Meldestelle für Missbrauch und Missstände in der ambulanten Hilfe zur Pflege

Bildausschnitt Pflegerin stützt Senior mit Rollator auf Spaziergang

Sie haben den Verdacht auf Pflegebetrug oder Missstände in der ambulanten Pflege im Bezirk Mitte?

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie konkrete Hinweise darauf haben, dass Pflegebedürftige nicht angemessen versorgt werden oder betrügerische Handlungen stattfinden.

Mit Ihrer Mitteilung helfen Sie uns, die vielen seriösen und engagierten Pflegedienste im Bezirk zu schützen und unlauteren Wettbewerbspraktiken wirksam entgegenzutreten.

Alle Hinweise werden streng vertraulich behandelt – auch anonyme Meldungen sind jederzeit möglich (weitere Informationen hierzu finden Sie unten).

Das Bezirksamt Mitte bedankt sich für jeden Hinweis!

Alle Kontaktwege finden Sie weiter unten auf der Seite.

Missbrauch und Missstände in der Pflege im Bezirk Mitte melden!

Die große Mehrheit der Pflegedienste in unserem Bezirk arbeitet zuverlässig, seriös und mit hohem Engagement. Jährlich gibt der Bezirk Mitte dafür etwa 16 Millionen Euro aus; berlinweit belaufen sich die Ausgaben auf rund 200 Millionen Euro.

Leider erreicht dieses Geld jedoch nicht immer vollständig die pflegebedürftigen Menschen. Manche Akteure nutzen gezielt Möglichkeiten für Missbrauch oder Manipulation aus und profitieren von der Unerfahrenheit oder dem Vertrauen der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. Neben Minderleistungen zulasten der Betroffenen gibt es auch organisierte Betrugsmodelle, bei denen sich vermeintlich Pflegebedürftige und Pflegeunternehmen unberechtigt öffentliche Gelder erschleichen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Unregelmäßigkeiten auftreten, zögern Sie bitte nicht, uns zu informieren.

Missbrauch und Betrug schaden sowohl den pflegebedürftigen Menschen als auch den vielen ehrlichen, professionell arbeitenden Pflegediensten im Bezirk. Helfen Sie mit, Missstände frühzeitig zu erkennen und zu verhindern!

Warum Ihre Meldung zählt!

Mit Ihrem Hinweis helfen Sie uns dabei:

  • Pflegebedürftige Menschen zu schützen und sicherzustellen, dass sie die qualitativ gute und menschenwürdige Pflege erhalten, die ihnen zusteht
  • Seriöse und engagierte Pflegedienste vor unlauterem Wettbewerb durch betrügerische Anbieter zu bewahren
  • Öffentliche Gelder effizient und verantwortungsvoll einzusetzen

Ihre Mitwirkung stärkt faire, professionelle und verlässliche Pflege im Bezirk Mitte.

Wir suchen Hinweise auf

  • Gefährdende Pflege, Vernachlässigung oder Verwahrlosung pflegebedürftiger Personen
  • Gewalt gegen pflegebedürftige Personen
  • Nötigung
    Beispiel: Eine Pflegekraft verlangt, dass ein Leistungsnachweis bereits im Voraus unausgefüllt unterschrieben wird. Wird die Unterschrift verweigert, droht der Pflegedienst damit, die Versorgung einzustellen. Aus Angst vor fehlender Unterstützung wird die Unterschrift geleistet.
  • Abgerechnete, aber nicht erbrachte Leistungen (Schein-Leistungen)
    Beispiel: Im Pflegevertrag ist vereinbart, dass dreimal täglich beim Toilettengang geholfen wird. Tatsächlich finden jedoch nur mittags ein Windelwechsel und eine Toilettenbegleitung statt. Morgens und abends übernehmen Angehörige diese Aufgaben. Der Pflegedienst rechnet trotzdem alle drei täglichen Einsätze ab.
  • Nicht eingehaltene oder nicht vollständig erbrachte vertragliche Vereinbarungen
  • Betrug in Abrechnungen oder Leistungsnachweisen (Abrechnungs-Manipulation)
    Beispiel: Pflegekräfte legen leere oder vorausgefüllte Leistungsnachweise für noch nicht erbrachte Einsätze vor und fordern eine Unterschrift, damit der Pflegedienst abrechnen kann. Die tatsächlichen Zeiten und Leistungen werden erst am Monatsende eingetragen, anstatt direkt nach der individuellen Leistungserbringung.
  • Absichtlich überhöht dargestellter Pflegebedarf
    Beispiel: Ein Pflegedienst bietet eine finanzielle Beteiligung an, wenn sich eine pflegebedürftige Person bei der Begutachtung hilfsbedürftiger darstellt, als er oder sie tatsächlich ist. Dadurch wird ein höherer Pflegegrad erreicht und der Pflegedienst kann mehr Leistungen abrechnen, die aber nicht erbracht werden.
  • Verschweigen von Angehörigen oder Bekannten, die Betreuung- und Unterstützungsleistungen erbringen
  • Rechtswidriges „Aufteilen“ von Geldleistungen zwischen Pflegebedürftigen und Pflegediensten
  • Einsatz von unqualifiziertem Personal

