Mitte Blog - Januar 2026

Schulleiterin Fee Mergenthaler-Starke (l.) und die Schachleher Swantje Munsau und Harald Fietz mit der Auszeichnung Deutsche Schachschule in Gold

Schulleiterin Fee Mergenthaler-Starke (l.) und die Schachlehrer Swantje Munsau und Harald Fietz mit der Auszeichnung Deutsche Schachschule in Gold

Andersen-Grundschule erhält Auszeichnung "Deutsche Schachschule in Gold"

30. Januar 2026

Als erste Grundschule in Berlin darf sich die Andersen-Grundschule über die Auszeichnung “Deutsche Schachschule in Gold” freuen. Am letzten Schultag vor den Winterferien präsentierte Schulleiterin Fee Mergenthaler-Starke die Plakette den begeisterten Schüler*innen in der Aula. Künftig soll das Gütesiegel, das der Deutsche Schachjugend e.V. bis 2030 verliehen hat, gut sichtbar am Eingang der Schule montiert sein.

Schach ist an der Andersen-Grundschule nicht nur ein Angebot unter Vielen. Der Denksport ist fester Teil des Schulalltags, tief verankert im Profil der Schule und Teil des Lehrplans ab der 1. Klasse. Mittlerweile sind die Schüler*innen der Andersen-Grundschule verlässliche Medaillenkandidat*innen bei berlin- und deutschlandweiten Schachturnieren. Drei frühere Absolventinnen spielen heute in der Schach-Bundesliga.

Schachlehrer Harald Fietz möchte die Zusammenarbeit über Deutschland hinaus vertiefen. “Wir sind gerade im Gespräch mit einer Schule aus dem polnischen Wroclaw”, sagte er. Dass der Schach-Schwerpunkt einmal ein solcher Erfolg wird, hat er nicht erwartet. 2010 hatten er und seine Kollegin Swantje Munser gemeinsam mit der Schule und dem Quartiersmanagement die Idee, an einer Schule in einem sozialen Brennpunkt Schach in den Fokus zu stellen.

Durch das Schachspielen lernen die Schüler nicht nur, wie sie ihre Gegner*innen in möglichst wenigen Zügen Matt setzen. Es geht um viel mehr, sagt Swantje Munser. “Sie lernen nachzudenken, abzuwägen und die Freude darüber zu diskutieren.” Wie im Leben gebe es im Schach viele Wege, die zum Ziel führen. “Man lernt, seine Lösung zu begründen und gegenüber anderen zu verteidigen – mit Worten.” Außerdem lernen die Schüler*innen sich über den Erfolg einer gewonnenen Partie zu freuen und mit Niederlagen umzugehen.

  • Fee Mergenthaler-Starke, die Leiterin der Andersen-Grundschule, präsentierte in der Aula die Auszeichnung "Schachschule in Gold".

    Fee Mergenthaler-Starke, die Leiterin der Andersen-Grundschule, präsentierte in der Aula die Auszeichnung "Schachschule in Gold".

  • Für die besonders begabten Schüler*innen gab es eine Urkunde.

    Für die besonders begabten Schüler*innen gab es eine Urkunde.

  • Zur Auszeichnung gab es ein musikalisches Ständchen.

    Um die Auszeichnung ordentlich zu feiern, gab es ein musikalisches Ständchen in der Aula.

  • Beim Schach-Duell sind die Schüler*innen absolut konzentriert.

    Beim Schach-Duell sind die Schüler*innen absolut konzentriert.

  • Das Qualitätssiegel wird demnächst den Eingang der Andersen-Grundschule zieren.

    Das Qualitätssiegel wird demnächst den Eingang der Andersen-Grundschule zieren.

Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (2.v.l.) beim Richtfest für das Projekt Nordhafen Living & Office

Richtfest in der Europacity

21. Januar 2026

Nirgendwo in Berlin dürften in den vergangenen Jahren so viele Richtfeste gefeiert worden sein wie in der Europacity. Zwischen Hauptbahnhof und Nordhafen ist ein völlig neues Stadtquartier entstanden. Als eines der letzten Projekte nimmt das Nordhafen Living & Office an der Heidestraße nun Gestalt an.

