Berlin stärkt Gesundheitsschutz bei Risiken durch synthetische Opioide: Umsetzung im Bezirk Mitte
Pressemitteilung Nr. 066/2026 vom 27.03.2026
Der Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit, Christoph Keller, informiert:
Berlin verzeichnet – wie andere Bundesländer auch – eine hohe Zahl drogenbedingter Todesfälle: Fast sechs Menschen pro Woche sterben infolge des Konsums illegaler Substanzen, häufig im Zusammenhang mit Opioiden. Angesichts der Risiken durch synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene baut Berlin seine Strukturen zur Früherkennung und Krisenvorsorge aus. Die für Gesundheit zuständige Senatsverwaltung setzt dabei auf ressortübergreifende Zusammenarbeit und Monitoring.
Auf Einladung der für Gesundheit zuständigen Senatsverwaltung kam im April 2025 erstmals der Runde Tisch synthetischer Opioide zusammen. Dort arbeiten wichtige Akteurinnen und Akteure daran, Erkenntnisse zu bündeln und Berlin auf mögliche Risiken vorzubereiten. Berlin strebt darüber hinaus die Einrichtung eines Landesknotenpunkts im Nationalen Frühwarnsystem NEWS an. Er soll Informationen zu neuen Substanzen und akuten gesundheitlichen Gefahren zeitnah erfassen, bewerten und weiterleiten.
Unterstützt wird dieser Prozess durch das Projekt so-par (Synthetic Opioids Prepare and Respon-se) der Deutschen Aidshilfe und des Deutsch-Europäischen Forums für Urbane Sicherheit e. V. (DEFUS), das in Berlin im Bezirk Mitte umgesetzt wird. So-par entwickelt praxisorientierte Instrumente für Risikoanalyse, Frühwarnung, Krisenmanagement und Maßnahmenplanung.
Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: „Mit so-par und einem Monitoring synthetischer Opioide stärken wir den Gesundheitsschutz ganz konkret. Das Projekt hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen, und schafft durch die enge Zusammenarbeit von relevanten Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis sowie der Verwaltung eine wichtige Grundlage, um Menschen besser vor schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden zu schützen.“
Christoph Keller, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie und Gesundheit: „Ich bin sehr dankbar, dass wir als Bezirk einer der drei Projektorte sind. Berlin-Mitte ist ein idealer Bezirk, um solch ein Pilotprojekt umzusetzen. Hier nehmen aufgrund der Zentralität, Anbindung und Vielfalt häufig Entwicklungen und Trends ihren Anfang. Deshalb ist wichtig, gegebenenfalls gefährliche Lagen frühzeitig erkennen zu können und schnell handlungsfähig zu sein, um Menschenleben zu retten und präventiv wirksam tätig zu werden.“
Lagebild als Grundlage für Frühwarnsysteme
Anfang März fand in Berlin im Rahmen des Projekts „so-par“ ein Workshop zur Entwicklung eines Lagebilds zu synthetischen Opioiden statt. Ziel ist es, Informationen systematisch zusammenzuführen, Zuständigkeiten zu klären und Handlungs- und Kommunikationswege für den Ernstfall zu entwickeln. Die Lagebilder ermöglichen ein datenbasiertes Monitoring der Verbreitung synthetischer Opioide und ihrer Auswirkungen. So können Veränderungen und Krisensituationen frühzeitig erkannt werden, damit Verwaltung, Suchthilfe und medizinische Versorgung entsprechend reagieren können.
Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Hendrik Streeck zeigte sich erfreut über die Entwicklungen im Projekt: „Das Projekt so-par ist überaus wichtig, weil wir auf gefährliche Substanzen nur reagieren können, wenn wir wissen, was im Umlauf ist. Gerade hoch-potente und dadurch extrem gefährliche synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene werden zunehmend auf dem Schwarzmarkt gehandelt oder unbemerkt anderen Substanzen wie Heroin beigemischt. Das Projekt ist ein wertvoller Baustein für ein permanentes und bundesweites Monitoring- und Frühwarnsystem. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden in ein Monitoring- und Frühwarnsystem einfließen, das aktuell von der Bundesregierung und den Ländern entwickelt wird.“
Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de