Mitte Blog - Juni 2025

Bezirksstadtrat Benjamin Fritz (r.) und Jarko Hennig von der Schulaufsicht Mitte (l.) mit dem Team der Anna-Lindh-Schule

Bezirksstadtrat Benjamin Fritz (r.) und Jarko Hennig von der Schulaufsicht Mitte (l.) mit dem Team der Anna-Lindh-Schule

Schulschachturnier an der Andersen-Grundschule

30. Juni 2025

Deutsch, Mathe, Schach – so sieht ein gewöhnlicher Stundenplan an der Andersen-Grundschule aus. Seit etwa zehn Jahren gehört Schach dort fest in den Unterrichtsplan. Schon ab der 1. Klasse.
Aufgrund dieses besonderen Profils richtete die Andersen-Grundschule in diesem Jahr erneut die jährliche Schulschachmeisterschaft aller Schulen in Mitte aus. 120 Schülerinnen und Schüler von der 1. bis zur 12. Klasse traten gegeneinander an. Am Ende wurden im Beisein von Bezirksstadtrat Benjamin Fritz die Siegerinnen und Sieger der jeweiligen Klassenstufen ermittelt. Der Schach-Schwerpunkt der Andersen-Grundschule zahlte sich erneut aus. Sie konnte in vielen Kategorien die ersten Plätze erreichen – für Schulleiterin Fee Mergenthaler ein Beweis, dass der in ganz Berlin einzigartige Schwerpunkt Ihrer Schule Erfolg hat. Doch es gehe beim Schach nicht nur ums Gewinnen, Medaillen und Pokale. “Die Kinder lernen sich zu konzentrieren, voraus zu denken”, sagt die Schulleiterin. Auch für Kinder, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, sei Schach ein guter Denksport, weil es ohne Sprache funktioniert.
So ist es in den Klassenräumen an diesem Tag auch besonders ruhig. An den Tischen herrscht höchste Konzentration. Wie muss ich ziehen, um meinen Gegner in Bedrängnis zu bringen? Und was führt der Gegner im Schilde?
Laut wird es erst, nachdem alle Partien beendet und die Gegner matt gesetzt sind. Unter dem Jubel ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler nehmen die Siegerinnen und Sieger ihre Medaillen und Pokale entgegen.

Kränze am Mahnmal des Volksaufstands am 17. Juni 1953 auf dem Friedhof Seestraße

Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953

17. Juni 2025

Vor 72 Jahren ereignete sich eine der größten revolutionären Massenerhebungen, die es je in Deutschland gab. Aus einem Protest von Bauarbeitern der damaligen Stalinallee gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen wurde ein Volksaufstand, der bald fast alle größeren Städte der DDR erreichte und an dem sich bis zu eine Million Menschen beteiligten. Die Forderungen gingen schnell über die Ablehnung der Arbeitsnormen hinaus. Menschen aus der gesamten DDR forderten ein Ende der SED-Herrschaft, Demokratie und Freiheit sowie die Einheit Deutschlands.
Die damaligen Machthaber ließen den Aufstand – unterstützt durch sowjetisches Militär – gewaltsam niederschlagen. Bis zu 125 Menschen wurden getötet, Tausende festgenommen und verurteilt.

An die Mutigen des 17. Juni 1953 erinnert das Mahnmal auf dem Friedhof in der Seestraße. Jährlich treffen sich dort Vertreter*innen der Bundesregierung, des Berliner Senats und des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie des Bezirks Mitte, um der Opfer des Volksaufstands zu gedenken. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner nannte die Ereignisse des 17. Juni 1953 eines der wichtigsten Kapitel in der deutschen Geschichte für das Streben nach Freiheit. Was in Berlin begann, setzte sich so ähnlich später in Ungarn, Prag und Polen fort. “Der 17. Juni war das Fundament für die Protestbewegungen in den 1980er Jahre und somit der friedlichen Revolution von 1989”, sagte Wegner. Menschen könne man einsperren, den Wunsch nach Freiheit und Demokratie nicht.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erinnerte an die persönlichen Schicksale, etwa an das von Horst Bernhagen, einen 21 Jahre alten Fernmeldemonteur, der durch eine Polizeikugel starb. Oder von Rudi Schwander, der erst 14 war und starb, als Volkspolizisten wahllos auf eine Menge Demonstranten schoss. Oder Willig Göttling, der zweifache Familienvater, der bei einer Demonstration in der Leipziger Straße festgenommen und am Tag darauf hingerichtet wurde. “Was hätte aus ihnen werden können? Was waren ihre Träume”, fragte Katherina Reiche. Sie und die vielen Protestierenden von damals hätte eines geeint: “Sie überwanden ihre Angst. Die Sehnsucht nach Freiheit war größer als die Angst.”
Der 17. Juni 1953 habe gezeigt, dass sich das DDR-System nur mit Gewalt erhalten konnte. Der Wunsch nach Freiheit und Demokratie müsse auch heute verteidigt werden. Freiheit bedeute Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Zum Schluss ihrer Rede zitierte die Ministerin den ehemaligen Bundespräsident Joachim Gauck: “Freiheit, von der man keinen Gebraucht macht, welkt dahin.”

  • Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erinnerte an die Opfer des Volksaufstands vom 17. Juni 1953

    Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erinnerte an die Opfer des Volksaufstands vom 17. Juni 1953

  • Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hielt eine Gedenkrede.

    Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hielt eine Gedenkrede.

  • Die Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner legten Kränze nieder und gedachten in einer Schweigeminute der Opfer des 17. Juni 1953.

    Die Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner legten Kränze nieder und gedachten in einer Schweigeminute der Opfer des 17. Juni 1953.

  • Zahlreiche Gäste nahmen an der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Seestraße teil.

    Zahlreiche Gäste nahmen an der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Seestraße teil.

  • Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte und das Bezirksamt erinnern mit einem gemeinsamen Kranz an den Volksaufstand in der DDR.

    Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte und das Bezirksamt erinnern mit einem gemeinsamen Kranz an den Volksaufstand in der DDR.

Regenerierter Rasen im Weinbergspark

Es grünt so schön: Die Rasenregeneration im Volkspark am Weinbergsweg ist abgeschlossen

12. Juni 2025

Am 1. April begann das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) mit der Regeneration der großen, gebeutelten Rasenfläche im Volkspark am Weinbergsweg. Zunächst wurde der Boden aufgelockert und von Unrat befreit. Anschließend wurden etwa zehn Tonnen frische Komposterde und etwa zehn Tonnen Bodenaktivator sowie 265 kg Rasendünger aufgetragen. Im Anschluss wurde eine strapazierfähige Trockenrasenmischung ausgesät, die die Wiese in Zukunft in einem satten Grün erstrahlen lassen soll. Damit der neue Rasen gut anwächst, fand eine regelmäßige Bewässerung statt. Insgesamt hat der Bezirk Mitte rund 20.000 Euro für die Regeneration des Rasens ausgegeben.

Nun ist die Regeneration abgeschlossen, der Bauzaun entfernt und die Wiese – passend zur startenden Picknicksaison – wieder offen für alle.

  • Gruppenfoto zur Wiedereröffnung des Rasens im Weinbergspark
  • Liegewiese mit regeneriertem Rasen im Weinbergspark
Fahrräder stehen angelehnt an einem Baumstumpf. Dahinter hängt die Europaflagge an einem Baum

Fahrräder vor der Europaflagge

Rückblick zur Fahrradtour: „EUropa vor der Tür – Wie Europa unseren Kiez bewegt"

30. Mai 2025

Am Freitag, den 30. Mai, radelten mit Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger insgesamt 25 Teilnehmende bei bestem Wetter durch den Bezirk Mitte. Ziel der Tour war es, an vier Stationen aufzuzeigen, wie europäische Fördermittel konkret vor Ort Chancengleichheit und den Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe für alle fördern.

Gestartet wurde in der Fabrik Osloer Straße. Dort wurde unter anderem ein Projekt von „CHANCE International“ vorgestellt, das benachteiligten Jugendlichen über europäische Austauschprogramme neue Perspektiven eröffnet.
Die Schiller-Bibliothek öffnete als zweite Station die Tür zu ihrem „Makerspace“, einem kreativen Ort, der durch EU-Mittel gefördert wird. Hier konnten die Teilnehmenden Jutebeutel mit europäischen Motiven bedrucken – ein kreatives Mitmachangebot, das viele begeisterte.
Das Sozialunternehmen „Die Wille gGmbH“ gab an der dritten Station Einblick in zwei Projekte, die über den Europäischen Sozialfonds finanziert werden und sich der Arbeitsintegration und gesellschaftlichen Teilhabe widmen.
Zum Abschluss lernten die Teilnehmenden das Team und die Arbeit des Vereins „Kulturen im Kiez e.V.“ kennen, der Familien aus Südosteuropa mit Beratung, Sprachmittlung und Begleitung beim Ankommen in Berlin unterstützt.

Bei einem gemütlichen Ausklang mit Getränken und Snacks kam man ins Gespräch. Besonders eindrücklich war das erfreuliche Fazit einer Teilnehmerin: „Es ist toll zu erfahren, wohin europäische Fördermittel fließen und dass sie bei Projekten ankommen, die etwas Sinnvolles für die Menschen im Kiez bewirken und von denen ich bisher gar nichts wusste.“