Kulturtipps aus Mitte
Pressemitteilung Nr. 123/2026 vom 22.05.2026
Die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger, informiert:
Die Filmemacherin Mooni Perry bei „DISSOLUTIONS“ im Kunst Raum Mitte
Mit einer Einzelausstellung der Künstlerin und Filmemacherin Mooni Perry startet am 22. Mai im Kunst Raum Mitte die zweite Sequenz des Jahresprogramms DISSOLUTIONS.
Mooni Perry widmet sich in ihren Arbeiten religiösen Vorstellungen und Weltbildern aus Ostasien und darüber hinaus. Im Fokus stehen deren Wandel durch Migration sowie die Prägung durch Geschlechterrollen. Ausgangspunkt sind weibliche Gemeinschaften und Göttinnenverehrung in Taiwan, Festlandchina und Hongkong, aus denen sie Fragen nach kulturellem Austausch und dem Fortbestehen des Sakralen in historischen und politischen Umbrüchen entwickelt. Ihre Arbeiten entstehen als mehrkanalige Videoinstallationen, Filme und publizistische Formate.
Die Ausstellung in der Auguststraße setzt sich mit dem Kunst Raum Mitte als historisch überlagertem Ort auseinander und verbindet lokales Archivmaterial mit Perrys eigenen Recherchen. So entstehen neue Perspektiven auf institutionelle und transnationale Geschichtsschreibungen.
Erstmals in Europa wird die Videoinstallation EL (2025) präsentiert. Ausgehend von den historischen Verflechtungen Ostasiens während der japanischen Kolonialherrschaft entwickelt Perry eine vielschichtige Auseinandersetzung mit Erinnerung, Migration und feministischer Geschichtsschreibung. Im Zentrum steht ein Hotel in Nordchina, einer Region, die einst als Mandschukuo unter japanischer Kontrolle stand. Das Hotel wird zur Bühne einer Begegnung zwischen einer koreanischen Dichterin und einer chinesischen Operndarstellerin. Traumartige Sequenzen verweben Musik, filmische Inszenierung und historische Dokumente zu einer Reflexion über Zugehörigkeit, Identität und die Spuren kolonialer Geschichte.
Perry ist Mitbegründerin des Asian Feminist Studio for Art and Research. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im National Museum of Modern and Contemporary Art, im Westfälischer Kunstverein sowie in Berlin am KW Institute for Contemporary Art und im Neuer Berliner Kunstverein gezeigt.
Das Projekt wird aus Mitteln des Ausstellungsfonds für die kommunalen Galerien der Berliner Bezirke gefördert.
Eröffnung
22. Mai 2026 um 18 Uhr
Ausstellungslaufzeit
23. Mai bis 04. Oktober 2026
Weitere Termine und Informationen finden Sie hier: Kunst Raum Mitte
Auguststraße 21, 10117 Berlin
Tel.: (030)28884454| E-Mail: info@kunstraummitte.berlin
U8 Weinmeisterstraße; S-Bahn-Linien 3, 5, 7 und 9; Tram M1 und M5
Mo-So 10.00-18.00 Uhr
Ausstellungseröffnung Ausstellung „Die gesiezte Tochter. My Total Deconstruction of an Armenian Family“ | Galerie Wedding
In der Galerie Wedding – Raum für zeitgenössische Kunst eröffnete am 21.05. die Ausstellung „Die gesiezte Tochter. My Total Deconstruction of an Armenian Family“ von Beatrice Moumdjian.