Zum feierlichen Abschluss der Rohbauarbeiten kamen zahlreiche Gäste, darunter Bezirksstadtrat Ephraim Gothe. In dem 33.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex entstehen 150 Wohnungen. Auf 8000 Quadratmetern sind Flächen für Verwaltung geplant. Im Erdgeschoss wird es Flächen für Einzelhandel geben.

Ursprünglicher Baustart war bereits im Jahr 2021. Nachdem der damalige Investor in finanzielle Schwierigkeiten geriet, übernahm das slowakische Unternehmen JTRE das Projekt, das damals nur aus einer Baugrube bestand. 2024 begannen die Rohbau-Arbeiten. Ende 2025 war der sechsstöckige Baukörper errichtet. Derzeit laufen die Fassadenarbeiten.

Im Jahr 2027 soll das Nordhafen Living &Office fertiggestelt sein. Dann wird es nebenan auch eine neue öffentlich zugängliche Grünfläche geben: den Nordhafenplatz.

Grundsteinlegung für den Neubau des Paul-Gerhardt-Stifts in der Barfusstraße.

Baustart für 116 neue Wohnungen im Wedding

14. Januar 2026

Bezahlbarer Wohnraum, gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen, inmitten einer sozialen Infrastruktur aus Schulen und Kitas – ein solches Projekt entsteht an der Barfusstraße im Wedding. Am 14. Januar fand die Grundsteinlegung für den Neubau des Paul-Gerhardt-Stifts statt.

Bis 2027 entstehen 116 Wohnungen, darunter 100 Sozialwohnungen. Im Erdgeschoss sind drei Gewerbeeinheiten geplant. Das Kellergeschoss bietet Platz für 76 Autos und 184 Fahrräder.

Sieben Jahre hat es gedauert von der Idee bis zum offiziellen Baubeginn. Als 1888 das Paul-Gerhardt-Stift sein Gebäude nebenan an der Müllerstraße errichtete, gab es 200 Bauvorschriften zu beachten, berichtete Pfarrer Martin von Essen. Beim aktuellen Bau waren es mehr als 20.000 Vorgaben. Damals dauerten Planung und Genehmigung vier Monate, rund 150 Jahre später waren es sieben Jahre.

Christian Gaebler, der Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, griff die Vorlage auf. “Wir wollen schneller und einfacher bauen”, sagte er. Dazu habe der Senat in den vergangenen Jahren die gesetzlichen Grundlagen geschaffen. Das Neubauprojekt des Paul-Gerhardt-Stifts sei genau das, was Berlin brauche: günstiger Wohnraum mit guter Nahversorgung, Verkehrsanbindung und sozialer Infrastruktur. Das Land Berlin unterstützt den Bau mit einem Darlehen der Investitionsbank von 18 Millionen Euro.

Bezirksstadtrat Ephraim Gothe erinnerte an die Geschichte des Standorts und an die wichtige Rolle des Paul-Gerhardt-Stifts bei der sozialen Entwicklung der Stadt. Bereits im 18. Jahrhundert, als Berlin zur Großstadt wuchs, schuf die kirchliche Einrichtung das Diakonissenwerk und ein Krankenhaus. Heute befinden sich auf dem Gelände soziale Angebote für Kinder, Jugendliche, Senioren und Geflüchtete.

Gemeinsam ließen die Vertreter*innen von Senat, Bezirk, Paul-Gerhardt-Stift sowie Planer*innen und Bauarbeiter die Zeitkapsel im Grundstein ein. Pfarrer Martin von Essen gab Gottes Segen für alle Menschen, die das Haus errichten und die es später nutzen werden.

Bezirksstadtrat Carsten Spallek (l.) überreicht Michael und Gabriele Urban (2.v.r.) eine Flasche Hauptstadtsekt zur Diamantenen Hochzeit. Ute Dittmar (r.) vom Gratulationsdienst des Bezirks Mitte gratulierte ebenfalls.

