Kulturtipps aus Mitte
Pressemitteilung Nr. 193/2026 vom 18.08.2026
Die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger, informiert:
Ausstellungseröffnung „매난국죽 Mae Nan Guk Juk: Diasporic Memories Formed in Clay“ von Frank Jimin Hopp in der Galerie Wedding
Am 20. August um 18 Uhr eröffnet in der Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst die Ausstellung „매난국죽 Mae Nan Guk Juk: Diasporic Memories Formed in Clay“ (dt. „Diasporische Erinnerungen in Ton geformt“) von Frank Jimin Hopp.
Die Ausstellung widmet sich den Lebensgeschichten südkoreanischer Bergarbeiter und Krankenpfleger*innen, die in den 1960er und 1970er Jahren im Zuge zweier Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und Südkorea in die Bundesrepublik Deutschland kamen, wo dringend Arbeitskräfte benötigt wurden.
Obwohl ihre Arbeitskraft wesentlich zum wirtschaftlichen Aufbau der BRD beitrug, finden ihre Erfahrungen in erinnerungskulturellen Debatten über Migration bis heute wenig Beachtung.
Der koreanisch-deutsche Künstler Frank Jimin Hopp nimmt diese Leerstelle zum Ausgangspunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Mit Angehörigen dieser ersten Generation rekonstruiert er in Interviews Erinnerungen an Migration, Pflegearbeit, Verlust, Freundschaft und Neuanfänge. Begleitend zu den Videoarbeiten entstanden in einem gemeinsamen künstlerischen Arbeitsprozess zahlreiche keramische Objekte. Das zeitintensive Formen der Keramiken schafft dabei Raum für Erzählungen und lässt biografische Erinnerungen in materieller Form sichtbar werden.
Die Ausstellung zeigt diasporische Erinnerung als lebendiges Archiv, das sich beständig erweitert. Der Titel verweist auf die vier edlen Pflanzen Pflaumenblüte, Orchidee, Chrysantheme und Bambus, die in der ostasiatischen Bildtradition u. a. für Widerstandskraft, Würde, Reife und Standhaftigkeit stehen.
Eröffnung:
20.08., 18 Uhr in der Galerie Wedding
Ausstellungslaufzeit:
21. August bis 01. September 2026
Kuration: Eylem Sengezer
Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst
Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-So, 10-18 Uhr, Eintritt frei.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Galerie Wedding.
Ausstellungseröffnung: Lang ist es nicht her. Und jetzt ist es soweit. – Susanne Kerckhoff
Das Mitte Museum zeigt ab dem 10. September 2026 eine Ausstellung zur Schriftstellerin und Journalistin Susanne Kerckhoff (1918–1950), einer prägenden Stimme der frühen Nachkriegszeit. Zwischen 1948 und 1949 veröffentlichte Kerckhoff unter dem Titel „Menschen in unserer Zeit“ in der Berliner Zeitung fiktive Porträts, die zentrale Fragen der frühen Nachkriegsgesellschaft verhandelten: Schuld, Entnazifizierung, Antisemitismus, Demokratie. Die Ausstellung erschließt dieses Werk erstmals systematisch.
Berlin war kurz nach Kriegsende Schauplatz einer noch offenen Zukunft Deutschlands – und die Sprache selbst wurde zum Austragungsort der Debatten über diese Zukunft und den Umgang mit der Vergangenheit. Kerckhoffs Überzeugung, dass sich Veränderung nur über Sprache erreichen lasse, steht im Zentrum der Ausstellung.
Ihre Fragen sind nicht historisch abgeschlossen. Fünf eigens für die Ausstellung entstandene künstlerische Arbeiten setzen ihre Texte in einen Dialog mit der Gegenwart, die selbst von Umbrüchen und offenen Fragen geprägt ist.
Bildende Kunst, Komposition und eine literarische Intervention treffen auf Kerckhoffs Sprache: Jeanno Gaussi, likabari a.k.a. Melika Akbari, Eric Meier, Peter Wawerzinek und Jens-Karsten Stoll entwickelten eigene Arbeiten zur Ausstellung. Aus ihren Biografien, Erfahrungen, Techniken und persönlichen Zugängen heraus aktualisieren sie Kerckhoffs Werk.
Die Ausstellung begleitet ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm.
Laufzeit: 10.9. – 21.02.2026
Eröffnung: 9.9.2026, 18:00 Uhr
Kuratorin Heike Albrecht beschäftigt sich bereits seit 2023 mit Kerckhoffs Werk.
Kuratorische Mitarbeit: Camille Compere
Gestaltung: Carsten Stabenow / milchhof atelier
Öffentlichkeitsarbeit: Luise Haubenreiser (CAMPI-Fellow)
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Kontakt & weitere Informationen
Mitte Museum Berlin
Pankstraße 47, 13357 Berlin
info@mittemuseum.de | www.mittemuseum.de
Keine Anmeldung erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Das Mitte Museum ist weitestgehend barrierefrei. Durch einen Fahrstuhl verfügt das Gebäude über einen rollstuhlgerechten Zugang vom Außengelände zu den Ausstellungsflächen, zum Archiv und den Veranstaltungsräumlichkeiten.
Eine barrierefreie Toilette befindet sich im Erdgeschoss des Museums. Assistenzbedarf melden Sie bitte telefonisch unter (030) 4606019-10 an.
Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de