Lebendige Zentren und Quartiere - Müllerstraße (Projekte)

AZ Müllerstraße - Bibliothek

Bau einer Mittelpunktbibliothek (läuft seit 2009)

Der Bezirk Mitte plant für Ende 2014 die Erweiterung der Schiller-Bibliothek an der Müllerstraße 147 zu einer Mittelpunktbibliothek. Die Bibliothek im ehemaligen und denkmalgeschützten BVV-Saal soll von jetzt 300m² auf 1.600m² Nutzfläche erweitert werden.
Geplant ist nicht nur die Vergrößerung der Bibliothek, sondern auch die Integration von Arbeitsräumen z.B. für Projekte zur Leseförderung, die von Kitas und Schulen genutzt werden können. Hier soll dann auch Ende 2014 die Jugendmedienetage aus der Swinemünder Straße 80 einziehen. Langfristiges Ziel ist der Ausbau der Angebote am Rathausplatz zu einem neuartigen Bildungs- und Lernzentrum für die ganze Familie.
Als erster Schritt zur Realisierung wurde im November 2009 eine städtebauliche Studie erarbeitet, die den Standort und die Baukörperanordnung für die neue Bibliothek festgelegt hat. Demnach soll der Bibliotheksbau auf dem Gelände entlang der Brandwände südlich des Rathausturms entstehen.
Ende 2010 wurde ein architektonischer Realisierungswettbewerb ausgeschrieben, der das genaue Aussehen der Architektur zum Thema hat. Gewonnen hat der Entwurf der Architekturbüros AV1 Architekten aus Kaiserslautern.
Bei dem Bebauungsentwurf entlang der Brandwand, entsteht bis Ende 2014 als erster Bauabschnitt eine Mittelpunktbibliothek. Ab dem Jahr 2018 ist in einem zweiten Bauabschnitt die Erweiterung zur Bezirkszentralbibliothek geplant.
Weitere Informationen zum Projekt Schillerbibliothek

Leopoldplatz

Geschichte trifft kulturelle Vielfalt – Gemeinsam einen Platz für alle entwickeln (läuft seit 2009) Der Leopoldplatz bildet gemeinsam mit dem Rathausplatz das Herzstück der Müllerstraße. Die Situation am Leopoldplatz wird seit längerem durch Probleme wie Verschmutzung, Alkoholismus und Drogenkriminalität geprägt. Die vorhandenen Qualitäten des Platzes wie die alte Nazarethkirche von Karl Friedrich Schinkel, ein Wochenmarkt sowie Spiel- und Aufenthaltsbereiche werden somit kaum wahrgenommen. Die große Unzufriedenheit aller Akteure über die Nutzungen und Nutzbarkeit des Leopoldplatzes und die geringe Aufenthaltsqualität erfordert ein ganzheitliches Gestaltungs- und Nutzungskonzept für den Platz. Es soll dazu beitragen, die Qualitäten des Platzes für alle Nutzer und Nutzerinnen wieder wahrnehmbar zu machen. Es sollen Lösungen erarbeitet werden, die den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Gruppen am Platz (Gewerbetreibende, Anwohner, Kinder- und Jugendliche, Trinkergruppen, Kirchengemeinde) gerecht werden. Eine enge prozessbegleitende Zusammenarbeit besteht mit dem Runden Tisch Leopoldplatz, der als Multiplikator gewonnen werden konnte und sich seit längerem bemüht, Lösungsansätze für den Leopoldplatz zu erarbeiten. Die Mitglieder des Runden Tisches, die Stadtteilvertretung Müllerstraße sowie viele engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich 2010 in die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für den Leopoldplatz eingebracht. Das Konzept „Geschichte trifft kulturelle Vielfalt – Gemeinsam einen Platz für alle entwickeln“ fußt auf folgenden vier Bausteinen:
AZ Müllerstraße - Leoplodplatz 1

