11.06.2026
Zum ersten Mal hat das Bezirksamt Mitte den Preis für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung verliehen. Mit der Auszeichnung werden Menschen und Organisationen gewürdigt, die sich mit besonderem Engagement für Gleichberechtigung, die Rechte von Frauen sowie die gesellschaftliche Teilhabe von diskriminierten und marginalisierten Menschen einsetzen. Die diesjährigen Preisträger*innen stehen beispielhaft für den Einsatz für Vielfalt, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Balkonsaal des Rathauses Tiergarten begrüßte Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Beiräten, Vereinen, Initiativen und der Zivilgesellschaft.
Dr. Shana Minkin erhielt die Auszeichnung für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Stolperstein-Arbeit. Durch die Recherche und Dokumentation von Lebensgeschichten ehemaliger Verfolgter sowie die Organisation von Führungen und Gedenkveranstaltungen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungs- und Gedenkkultur in Berlin-Mitte.
Ebenfalls geehrt wurde das RuT-Lesbenwohnprojekt. Mit dem geplanten Wohn- und Kulturzentrum in der Berolinastraße entsteht ein modellhaftes inklusives Projekt, das lesbisch-queere Sichtbarkeit stärkt und selbstbestimmtes Wohnen, Gemeinschaft sowie gesellschaftliche Teilhabe fördert.
Keshet Deutschland e.V. wurde für sein Engagement zur Förderung der Sichtbarkeit und Teilhabe jüdischer LGBTIQ*-Personen ausgezeichnet. Mit Angeboten für Austausch, Empowerment und Gemeinschaft sowie dem jährlich in Berlin-Mitte stattfindenden Queer-Shabbaton setzt der Verein wichtige Impulse für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Des Weiteren wurde Joanna Flume Naber für ihre Arbeit mit der Gruppe „FEMS – Tea Cups“ im Kiez Zentrum Villa Lützow ausgezeichnet. Mit regelmäßigen Treffen, Empowerment-Angeboten und gemeinschaftlichen Aktivitäten schafft sie einen geschützten Raum für mehrfachdiskriminierte transfeminine BIPoC-Personen. Ihr Engagement stärkt Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und die Sichtbarkeit einer Community, die häufig von Mehrfachdiskriminierung betroffen ist.
In ihren Laudationes würdigten die Redner*innen das außergewöhnliche Engagement der Preisträger*innen. Die anschließenden Dankesworte machten deutlich, wie wichtig zivilgesellschaftlicher Einsatz für eine offene, vielfältige und diskriminierungsfreie Gesellschaft ist.
Für einen kulturellen Höhepunkt sorgte die Autorin und Stand-up-Comedian Jacinta Nandi mit einem humorvollen Programm. Beim anschließenden Austausch bei Kaffee und Kuchen nutzten die Gäste die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.
Der Preis für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung war insgesamt mit 1.000 Euro dotiert und wurde zu gleichen Teilen auf die vier Preisträger*innen verteilt.
Das Bezirksamt Mitte gratuliert allen Ausgezeichneten herzlich und bedankt sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Ihr Engagement stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und setzt ein wichtiges Zeichen für Gleichberechtigung, Vielfalt und Respekt.