Ihre Hinweise: Vertraulich und auf Wunsch anonym

Sie können sich gern auch anonym melden, eine Namensangabe ist nicht erforderlich. Alle Hinweise werden streng vertraulich behandelt.

Was passiert nach Ihrer Meldung?

  1. Eingangsbestätigung: Außer bei anonymen Meldungen erhalten Sie eine Eingangsbestätigung mit einer Vorgangsnummer
  2. Prüfung: Wir prüfen Ihren Hinweis und entscheiden über weitere Schritte
  3. Maßnahmen: Bei begründetem Verdacht leiten wir Kontrollmaßnahmen ein oder schalten gegebenenfalls Strafverfolgungsbehörden ein.
  4. Rückmeldung: Soweit möglich, informieren wir Sie über den Stand (bei nicht-anonymen Meldungen)

Weitere wichtige Hinweise und Kontaktmöglichkeiten

Gesprächsmöglichkeit während Hausbesuche
Das vertrauensvolle Teilen von Hinweisen ist auch während Hausbesuchen möglich, die das Sozialamt regelmäßig durchführt. Sie können als Angehörige Besuche von Mitarbeitern des medizinischen Dienstes oder des Sozialamtes nutzen, um offen und vertrauensvoll Unregelmäßigkeiten anzusprechen. Sie können auch gern direkt mit uns einen Gesprächstermin vereinbaren. Kontaktieren Sie uns hierzu unter (030) 9018 42655.

Sich selbst ein Bild machen
Schauen Sie öfters unangemeldet zu den Einsatzzeiten der Pflegekräfte vorbei, um sich selbst ein Bild von der Versorgung Ihrer Angehörigen zu machen. Sprechen Sie Pflegekräfte oder die Pflegedienstleitung offen auf alles an, was Ihnen dabei auffällt.

Pflegevertrag und Pflegedokumentation prüfen
Die Leistungen des Pflegedienstes beruhen auf einem schriftlichen Pflegevertrag, der vor dem ersten Einsatz abgeschlossen werden muss. Prüfen Sie immer die Pflegedokumentation, falls der Verdacht auf Pflegefehler oder Betrug besteht. Diese muss im Haushalt der pflegebedürftigen Person aufbewahrt werden. Falls das nicht der Fall ist, können Sie beim Pflegedienst eine Kopie der Dokumentation anfordern.

Sie vermuten Gewaltanwendung oder Diebstahl?
Sollte es zu Tätlichkeiten oder Eigentumsdelikten gekommen sein, zögern Sie nicht und informieren Sie die Polizei.

Telefon, E-Mail

Erreichbar Montag bis Freitag, 9:00 bis 15:00 Uhr

Gern können Sie uns auch entsprechende Dokumentationen (z.B. Fotos, Pflegeberichte, Abrechnungen) zukommen lassen.

Post

Bezirksamt Mitte, Amt für Soziales
Fachbereich 3 – Meldestelle Pflege

Persönliches Gespräch

Wir vereinbaren auch gern einen persönlichen Gesprächstermin mit Ihnen. Rufen Sie uns zur Terminvereinbarung an.