Baustein A – Nutzungsvielfalt durch kulturelle Belebung
Dass sich was tut auf dem Leopoldplatz, zeigt sich immer wieder durch die vielen verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen auf dem Platz. 2010 konnte auf Initiative des Runden Tisches Leopoldplatz und durch das Zutun vieler engagierter Kulturschaffender des Wedding und von Anwohnerinnen und Anwohnern z.B. erstmalig die Fête de la Musique auf dem Leo gefeiert werden. Die Aktion „White Wedding“ hat Nachbarn in der Allee zu einem gemeinsamen Essen zusammengerufen und auch der wieder ins Leben gerufene Weihnachtsmarkt ist mit dem Kunst- und Kulturweihnachtsmarkt wieder auf den Leopoldplatz zurückgekehrt und war ein Erfolg. Viele Ideen entstehen dabei am Runden Tisch Leopoldplatz oder in der Stadtteilvertretung und werden gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umgesetzt.
Auch in 2011 – 2014 gab es regelmäßig Veranstaltungen auf dem Leopoldplatz, welche Anlass waren für Begegnungen von alt eingesessenen Weddingerinnen und Weddingern und auch neuen Besucherinnen und Besuchern die eingeladen waren, die schönen Seiten des Wedding kennen zu lernen.

AZ Müllerstraße - Leoplodplatz 2

Baustein B – Bauliche Umgestaltung (2013 abgeschlossen)
An der landschaftsplanerischen Umgestaltung arbeitet seit 2010 das Planungsbüro Frank von Bargen, das mit der Konzepterstellung und späteren Umsetzung beauftragt wurde. Der Leopoldplatz wurde in verschiedene Teilflächen gegliedert.
Vorne an der Müllerstraße ist ein Stadtplatz vorgesehen. Dieser soll Besucherinnen und Besucher zum Verweilen einladen. Die Planungen sehen Varianten vor, in denen die alte Brunnenanlage reaktiviert oder ein neues Fontainenfeld anstelle des alten Brunnens auf dem Platz angelegt wird. Überlegt wird auch, ob ein Pavillon mit gastronomischer Nutzung auf dem Platz errichtet werden soll, um mehr Leben auf dem Platz zu erreichen. Erhalten werden soll in jedem Fall der Markt und die Möglichkeit dort größere Veranstaltungen durchzuführen.
Hinter der Alten Nazarethkirche schließt eine Parkfläche an, auf der ein größerer Spielplatz mit Liegewiese und ein Aufenthaltsbereich entstehen sollen. Die Neue Nazarethkirche soll einen repräsentativen Vorplatz bekommen auf dem im Sommer Boule gespielt werden kann. Der Spiel- und Sportbereich hinter der Kirche bleibt erhalten.
Verbunden werden die einzelnen Bereiche durch das Aktionsband entlang der Promenade der Nazarethkirchstraße, auf der neue Treffpunkte durch zahlreiche Sitz- und Spielelemente geschaffen werden sollen. Das Konzept sieht neben dem Fällen von Bäumen auf dem vorderen Platz an der Müllerstraße auch die Neupflanzung auf der Parkfläche vor.

AZ Müllerstraße - Leoplodplatz 3

Baustein C – Gemeinwesenbezogenes Platzmanagement (läuft seit 2010)
Neben der baulichen Umgestaltung des Leopoldplatzes soll der Platz zukünftig auch neue Nutzergruppen wie Senioren, Familien mit Kindern, junge Menschen aus dem Wohngebiet und Kunden der anliegenden Geschäfte zum Verweilen einladen.
Ein Team von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern von Gangway e.V. bildet das „Team Leo“ als gemeinwesenbezogenes Platzmanagement und unterstützt den nachhaltigen Veränderungsprozess, indem es auf die vielschichtigen Problemlagen der unterschiedlichen Personengruppen auf dem Platz und in der Wohnumgebung eingeht, versucht Konflikte zu lösen, in konkreten Problemlagen zu helfen und die Nachbarschaftsarbeit zur kulturellen Belebung des Platzes zu unterstützen.
Ganz nach dem Motte „Geschichte trifft kulturelle Vielfalt – Gemeinsam einen Platz für alle entwickeln“ setzt das Konzept auf ein „MITEINANDER“ und nicht auf eine Verdrängung von einzelnen Gruppen. Alle sollen in den Veränderungsprozess einbezogen werden, so dass für jeden geeignete Aufenthaltsbereiche entstehen. Es sollen gemeinsame Regeln aufgestellt und diese auch durchgesetzt werden. Das „Team Leo“ vermittelt zwischen den Interessen der unterschiedlichen Nutzergruppen und arbeitet mit den bestehenden sozialen Projekten, dem Ordnungsamt und der Polizei zusammen.
Seit September 2013 gibt es einen Platzdienst auf dem Leopoldplatz, welcher für Ordnung und Sicherheit auf dem Platz sorgt. Die gemeinsame Zielstellung ist dabei, eine Zurückorientierung der lokal ansässigen Szene auf den vorderen Leopoldplatz zu verhindern, die Platznutzer auf die Regeleinhaltung im öffentlichen und privaten Raum hinzuweisen sowie eine Gleichbehandlung aller Platznutzer sicherzustellen. Dieses Ziel kann (langfristig) nur durch eine enge und kooperative Zusammenarbeit von Ordnungspolitik, Sozialarbeit / Streetwork und Platzdienst erreicht werden.
ausgeschrieben, der das genaue Aussehen der Architektur zum Thema hat. Gewonnen hat der Entwurf der Architekturbüros AV1 Architekten aus Kaiserslautern.

