Mitte Blog - März 2026

Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger empfing eine ukrainische Delegation vor dem Rathaus Tiergarten.

Besuch einer ukrainischen Delegation aus dem Gebiet Lwiw

27. März 2026

Im Rathaus Tiergarten fand ein Austausch der bezirklichen Wirtschaftsförderung mit einer Delegation aus Gemeindevertreter*innen, Unternehmer*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft aus den westukrainischen Städten Drohobych, Boryslav und Novyi Rozdil statt. Begrüßt wurde die Delegation dabei von Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger.

Hintergrund des Besuchs sind die Herausforderungen, die die westukrainischen Kommunen bewältigen müssen: Arbeitsmarktintegration Binnenvertriebener – vorwiegend Frauen – und Kriegsversehrter und zeitgleich Mangel an Arbeitskräften in zahlreichen Branchen.

Im Rahmen einer Studienreise besucht die Delegation daher Orte, Institutionen und Praxisbeispiele, um in den Austausch mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, die innovative Ansätze zur Arbeitsmarktintegration, gesellschaftlichen Integration und wirtschaftlichen Reintegration vulnerabler Gruppen umsetzen. Die dreitägige Studienreise führte die Delegation zu weiteren Stellen im Land Berlin, die sich bspw. mit der Förderung von Start-Ups, der Unterstützung von Frauen bei der Unternehmensgründung oder der Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt beschäftigen.

In Mitte gab die Wirtschaftsförderung der Delegation einen Überblick über das Förder- und Unterstützungssystem des Landes Berlin, erläuterte ihre Rolle darin und stellte ganz konkrete Aufgaben und Projekte vor.

Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger: Der heutige Austausch gibt uns allen die Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, voneinander zu lernen und uns gegenseitig zu unterstützen. Diese gegenseitige Unterstützung mit Leben zu füllen, zeigt wie wichtig Zusammenhalt über Grenzen hinweg ist. Gerade auf kommunaler Ebene können wir viel bewegen – durch Zusammenarbeit, durch Begegnungen und durch gegenseitiges Vertrauen.

Einschub der neuen Brücke für den Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts am 18. März 2026

Neue Brücke über die Spree

18. März 2026

Mitte bekommt eine neue Verbindung über die Spree. Am Bundeskanzleramt wurde heute die 180 Meter lange Südbrücke an ihre Position verschoben. Sie verbindet das bestehende Gebäude des Bundeskanzleramts künftig mit dem Erweiterungsbau auf der gegenüberliegenden Uferseite.

Mit einer Geschwindigkeit von drei Metern pro Stunde wurde die vormontierte Brücke aus 1500 Tonnen Stahl auf einer Spezialkonstuktion an ihre Position geschoben. Monatelang haben Bauarbeiter*innen die insgesamt 13 Segmente zusammengebaut. 2028 mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus für das Bundeskanzleramt soll die Brücke begehbar sein. Der obere Teil ist ausschließlich den Beschäftigten und Gästen des Kanzleramts vorbehalten. Auf der unteren Ebene entsteht eine neue öffentliche Verbindung zwischen dem Bettina-von-Arnim-Ufer und dem Magnus-Hirschfeld-Ufer.

In den kommenden Monaten beginnt die Arbeit an den Freianlagen. Das Bettina-von-Arnim-Ufer, das derzeit gesperrt ist, soll im April wieder zugänglich sein. Die Arbeiten am ebenfalls gesperrten Magnus-Hirschfeld-Ufer dauern voraussichtlich noch bis zum Herbst 2026.

Fachtag im Jobcenter Berlin Mitte

Fachtag für kommunale Eingliederungsleistungen

12. März 2026

Im Jobcenter Berlin Mitte fand der 4. Fachtag für kommunale Eingliederungsleistungen nach § 16a SGB II statt.

Mit dem diesjährigen Schwerpunkt „Psychische Erkrankungen“ wurde ein Thema aufgeriffen, das für die Praxis der Arbeitsmarktintegration und sozialen Unterstützung von zentraler Bedeutung ist. Psychische Belastungen und Erkrankungen stellen für viele Menschen eine erhebliche Hürde auf dem Weg in Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe dar. Gleichzeitig stellen sie die beteiligten Institutionen vor komplexe fachliche, rechtliche und strukturelle Herausforderungen.

Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland erfüllt jährlich die Kriterien einer psychischen Erkrankung – das entspricht etwa 18 Millionen Menschen.
Die häufigsten Diagnosen sind Angststörungen, Depressionen und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum.

