Veranstaltungen im Dezember im Mitte Museum
Pressemitteilung Nr. 293/2025 vom 04.12.2025
Die Bezirksbürgermeisterin von Mitte, Stefanie Remlinger, informiert:
Forschungseinblicke: Koloniale Verflechtungen in Berlin-Mitte
Am 11. Dezember um 18 Uhr stellen die Berliner Historiker*innen Dr. Dörte Lerp und Stefan Zollhauser erste Ergebnisse ihrer Forschungen zur lokalen Kolonialgeschichte im Mitte Museum vor.
Die Forschenden untersuchen im Auftrag des Mitte Museums, wie wirtschaftliche und militärische Akteur*innen auf dem Gebiet des heutigen Bezirks Berlin-Mitte im Zeitraum von 1871 bis 1919 an der kolonialen Expansion des Deutschen Kaiserreichs beteiligt waren.
Im Anschluss an die Vorstellung ist ein Publikumsgespräch vorgesehen (Moderation: Henriette Giersberg, CAMPI-Fellow im Mitte Museum).
Dr. Dörte Lerp forscht, lehrt und publiziert zu deutscher und europäischer Kolonialgeschichte, globaler Tourismusgeschichte und postkolonialer Erinnerungskultur. Sie promovierte zu kolonialen Bevölkerungspolitiken auf dem Gebiet des heutigen Namibia und des heutigen Polen zwischen 1884 und 1914. Zuletzt leitete sie ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt zur Geschichte der Tourismusentwicklung in Ostafrika an der Freien Universität Berlin.
Stefan Zollhauser ist Historiker und Ausstellungsmacher. Er arbeitet zur Berliner Stadtgeschichte mit besonderem Fokus auf alltagsgeschichtlichen Themen. Mit seinem Projekt „Berliner Spurensuche“ und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bezirksmuseen entwickelt er Führungen, Workshops und Ausstellungen. Dabei betrachtet er koloniale Verflechtungen und zeigt, wie sie sich im Stadtraum manifestieren.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Das Projekt wird aus Mitteln des Programms des Landes Berlin zur kulturellen Infrastrukturerhaltung und -entwicklung in den Bezirken (Bezirkskulturfonds) gefördert.
FrauenAnklang: Erinnerungen, Musik und Stimmen aus dem Gesundbrunnen 1945
Ein musikalisch-historischer Abend im Mitte Museum anlässlich des Kriegsendes vor 80 Jahren
Wie feierten Menschen im Gesundbrunnen die ersten Feiertage nach der Befreiung 1945 – zwischen Trümmern, vorsichtiger Hoffnung und den Wunden des Krieges? Die gemeinsame Veranstaltung von Musikschule Fanny Hensel, Volkshochschule Mitte und Mitte Museum „FrauenAnklang“ lässt diese ambivalente Stimmung inmitten der aktuellen Ausstellung „Charterflug in die Vergangenheit“ lebendig werden. Neben dem Wunsch nach Gemeinschaft standen die Suche nach Angehörigen, die Leere, die die Shoah hinterließ, und das schwierige Nebeneinander von Überlebenden und jenen, die geschwiegen oder weggesehen hatten.
Der Chor „La voix mixte“ (Ltg. Uta Schlegel) spannt mit Werken von Schütz, Britten und Schlegel einen musikalischen Bogen zwischen den Erfahrungen von damals und den Fragen von heute. Mitglieder der jüdischen Gemeinde Ahawas Achim und der Evangelischen Kirchengemeinde am Gesundbrunnen geben Einblicke in die ersten Monate nach Kriegsende, in denen Alltag, Trauer und Neubeginn untrennbar ineinandergriffen. Klaviermusik von Fanny Hensel, Berliner Lieder, ein Zeitzeugen-Porträt und ein „Chor für alle“ runden den Abend ab und verbinden Erinnerungen mit gegenwärtigen Perspektiven.
Ort: Mitte Museum, Pankstraße 47, 13357 Berlin
Termin: Donnerstag, 18.12.2025, 18 Uhr
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Medienkontakt:
Bezirksamt Mitte, Pressestelle, E-Mail: presse@ba-mitte.berlin.de