AZ Müllerstraße - Imagekampagne 4

Fortsetzung der Imagekampagne für die Müllerstraße

Seit dem Sommer 2013 gibt es ein Logo für die Müllerstraße. Das von capa design entwickelte Logo war klarer Favorit eines Wettbewerbs, sowohl bei der Wettbewerbsjury als auch bei den BürgerInnen des Wedding.
Im Winter 2013/2014 wurde das Logo und Corporate Design zunächst auf Papier-Einkaufstüten und mit einer Postkartenserie einem größeren Publikum bekannt gemacht. Die Postkartenserie “lightbeats” (Fotograf: Chris Keller) zeigte dazu passend zur dunklen Jahreszeit die nächtliche Müllerstraße und den neu gestalteten Leopoldplatz in faszinierendem Lichterspiel. Die Karten wurden bereits in vielen Geschäften, Cafés und öffentlichen Einrichtungen verteilt. Die Einkaufstüten sind in zwei Größen im Kino Alhambra und im Bezirksamt Mitte kostenfrei erhältlich.
In diesem Jahr soll die Kampagne mit einer großangelegten Plakat- und Postkartenreihe fortgeführt werden. Berlinweit werden ab etwa Mitte April in ausgesuchten U-Bahnen, an Bushaltestellen und an Litfaßsäulen Plakate gehängt, die sich mit sechs verschiedenen Fragen auf die Müllerstraße beziehen. Mit der Aktion soll das Logo und das Corporate Design mit den bisher angedachten zentralen Farben weiter etabliert werden. Ziel ist es, auf die Müllerstraße als vielfältigen Einkaufs- und Erlebnisort innerhalb Berlins aufmerksam zu machen, frei nach dem Motto „An der Müllerstraße den Wedding neu entdecken“. Die Fragen – allesamt bezogen auf Orte im Umfeld der Müllerstraße – sollen deutlich machen, dass selbstverständlich (alle) Antworten hier in der Müllerstraße oder dem nahen Umfeld zu finden sind.
Neben den Plakaten wird es eine berlinweite in Restaurants und Cafés zu verteilende Postkartenserie mit den sechs Fragen geben. Ergänzend dazu wird – quasi als Auflösung – die Serie um sechs Postkarten mit Antworten erweitert, die sechs verschiedene Orte illustrieren und einladen diese zu besuchen. Vom Prime Time Theater, über den neuen Spielplatz auf dem mittleren Leopoldplatz bis hin zum Fischgeschäft in der Lindower Straße wird so die vielfältige Qualität des Wedding im Umfeld der Müllerstraße dargestellt. Die Antwortpostkarten sollen aber auch anregen über weitere interessante Orte nachzudenken und die Gewerbetreibenden animieren, sich an weiteren Postkartenserien an ihrem Standort zu beteiligen. Die gesamte Imagekampagne wird mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Aktive Zentren“ finanziert.
Weitere Informationen und Kontakte:

Wedding-Müllerstraße
email: StandortGemeinschaft
email: Geschäftsstraßenmanagement
email: Prozesssteuerer