9. Oktober 2026
Mehr als 39.000 Menschen haben 2025 in Berlin die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Mit der Einbürgerungsurkunde endet für viele von ihnen ein oft langwieriger und bürokratischer Prozess.
Wie erleichternd und bewegend dieser Moment sein kann, war vielen Gästen bei der zweiten Einbürgerungsfeier des Bezirks Mitte anzumerken.
Nach der erfolgreichen Premiere im Jahr 2025 waren erneut mehr als 50 Menschen, die im Bezirk Mitte eingebürgert worden waren, mit ihren Begleitpersonen in den Festsaal der Stadtmission gekommen. Sie hatten unterschiedliche Herkunftsgeschichten und Verbindungen zu Ländern wie Syrien, Dänemark, Indien, den USA und Argentinien. Manche von ihnen leben seit Jahrzehnten in Berlin.
Eine von ihnen ist Dr. Astrid Cacitúa. Sie kam 1989 aus Chile nach Berlin, um Philosophie zu studieren. Dann fiel die Mauer und Berlin veränderte sich grundlegend. „Es war spannend, die Stadt im Wandel zu sehen“, sagte sie in ihrer Rede. Mit der Zeit wollte sie nicht mehr nur Einwohnerin sein, sondern auch Bürgerin. Heute fühlt sie sich als stolze Berlinerin.
Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger gratulierte allen, die den oft schwierigen Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft auf sich genommen hatten: „Wir freuen uns, dass Sie ein Teil von Mitte sind.“
Zugleich ermutigte sie die Gäste, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen – in der Nachbarschaft, in Vereinen und Initiativen oder auch in der Politik. Denn es sei wichtig, die Perspektiven möglichst vieler Menschen zu berücksichtigen.
Anschließend kamen die Gäste bei einem kleinen Gesprächsspiel mit ihren Tischnachbar*innen über ihre Erfahrungen auf dem Weg zur Einbürgerung ins Gespräch. Viele berichteten von komplizierten Formularen und bürokratischen Hürden. Doch es gab auch Menschen, die ihnen halfen, diese Hürden zu überwinden. Aus solchen Begegnungen entstanden Freundschaften und nicht selten sogar Liebesbeziehungen.
Beim gemeinsamen Essen klang die Feier in geselliger Runde aus. Der Afghanische Frauenverein MAH hatte ein Grillbuffet zusammengestellt. Anschließend sorgte eine DJane mit internationaler Musik für Bewegung auf der Tanzfläche.