Der Fachtag bot einen wichtigen Raum, um diese Herausforderungen gemeinsam in den Blick zu nehmen: von den gesetzlichen Grundlagen im SGB II und SGB III über die bestehenden Versorgungsstrukturen im Bezirk Mitte bis hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten in der täglichen Praxis.

Sozialstadtrat Carsten Spallek: „Als Bezirk sind wir darauf angewiesen, dass Jobcenter, soziale Träger, Verwaltung, Gesundheitswesen und viele weitere Akteurinnen und Akteure eng zusammenarbeiten. Denn: Psychische Erkrankungen lassen sich nicht in Ressort- oder Zuständigkeitsgrenzen einordnen. Sie erfordern Kooperation, Verständnis füreinander und den Mut, neue Wege zu gehen.“

Straßenschild mit hebräischen Buchstaben

Neue Erinnerungslandschaft über jüdisches Leben in Mitte

11. März 2026

Die Gegend zwischen Hackescher Markt, Torstraße und dem Alexanderplatz ist einer der Touristen-Hotspots in Mitte. Cafés, Geschäfte und Bars ziehen Menschen aus aller Welt an. Schon vor rund 100 Jahren pulsierte hier das Leben. Die Spandauer Vorstadt und das Scheunenviertel waren das Zentrum des jüdischen Berlins. Hier gab es koschere Lebensmittel, Handwerker, Synagogen, kleine Theater, Schulen und Wohlfahrtseinrichtungen.

Heute ist von der jüdischen Geschichte des Viertels nicht mehr viel zu sehen. Ein neues Erinnerungsprojekt soll das jüdische Leben wieder sichtbar machen. Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger weihte gemeinsam mit Vertretern des Centrum Judaicum und dem Staatssekretär der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Oliver Friederici, ein Straßenschild mit hebräischen Buchstaben ein. An der Münzstraße Ecke Almstadtstraße erinnert es an die Grenadierstraße. So hieß die Almstadtstraße zu der Zeit, als jüdisches Leben dort und in vielen Straßen der Nachbarschaft pulsierte.

Zahlreiche Straßenschilder im Scheunenviertel und der Spandauer Vorstadt wurden mit hebräischen Schildern ergänzt. Daneben befindet sich ein QR-Code, der zur Internetseite des Projekt “Spurlos verschwunden? – Jüdische Lebenswelten im Herzen Berlins vor der NS-Diktatur” führt. Auf www.jewishmitteberlin.de finden sich Erklärungen zu 40 Orten, Biografien und historischen Ereignissen, die die jüdische Geschichte in Berlin-Mitte geprägt haben.

Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger dankte allen, die das Projekt möglich gemacht haben, besonders der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt, dem Centrum Judaicum und dem Mitte Museum sowie Schüler*innen des John-Lennon-Gymnasiums, die sich mit der Geschichte des jüdischen Lebens in Berlin auseinandergesetzt haben.

Auch wenn das jüdische Viertel oft als lebendiger und vielfältiger Ort beschrieben wird, so gab es auch bereits vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten antisemitische Übergriffe. Razzien, Gewalttaten und Plünderungen ereigneten sich bereits vor 1933. 1923 kam es zu einem Pogrom im Scheunenviertel. Über mehrere Tage wütete ein antisemitischer Mob, zerstörte Geschäfte und verletzte Jüdinnen und Juden.

Zehn Jahre später, nach der Herrschaft der Nationalsozialisten, begann die düsterste Zeit für jüdisches Leben in Berlin. “Ausgrenzung beginnt selten abrupt. Sie fängt an mit der Unsichtbarmachung”, sagte Staatssekretär Oliver Friederici. Mit der neuen Erinnerungslandschaft wolle man das jüdische Leben Berlins nun wieder sichtbar machen. “Sichtbarkeit schafft Respekt, Dialog und Zusammenhalt”, sagte er.

Es gehe bei dem Projekt auch darum, die eigenen Bilder und Zuschreibungen zu hinterfragen, betonte Dr. Anja Siegemund, die Direktorin der Stiftung Neue Synagoge. Als sie zum ersten Mal durch das Viertel lief, sei sie überrascht gewesen, wie wenig sie von dessen jüdischer Geschichte erfahren habe.

Heutzutage sind Jüdinnen und Juden wieder Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt. Die Schilder mit den hebräischen Straßennamen hängen deutlich höher als ihre deutschsprachigen Pendants. Jess Earle, der stellvertretende Direktor des Centrum Judaicum und Initiator des Projekt, versprach: “Wenn sie sie kaputtmachen, werden wir sie wieder aufstellen.”