Koordinierungsstellen für ehrenamtliche Vormundschaften und Pflegschaften – Ein neues Aufgabengebiet im Jugendamt Mitte
Pressemitteilung Nr. 222/2026 vom 09.09.2026
Der Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, Christoph Keller, informiert:
Können Eltern dem Sorgerecht nicht mehr nachkommen, übernehmen zumeist die Amtsvormund*innen der Jugendämter diese Aufgabe.
Das Vormundschaftsrecht wurde reformiert, damit der Kontakt zwischen Kindern und Vormund*innen enger wird und die Rechte der Kinder gestärkt werden. Zur Umsetzung der Neuerungen hat das Jugendamt Mitte eine Koordinierungsstelle eingerichtet.
Ehrenamtliche Vormund*innen sind zum einen engagierte Personen, die Kinder und Jugendliche in Fragen der Personen- oder Vermögenssorge vertreten. Zum anderen können es Angehörige, Pflegeeltern oder andere Bezugspersonen des Kindes sein, die das Sorgerecht übernehmen.
Die Vorrangstellung der ehrenamtlichen Vormundschaft wird im Gesetz betont. Das Gesetz verweist darauf „den Vormund auszuwählen der am besten geeignet ist, für den jungen Menschen und dessen Vermögen zu sorgen.“ Die „Eignung“ für Vormund*innen orientiert sich an Kriterien und Bestimmungen, die das BGB dem Familiengericht vorgibt.
Einige Jugendämter und freie Träger in Deutschland begleiten ehrenamtliche Vormund*innen bereits seit Jahren.
Aufgaben der Koordinierungsstellen
Das Jugendamt muss prüfen, ob es Umstände in der Lebenssituation der Kinder gibt, die ein ehrenamtliches Führen der Vormundschaft zulassen.
Das Netzwerk der Koordinator*innen steht im fachlichen Austausch und erarbeitet, wie jugendamtsinterne Kooperationsstrukturen aufgebaut werden können und welche Qualitätsstandards in der überbezirklichen Zusammenarbeit gelten.
Die Mitarbeitenden strukturieren den Bewerbungs- und Matchingprozess und beraten die Ehrenamtlichen Vormund*innen. Sie setzen die Mitteilungspflichten gegenüber dem Familiengericht um und sorgen dafür, dass die jungen Menschen und die Vormund*innen Unterstützung erfahren.
Das Ehrenamt ist eine Tätigkeit, die den Kindern in essenziellen Fragen des Lebens das Gefühl vermitteln kann wichtig zu sein. Es erfordert zeitliche Kapazitäten, Durchsetzungsvermögen gegenüber staatlichen Behörden und ein sehr gutes Gespür für den Umgang mit jungen Menschen.
Alle Informationen zum Thema gibt es hier.
Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de