Bezirksstadtrat Carsten Spallek (l.) überreichte Michael und Gabriele Urban (2.v.r.) eine Flasche Hauptstadtsekt zur Diamantenen Hochzeit. Ute Dittmar (r.) vom Gratulationsdienst des Bezirks Mitte gratulierte ebenfalls.

Gabriele und Michael Urban feiern Diamantene Hochzeit

5. Januar 2026

Es war die Zeit der hochtoupierten Frisuren, die sogenannten Swinging Sixties, als Gabriele und Michael Urban einander das Ja-Wort gaben. Auf ihrem Hochzeitsfoto – aufgenommen am 5. Januar 1966 vor dem Standesamt, das damals noch in der Bremer Straße untergebracht war – fällt zunächst die Frisur ins Auge: passend zur Zeit mit viel Haarspray in Form gebracht.

Das Ehepaar kannte sich bereits einige Jahre, bevor es heiratete. Kennengelernt hatten sich beide in der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius in Moabit. Gabriele und Michael Urban sind waschechte Moabiter und dem Bezirk ihr Leben lang treu geblieben. Dass sie an einem kalten Januartag des Jahres 1966 den Bund der Ehe eingingen, hatte zunächst einen pragmatischen, wenig romantischen Grund. „Wir brauchten eine Wohnung“, sagt Michael Urban. Im damals noch stark von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs gezeichneten Berlin war Wohnraum knapp, Ehepaare wurden bei der Wohnungsvergabe bevorzugt.

Dass es sich keineswegs um eine Zweckehe handelte, zeigt sich nicht nur daran, dass sowohl der Regierende Bürgermeister Kai Wegner mit einem Geschenk als auch Mittes Bezirksstadtrat und stellvertretender Bürgermeister Carsten Spallek persönlich zur Diamantenen Hochzeit gratulieren. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor, die ihrerseits sechs Enkelkinder haben.

Michael Urbans größte Leidenschaft war und ist die Politik. Schon als 16-Jähriger engagierte er sich im Bezirksjugendring. 1971 wurde er in die Bezirksverordnetenversammlung Tiergarten gewählt, nur ein Jahr später in das Berliner Abgeordnetenhaus. 1975 übernahm er das Amt des Bezirksstadtrats im Bezirk Tiergarten und war bis 1995 in unterschiedlichen Funktionen im Bezirksamt tätig. Über mehrere Wahlperioden hinweg war er verantwortlich für die Bereiche Jugend und Sport, Gesundheit, Volksbildung, Wirtschaft und Finanzen. Auch heute engagiert sich der gelernte Industriekaufmann weiterhin ehrenamtlich im Heimatverein und im Partnerschaftsverein. „Ich möchte mich nicht zurückziehen und denken, dass ich alt bin“, sagt der 82-Jährige. „Lieber frage ich, wo ich gebraucht werde.“

Da sein Augenlicht stark nachgelassen hat, ist Michael Urban auf die Unterstützung seiner Frau angewiesen. Gabriele Urban fährt weiterhin gerne Auto und begleitet ihren Mann zu seinen ehrenamtlichen Terminen. Sie war bis zu ihrer Pensionierung als Lehrerin tätig. Zunächst unterrichtete in Steglitz, später an der Paulus-Schule in Moabit.

Beide blicken auf 60 glückliche gemeinsame Jahre zurück. Besonders die gemeinsamen Urlaube an der Ostsee in Schleswig-Holstein und in Dänemark waren eine geliebte Tradition – eine Tradition, die bis heute anhält. Alle zwei Jahre trifft sich die Familie mit allen Kindern und Enkeln an der dänischen Ostsee. Ihr standesamtliches Ehejubiläum verbringen die Urbans im kleinen Kreis. Die große Feier soll im April stattfinden – anlässlich des 60. Jubiläums ihrer kirchlichen Hochzeit.