Beatrice Moumdjians künstlerische Praxis verbindet autobiografische Recherche mit einer kritischen Perspektive auf Geschichte und ihre Überlieferungsformen. Sie macht sichtbar, wie eng persönliche Lebensgeschichten mit politischen und historischen Prozessen verwoben sind, und wie sich diese Verflechtungen durch künstlerische Verfahren befragen, verschieben und neu artikulieren lassen. Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein biografisches Bildarchiv. Aus mehreren tausend privaten Familienfotografien wählt sie rund 150 Bilder aus und überführt herausgelöste fotografische Motive in dreidimensionale Objekte, die im Ausstellungsraum arrangiert und fotografisch neu inszeniert werden. Details lösen sich aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und werden zu eigenständigen Bedeutungsträgern. So entstehen Konstellationen zwischen persönlicher Erinnerung und historischer Rekonstruktion. Beatrice Moumdjians Arbeit legt Spuren zwischen dem Genozid an den Armenier*innen, dem Exil in Bulgarien bis
zur Migration nach Ost-Berlin frei und verknüpft Biografie, Erinnerung und Geopolitik.
Das Projekt wird aus Mitteln des Ausstellungsfonds für die kommunalen Galerien der Berliner Bezirke gefördert.
Beatrice Moumdjian
„Die Gesiezte Tochter. My Total Deconstruction of an Armenian Family“
Kuratiert von Eylem Sengezer
Laufzeit: 22. Mai bis 09. August 2026
Bücher, die verbinden
h3. Verlagspräsentation in der Stadtbibliothek Berlin-Mitte
Seit 11.05. bis 05.07.2026 präsentieren die Verlage Freies Geistesleben und Urachhaus ihr Kinder- und Jugendbuchprogramm in der Schiller-Bibliothek.
Die beiden Stuttgarter Verlage veröffentlichen seit mehreren Jahrzehnten Bilder-, Kinder- und Jugendbücher. Darüber hinaus umfasst ihr Programm Belletristik, Kreativbücher sowie Titel aus den Bereichen Kunst- und Kulturgeschichte und Gesundheit.
Die Zweitexemplare der Ausstellung sind ausleihbar und auch die Ausstellungsexemplare bleiben nach Ende der Präsentation im Bestand der Bibliothek und stehen den Besucher*innen zur Ausleihe zur Verfügung.
Schiller-Bibliothek
Müllerstraße 149, 13353 Berlin
Tel.: (030) 9018 4 5683, Mail: schiller@stb-mitte.de
U6, U9 Leopoldplatz; Bus 120, 147, 221, 247, 327
Mo-Fr 10.00-19.30 Uhr
Sa 10.00-19.30 Uhr
So 12.00-18.00 Uhr
Ausstellungseröffnung „Wie verlernen wir Gehorsam“ von Pary El-Qalqili und İz Öztat im Studio | Galerie Nord
Am 9. Mai eröffnete im Studio | Galerie Nord die Ausstellung „Wie verlernen wir Gehorsam?“. Die Künstlerinnen Pary El-Qalqili und İz Öztat setzen sich in ihren Filmarbeiten mit der Frage auseinander, was es bedeutet in einem System aufzuwachsen, das darauf ausgelegt ist, Gehorsam zu erzeugen. In ihren Filmen greifen sie einen deutschen Literaturkanon auf, der seit dem 19. Jahrhundert Gehorsam als Tugend einübt, in der NS-Pädagogik ideologisch verschärft wurde und ihrer Erfahrung nach in veränderter Form bis heute in deutschen Klassenzimmern fortwirkt.
Die Ausstellung wurde im Rahmen eines Open Calls von einer unabhängigen Fachjury ausgewählt und empfohlen.
Begleitet wird die Ausstellung von der Workshopreihe „Schule des Ungehorsams“, die Jugendliche zur Teilnahme einlädt. Angeboten werden Workshops von Rheim Alkadhi, Zeina Azouqah, Leila Boukarim, Frauen machen Druck und Veronika Gerhard. Ergänzt wird das Programm durch ein öffentliches Gespräch mit Nevin Duran und Nahed Samour.
Die Termine der Workshopreihe und weitere Informationen finden Sie hier.
Das Projekt wird aus Mitteln des Ausstellungsfonds für die kommunalen Galerien der Berliner Bezirke gefördert.
Laufzeit: 10. Mai bis 12. Juli 2026
Wo: Studio | Galerie Nord, Turmstraße 75, Moabit
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Galerie Nord.
Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de