Kulturtipps aus Mitte
Pressemitteilung Nr. 129/2026 vom 29.05.2026
Die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger, informiert:
Sonderausstellung im Mitte Museum: „umbenennen?! Berlins Straßennamen in Geschichte und Gegenwart“
Straßennamen wirken oft selbstverständlich – dabei sind sie das Ergebnis politischer Entscheidungen, gesellschaftlicher Aushandlungen und nicht selten auch umstrittener Debatten. Die von Tabea Thielmann kuratierte Sonderausstellung des Mitte Museums nimmt Berlins Straßengeschichte in den Blick und fragt: Was verrät ein Straßenname über die Zeit, in der er vergeben wurde? Und was sagt es über unsere Gegenwart, wenn wir ihn beibehalten, verändern oder neu diskutieren?
Die Ausstellung im Mitte Museum ist Teil des zweijährigen Berliner Gemeinschaftsprojekts „umbenennen?! Berlins Straßennamen in Geschichte und Gegenwart“, das von zwölf Berliner Bezirks- und Regionalmuseen gemeinsam umgesetzt wird. Die von der LOTTO-Stiftung Berlin geförderte Ausstellungsreihe widmet sich den politischen, gesellschaftlichen und erinnerungskulturellen Dimensionen von Straßenbenennungen und -umbenennungen in Berlin. Koordiniert und begleitet wird das Projekt vom Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e. V.
Die beteiligten Bezirksmuseen ergänzen die gemeinsamen Ausstellungsmodule jeweils um eigene lokalhistorische Perspektiven und Schwerpunkte. Der Bezirk Mitte bietet dafür einen besonders aufschlussreichen Ausgangspunkt: Als innerstädtischer Bezirk, der frühere Ost- und West-Berliner Bezirke vereint, zeigen sich historische Brüche und Kontinuitäten hier besonders deutlich. Manche Straßennamen aus der NS-Zeit oder der DDR bestehen bis heute fort, während andere längst geändert wurden. Die Ausstellung fragt nach den Gründen dafür und beleuchtet, wer über Umbenennungen entscheidet und wie diese Prozesse verlaufen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle von Initiativen, Vereinen und engagierten Bürger*innen, die Umbenennungsprozesse angestoßen, begleitet oder auch verhindert haben.
Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger: „In Mitte gab es allein in den vergangenen 10 Jahren 33 Umbenennungen. Koloniale Belastungen und nationalsozialistische Bezüge wurden aus dem Straßenbild entfernt; der Anteil von Frauennamen ist gewachsen. Straßenumbenennungen sind nie nur Verwaltungsakte. Sie berühren wichtige Fragen der Erinnerungskultur, greifen aber auch spürbar mit Adressänderungen in den Alltag von Menschen ein. Die Ausstellung zeigt, warum solche Prozesse notwendig sein können – und warum über neue Namen oft besonders leidenschaftlich diskutiert wird.“
Ausstellungslaufzeit
Ab sofort bis 27. September 2026
Weitere Termine und Informationen finden Sie hier: www.umbenennen.berlin
Mitte Museum
Pankstraße 47, 13357 Berlin
Tel.: (030) 460 60 19-10 | E-Mail: info@mittemuseum.de
So-Fr 10.00-18.00 Uhr
Das Mitte Museum ist weitestgehend barrierefrei. Durch einen Fahrstuhl verfügt das Gebäude über einen rollstuhlgerechten Zugang vom Außengelände zu den Ausstellungsflächen, zum Archiv und den Veranstaltungsräumlichkeiten. Eine barrierefreie Toilette befindet sich im Erdgeschoss des Museums.
Ausstellungseröffnung und Jahresprogramm im Bärenzwinger
Am 4. Juni 2026 um 18 Uhr eröffnet im Bärenzwinger die Ausstellung Furore von Nina Paszkowski. Sie bildet den Auftakt des Jahresprogramms Heimsuchungen / Hauntings, das Ausstellung, künstlerisches Veranstaltungsprogramm und Forschungsprojekt miteinander vereint. Im Zentrum stehen Fragen nach Abwesenheit, Erinnerung und Transformation sowie danach, wie historische Spuren in Räumen, Körpern und Erzählungen fortwirken und sich verändern.
Ausgehend vom Motiv des Spektakels, das die Geschichte des Ortes prägt, bewegt sich Furore im Spannungsfeld von Inszenierung, Kontrolle und emotionaler Überwältigung. Mit Bezug auf die Furien der griechischen Mythologie verhandelt die Künstlerin Wut als ambivalente Kraft zwischen Zerstörung und Transformation. Ihre Installation aus Keramik- und Papierarbeiten verändert sich während der Laufzeit der Ausstellung und greift unmittelbar in die räumliche Struktur des ehemaligen Bärenzwingers ein.
Von Mai bis Oktober 2026 wird Heimsuchungen / Hauntings durch ein künstlerisches Veranstaltungsprogramm mit Performances, Workshops, Lesungen und Listening Sessions ergänzt. Der Bärenzwinger wird dabei als ein Ort verstanden, an dem historische Spuren und aktuelle künstlerische Perspektiven aufeinandertreffen und neue Bezüge entstehen.
Parallel dazu entwickelt der Künstler Qusay Awad ein Forschungsprojekt, das die zehnjährige Ausstellungsgeschichte des Bärenzwingers in Beziehung zur Geschichte und Architektur des Ortes setzt. Erste Einblicke werden im Verlauf des Jahres präsentiert, die abschließenden Ergebnisse ab Oktober 2026 im Bärenzwinger gezeigt.
Termine
Ausstellung Furore
Nina Paszkowski
5.6.2026 – 21.02.2027
Eröffnung: 4.6.2026, 18 Uhr
Veranstaltungsprogramm
Akt 1
Denn Bleiben ist nirgends
12. bis 14. Juni 2026 Akt 2
Schmeckt denn der Weltraum
in den wir uns lösen, nach uns?
07. bis 09. August 2026 Akt 3
Nirgends wird Welt sein, als innen.
16. bis 18. Oktober 2026
Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de