auch in diesen Grünanlagen bewährt.

Die Erholungseignung der Grünanlage wird nach Einschätzung des SGA durch die bituminöse Befestigung des Weges nicht eingeschränkt. Im Abschnitt zwischen Schloss Bellevue und Wullenwebersteg sind gegenwärtig 78 % der Wege in Asphalt bzw. Pflaster befestigt. Um den Asphaltbelag in die Grünanlage optisch einzubinden, ist in der Planung enthalten, den Asphaltstreifen beidseitig mit Mosaikpflasterstreifen aus Naturstein einzufassen, so dass optisch der Asphalt nicht die gesamte Wegebreite einnehmen wird. Die Anlage von neuen Sitzplätzen, von Aufenthaltsbereichen und einer vielfältigen Bepflanzung wird den Grünzug deutlich aufwerten.

Beim Spreeradweg wird der alternative Wegeaufbau mit einer wassergebundenen Wegedecke geprüft. Vor- und Nachteile werden dabei abgewogen.

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Pro und Contra Asphalt oder wassergebundene Wegedecke

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Grundlage für die Planungen und die Baumaßnahme Spreeradweg sind die Vorgaben und das übergeordnete Fahrradroutennetz der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (siehe dazu: Plan „Übergeordnetes Fahrradroutennetz von Berlin“, SenUVK, Stand Nov. 2017; http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/mobil/fahrrad/radrouten/download/uebergeordnetes_fahrradroutennetz.pdf()).

Die Senatsverwaltung koordiniert die übergeordnete Führung des Spreeradweges für alle Bezirke. Nach Auskunft der Senatsverwaltung ist weiterhin geplant, dass der Spreeradweg auf Charlottenburger Seite weitergeführt wird, so dass keine Sackgasse entsteht.

Die Abstimmung mit einzelnen Bauvorhaben findet in dem jeweiligen Bezirk statt. Der Bezirk Mitte führt keine Abstimmungen zu dem im Bau befindlichen Gebäudekomplex Charlottenburg Nr. 1 durch. Dies ist Aufgabe der örtlich zuständigen Kolleg*innen. Nach Auskunft aus dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wird an der Wegeverbindung festgehalten. Die Details werden mit dem Investor über einen städtebaulichen Vertrag geregelt.

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Die Neupflanzungen werden zur Fertigstellung der Maßnahme abgeschlossen sein. Der Vorschlag für die Neupflanzung von Weiden im Bereich der Kampfmitteluntersuchung wurde an die Planungsbüros mit der Bitte um Prüfung weitergeleitet. Die Standorte für die Bäume werden leicht verändert, um einer Bodenmüdigkeit entgegen zu wirken.

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